Kolumne Eric Frenzel: Skispringen und Tischtennis

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Flossenbürg. In seiner heutigen Kolumne erklärt Eric Frenzel anhand von Tischtennis, warum seine Sprünge bisher nicht weit genug waren. 

Von Eric Frenzel

Eric Frenzel Kolumne

An den Schanzen herrscht aktuell Hochbetrieb.

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Der Hoteldirektor klopft mir strahlend auf die Schulter: „Siehst Du, Du musst nur nach Seefeld kommen, dann gelingen Dir die Dinge wieder!“ Ich quittiere dankbar mit einem Lächeln. Der Geist von Seefeld hat tatsächlich wieder gewirkt.

Zwar gab es hier nicht den von mir ersehnten Weltcupsieg, aber der vierte Platz am zweiten Tag bedingt durch ein gutes Springen hat mir gezeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Die Trainingseinheiten zuvor in Oberstdorf und auch die Qualifikationssprünge in Seefeld hatten gezeigt, dass das Gefühl für das Springen wiederkehrt, worüber ich natürlich sehr glücklich bin.

Wir haben im gesamten Team erkannt, dass zwar die Flugkurven in dieser Saison schon immer gut aussahen, aber dass irgendetwas fehlte, was wir nicht definieren konnten, geschweige sehen konnten. Also, was war es oder besser, was scheint es zu sein?

Fehlerfrei und dennoch zu wenig

Es ist Nichtsportlern oder anderen Laien wirklich schwer nahezubringen, warum eigentlich fehlerfreie Sprünge nicht zur gewünschten Weite führen. Ich möchte es versuchen und greife mal zum Beispiel einer anderen Sportart, die für die meisten vielleicht nachvollziehbarer ist, weil sie vielleicht jeder mal gespielt hat: Tischtennis.

Der Spieler kann einen Top-Spin ziehen, der von außen formvollendet aussieht, aber er muss nicht zwingend den gewünschten Spin bzw. Effet liefern, der den Gegner dann vor große Probleme stellt. Trotz guter Bewegung kann die Wirkung verpuffen. Woran liegt das?

Eine Bewegung kann äußerlich gut aussehen, hat aber nicht die Wirkung, wenn der Körper diese Bewegung innerlich nicht unterstützt. Der Bewegung sieht man nicht an, dass sie ohne inneren Druck, ohne Impetus durchgeführt ist.

Innerer Schub hat gefehlt

Ich will damit keineswegs sagen, dass wir in der Saison bisher lustlos gesprungen sind, das würde nicht zutreffen, aber speziell bei mir war es so, dass ich diesen inneren Druck erst ein paar Millisekunden nach dem Absprung im Körper aufbauen konnte und damit zu spät. Wenn dieser innere Schub nicht sofort bei Absprung da ist, kommt eine gute Weite nicht mehr zustande.

Wir haben daher bewusst an dieser Schwelle zum Absprung gearbeitet, letztlich ein Akt der Konzentration, den inneren Anschub richtig zu timen. Es beginnt wieder zu funktionieren, alte Automatismen müssen aufgelöst werden, neue entwickelt werden. Dies ist nicht immer leicht und geht oft auch nicht schnell. Seefeld hat gezeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind.

Da der nächste Weltcup in Otepää wohl wegen Schneemangel ausfallen wird, werden wir weitere Trainingstage gewinnen, um die Dinge weiter zu optimieren. Ich freue mich jetzt schon auf den nächsten Weltcup.

Euer Eric“

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