Kolumne Eric Frenzel: Silberhütte statt Otepäa

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Flossenbürg. Es ist jeden Tag da, zieht sich durch die Wälder und ist bestens präpariert – und das direkt vor der Haustür. Von was die Rede ist? Von der Loipe an der Silberhütte. Darüber gerät Eric Frenzel in seiner heutigen Kolumne ins Schwärmen und erzählt, warum es in der Heimat eben doch am Schönsten ist. 

Von Eric Frenzel

Eric Frenzel Kolumne

An den Schanzen herrscht aktuell Hochbetrieb.

„Sie sind doch der, wo springt und läuft“, spricht mich eine Dame an. Es ist die Dame, der ich vorhin in der Loipe noch zugerufen habe, dass sie die Stöcke senkrechter in den Schnee drücken solle, damit sie besser vorankommt. Nach unser beider Trainingseinheit treffe ich sie im Winklerstübchen wieder. „Ja, ich bin der, wo springt und läuft.“, antworte ich mit einem kleinen Schmunzeln über Satzbau und Betonung, die die sportliche Dame eindeutig als Schwäbin identifizieren.

Weltcup vs. Schneemangel

Springen und Laufen sollte in Otepäa beim Weltcup stattfinden. Der Schneemangel machte uns Kombinierern aber einen großen Strich durch die Rechnung und mit dem Schnee sind auch die restlichen Wettbewerbe des Gesamtweltcups zusammengeschmolzen. Nur noch vier Weltcup-Wochenenden liegen bis zum Abschluss der Saison vor uns. Aber wahrscheinlich werden wir auch wiederum wegen Schneemangels nicht alle absolvieren können.

Wunscherfüllung vor der Haustür

Ich habe mich nach Flossenbürg in den Kreis meiner Familie zurückgezogen. Dort finde ich täglich das, was ich offensichtlich woanders nicht immer bekommen kann, unmittelbar vor meiner Haustür. Die fleißigen Helfer des Skilanglaufzentrums Silberhütte zwischen Flossenbürg und Bärnau haben eine phantastische 1,2 Kilometer lange Loipe durch den Wald präpariert, ein weißes Schneeband durch die Bäume gelegt, auf dem ich meine Trainingsrunden drehe und dieses Vergnügen mit Schulklassen und eben auch „Schwäbinnen“ teile.

Das Areal bietet mir vorzügliche Trainingsmöglichkeiten. Ich liebe diesen Ort!

„Ja, ich bin der, wo springt und läuft“ wiederhole ich lachend, bevor ich ihr auf weitere Nachfragen hin erklären muss, was ich hier oben mache. Schnell sind die Zusammenhänge zwischen Wohnort, Weltcup und Trainingsareal geklärt. Ich gebe der Dame angesichts der frühen Morgensonne statt Trollinger einen Kakao aus.

Ideale Bedingungen an der Silberhütte

Ich erkläre der Dame noch ein wenig das gesamte Loipennetz der Silberhütte sowie die MTB-Strecken, die im Sommer auch nach Tschechien durch unberührte Wälder führen. Außerdem begleite ich sie noch zum Skiverleih. Dort herrscht durch die anwesenden Schulklassen reger Betrieb, wie jeden Morgen übrigens. Schön, dass bei uns in der Region der winterliche Schulsport in freier Natur absolviert werden kann, denke ich, während ich mein Equipment wieder ins Fahrzeug verstaue.

Silberhütte statt Otepäa – das heutige Trainingsprogramm ist abgespult. Eine weitere Woche wird sich für mich das Trainingsprocedere an dieser Stelle wiederholen, da auch das nächste Wochenende kein Weltcup stattfinden wird.

In Flossenbürg kaufe ich noch schnell die Brötchen für ein schönes Familienfrühstück, auf das sich zu Hause schon Laura und die Kinder freuen.

Herzlichst

Eric“

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