Sicherheitsdienst im Einsatz für die Gesundheit

Fritsch: „Keine Wertschätzung und Respekt in der Öffentlichkeit!“

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Wildenau. Nicht nur Ärzte, Pflegepersonal und Supermarktangestellte seien aktuell höheren Risiken ausgesetzt. Auch Sicherheitsleute können nicht von zu Hause aus arbeiten. Marcus Fritsch von Fri Sec bemängelt die fehlende Wertschätzung für seine Mitarbeiter.

Fri Sec Corona

Ansonsten meistens im Hintergrund für Sicherheit sorgend, stehen nun Marcus Fritsch (Mitte.) und seine Mitarbeiter, hier beim Dienst im Tirschenreuther Krankenhaus, in vorderster Linie.

10 Uhr morgens: Nach nur vier Stunden Schlaf klingelt der Wecker. Die nächste Doppelschicht steht an. Für Marcus Fritsch, Chef der Sicherheitsfirma Fri-Sec aus Wildenau, ist das seit dem 16. März ein ganz normaler Ablauf. „90- bis 100-Stunden-Wochen sind aktuell an der Tagesordnung“, sagt der 42-Jährige.

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In der aktuellen Krisenzeit mit erhöhtem Sicherheitsbedarf bei Behörden, Ämtern, Supermärkten und Krankenhäusern warten neue Herausforderungen auf Fritsch und sein Team. „Es hat sich Schlag auf Schlag Vieles verändert“, erzählt der 42-Jährige. „Binnen zwei Tagen brachen uns alle Veranstaltungen weg. Dafür vermehrten und vermehren sich wegen des Corona-Virus‘ die Anfragen anderer Einrichtungen.“

Fritsch kritisiert fehlende Wertschätzung

So ist „FRI-SEC“ momentan unter anderem verstärkt für Drogerie-, Einkaufsmärkte oder für das Arbeitsamt und die Kliniken Nordoberpfalz AG im Objektschutz unterwegs. „Wir tragen somit eine große gesellschaftliche Verantwortung, ergänzen und unterstützen viel intensiver die Arbeit der Polizei“, berichtet Fritsch.

Allerdings, und das sei für ihn ein Knackpunkt, ohne die entsprechende Wertschätzung in der Öffentlichkeit und den nötigen Respekt, die im Gegensatz dazu die Pflege, die Verkäufer, die Kinderbetreuung, die Ärzte, die Krankenpflege und viele mehr erfahren würden.

Fritsch spricht in diesem Zusammenhang sogar von der „vergessenen Gruppe der privaten Sicherheitsdienste“. „Wir sind täglich 24 Stunden den Gefahren des Corona-Virus und der Unvernunft der Mitmenschen ausgesetzt. Wir sprechen, empfangen, führen Menschen und haben manchmal auch körperlichen Kontakt mit ihnen. Wir haben nicht die Möglichkeit, von zu Hause aus zu arbeiten“, bemängelt der Unternehmer. Seine Mitarbeiter und er seien mindestens genauso, wenn nicht sogar mehr, gefährdet als jeder andere.

Fri Sec Corona

Schutzmasken und Einweghandschuhe gehören aktuell mit zur Grundausstattung der Sicherheitsfirma.

Schutzmaßnahmen auf eigene Kosten

Er habe zwar weitreichende Schutzmaßnahmen für seine Mitarbeiter, wie Gesichtsmasken, Einweghandschuhe oder Desinfektionsmittel, getroffen. Aber alles auf eigene Kosten und ohne jegliche zu erwartende Unterstützung durch finanzielle Förderprogramme von Land und Bund. „Die würden wir aufgrund unserer Auftragslage ja auch gar nicht bekommen“, sagt er. In diesem Zusammenhang bemängelt er auch den fehlenden Tarifvertrag in der Branche.

Nach einem kräftigen Schluck aus der Kaffeetasse geht es für den Sicherheitsmann zur ersten von zwei Schichten an diesem Tag.

Über Fri-Sec

2008 gründete Marcur Fritsch in Wildenau seine eigene Sicherheitsfirma. Zuvor hatte der ehemalige Schreiner und Soldat eine Ausbildung an der Sicherheits-Academy Frankfurt absolviert und einige Jahre in dem Beruf gearbeitet.

Das Unternehmen bietet Sicherheits-Dienstleistungen unter anderem für Veranstaltungen und Objektschutz an und arbeitet dabei auch mit Behörden eng zusammen. Seine Mitarbeiter müssen alle gut ausgebildet sein und eine erfolgreiche Sachkundeprüfung absolviert haben.

Fotos: FriSec/Landgraf

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