Außergewöhnliche Nachbarschaftshilfe: Wenn der Friseur mit der Bäckerei

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Neustadt/WN. Was haben ein Friseur und eine Bäckerei gemeinsam? Eigentlich nichts – aber in Zeiten von einer bedrohlichen Pandemie ist eben alles ein wenig anders.

Kooperation Bäckerei Arnold Friseru Sengenberger Neustadt

Armin Sengenberger bringt die gepackten Tüten zu Lisa Arnold in die Bäckerei. Dort warten sie dann im Verkaufsraum – getrennt von Nusshörnchen und Brezen – auf die Kunden. Foto: privat

Lisa Arnold ist Chefin der gleichnamigen Bäckerei in Neustadt. Armin Sengenberger betreibt nur ein paar Meter daneben seinen Friseursalon. Jetzt haben die beiden eine außergewöhnliche Kooperation gestartet. „Wichtig ist, dass wir zusammenhalten“, sagt Lisa Arnold.

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Der Salon von Armin Sengenberger ist seit Beginn der Ausgangsbeschränkungen wegen der Corona-Pandemie am 21. März geschlossen. Für den Friseur bedeutet das, er hat keinerlei Einnahmen und musste Kurzarbeit für seine Mitarbeiter anmelden. Aber das war für ihn kein Grund den Kopf in den Sand zu stecken.

Über Facebook begann er Gutscheine online zu verkaufen und zu verschicken – per Mail oder Post. „Die Einnahmen, die wir so haben, können zumindest die laufenden Kosten etwas abdecken“, erklärt der Friseurmeister.

Wir sind für unsere Nachbarn da!

Dann dachte er sich: Man könne ja auch die Produkte aus dem Laden weiterhin an den Mann – oder die Frau – bringen. Aber wie sollte er die seinen Kunden übergeben? Da kam Lisa Arnold ins Spiel.

Armin hilft immer wo er nur kann und auch wir sind gern für unsere Nachbarn da!“,

sagt sie. Sie hatte die Idee, dass sie die Produkte in ihrer Bäckerei übergeben könnte. Die ist als Lebensmittelbetrieb ja immer noch geöffnet.

Bestellt und in der Bäckerei abgeholt

Die telefonischen Bestellungen werden jetzt beim Neustädter Friseur verpackt und dann bei der Bäckerei abgegeben. Dort können die Kunden sie dann abholen und bezahlen – das macht es für alle Beteiligten leichter.

Da die Produkte verschlossen verpackt und nur im vorderen Verkaufsraum aufbewahrt seien, würden auch alle Hygienevorschriften eingehalten, so die Neustädterin. „Das klappt prima“, freut sich Lisa Arnold. Und auch Armin Sengenberger ist zufrieden. „Wir haben so schon einige Shampoos und Kosmetikartikel verkauft.“

Ein Freundschaftsdienst

Viele der Kunden teilen sich die Betriebe ohnehin, wer einen Termin beim Friseur habe, würde oft auch in der Bäckerei Arnold vorbeischauen, weil das eben auch noch ein kleiner Handwerksbetrieb sei. Und auch Armin Sengenberger ist selbst treuer Kunde seiner Nachbarn. „Jeden Samstag hol ich mir dort den weltbesten Streuselkuchen!“, schwärmt er.

Das ist gelebte Nachbarschaftshilfe. „So lange, wie wir uns schon kennen – eigentlich ist das eher ein Freundschaftsdienst!“, findet Lisa Arnold.

Du kennst auch eine ungewöhnliche Zusammenarbeit, die durch die Corona-Krise entstanden ist? Oder deine Firma hat einen außergewöhnlichen Weg gefunden, um trotz Krise weiterhin im Gespräch zu bleiben? Dann schreib uns an redaktion@oberpfalzecho.de
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Ein Kommentar

  1. Horst Schellkopf schreibt:

    Zusammenhalten und zusammenarbeiten wo`s geht. Vielleicht auch nach der Krise

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