Corona-Hotspot: Klinikum Weiden reagiert auf Gerüchte

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Weiden. Patienten in Weiden, die über 80 Jahre alt sind, werden nicht mehr beatmet, weil Beatmungsgeräte fehlen – dieses Gerücht kursiert durch Weiden. Stimmt das? Das Klinikum bezieht Stellung. 

Von Kristine Mann 

Klinikum Weiden Kliniken Nordoberpfalz AG Weiden in der Oberpfalz Symbol Symbolbild Krankenhaus Weiden

Das Krankenhaus Weiden steht im Kampf gegen das Corona-Virus mittendrin. Zu Gerüchten bezieht die Kliniken Nordoberpfalz AG Stellung. Bild: Kliniken Nordoberpfalz AG.

Die Nordoberpfalz gilt als Corona-Hotspot. Stark betroffen sind vor allem der Landkreis Tirschenreuth, danach der Landkreis Neustadt/WN. Mittendrin: die Häuser der Kliniken Nordoberpfalz AG – insbesondere das Klinikum Weiden, in dem Corona-Patienten behandelt werden und Ärzte wie Krankenpfleger auf der Intensivstation an vorderster Front gegen das Corona-Virus kämpfen. Das zehrt an den Kräften des Personals, in Weiden kursieren währenddessen Gerüchte.

„So ein Schwachsinn“

Die Gerüchte besagen Patienten in Weiden, die über 80 Jahre alt sind, würden nicht mehr beatmet werden, weil Beatmungsgeräte fehlen. Auf OberpfalzECHO-Nachfrage macht Kliniken-Sprecher Michael Reindl deutlich:

Wir möchten diesen Gerüchten ganz klar widersprechen.

Alle Patientinnen und Patienten in den Häusern der Kliniken Nordoberpfalz AG werden hoch qualitativ medizinisch versorgt.“ Am Klinikum Weiden seien ausreichend Beatmungsplätze vorhanden. Darüber hinaus würden noch Kapazitäten zur Verfügung stehen, die derzeit noch nicht genutzt werden, wie er erklärt.

„So ein Schwachsinn“, kommentiert auch Melissa Jäschke (27) die Gerüchte. Sie arbeitet als Fachpflegerin für Intensivmedizin und Anästhesie auf der Intensivstation – und kennt die schweren Verläufe der Krankheit. Wo und wie solche Gerüchte aufkommen, kann sich die 27-Jährige nicht erklären.

Sie ärgert sich auch über die Unvernunft und den Egoismus mancher Menschen, die sich nicht an Ausgangsbeschränkungen halten oder behaupten Covid19 sei nichts anderes als eine Grippe. „Es ist schlimmer!“, betont sie. Ein Tag Arbeit auf der Intensivstation würde vielen die Augen öffnen, wie sie sagt. Einblicke ins Krankenhaus Weiden liefert auch die Tagesschau (Video unten verlinkt).

Kliniken Nordoberpfalz AG Klinikum Weiden Krankenhaus Weiden Corona Intensivstation

Melissa Jäschke (oben dritte von rechts) und ihre Kolleginnen aus der Intensivstation (Station 84) in Weiden kümmern sich um alle Corona-Patienten. Sie sind für uns da – was wir für sie tun können: zu Hause bleiben! Bild: Kliniken Nordoberpfalz AG.

Wie gefährlich ist das Corona-Virus für Klinikpersonal?

Besteht für das Klinikpersonal, das Corona-Patienten behandelt, nicht erhöhte Ansteckungsgefahr? Hygienevorschriften im Krankenhaus hätten ohnehin Priorität, spezielle Schutzkleidung sei momentan das A&O im Alltag, wie Melissa erzählt.

Wie viele Kollegen haben sich bereits infiziert? Wie werden Ausfälle im Krankheitsfall geregelt? „Wir bitten um Verständnis, dass wir aus Datenschutzgründen keine Informationen über erkrankte Kolleginnen oder Kollegen und allgemein keine Zahlen über Patienten veröffentlichen, weisen aber darauf hin, dass sich die Lage als stabil und beherrschbar darstellt“, antwortet Reindl.

Hinsichtlich persönlicher Schutzausrüstung für Kolleginnen und Kollegen sei ausreichend Bestand vorhanden. „Wir erwarten hier in Kürze weitere Lieferungen, so dass sich die Situation hier deutlich entspannt hat“, so Reindl.

Auch die Spendenbereitschaft aus der Nordoberpfalz ist groß: Von 5.000 Atemschutzmasken bis zu 10.000 Euro fürs Klinikum im Kampf gegen Corona.

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