Lieferservice früher – Lieferservice heute

Döllnitzer sind versorgt!

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Leuchtenberg. Vor allen in Zeiten von Corona sind Lieferservices bis zur Haustüre praktischer denn je. In Döllnitz funktioniert das zur Zeit fast perfekt – ganz wie früher. 

Von Sieglinde Schärtl 

Lieferservice Döllnitz

Lieferanten in Döllnitz und Umgebung bringen Brot, Backwaren, Wurst, Fleisch und Getränke regelmäßig direkt bis zur Haustüre.

Einst kamen Hausierer in jedes Dorf und boten ihre Ware an – von Stoffhändlern, Obst- und Gemüsemännern. Das Krenweibl aus Bamberg kam mit Meerrettich, im Frühjahr mit Sämereien nach Leuchtenberg. Stoffhändler wie H. Grötsch aus Tännesberg und der Schneidermeister H. Schönberger haben die Döllnitzer eingekleidet. Er stammte aus Großenschwand und hatte später sein Geschäft in Weiden. Er hat bei den Männer Maß genommen, kam mindestens zweimal zur Anprobe und brachte dann den fertigen Anzug zum Auftraggeber.

H. Hanauer aus Lohma hat Seifen und Putzmittel vertrieben. Vertreter des ehemaligen Landhandel Lindner aus Wieselrieth – kein geringer als H. Forster, der Vater von Altbürgermeisterin Waltraud Post aus Leuchtenberg – war als Fleischbeschauer erster Ansprechpartner bei einer anstehenden Hausschlachtung von Schweinen. Er untersuchte vor Ort mit seinem Mikroskop Proben des geschlachteten Tieres. Erst danach konnte es weiter verarbeitet werden. Die Metzgerei Schübladl aus Vohenstrauß kam jeden Sonntagvormittag in das ehemalige Wirtshaus Hutzler, vormals Plecher, nach Döllnitz. Nach dem Sonntagsgottesdienst konnte jede Hausfrau das Schweinefleisch dort kaufen, damit der Sonntagsbraten mit „Erdäpfelknödeln“ gesichert war.

Außerdem gab damals noch den Kolonialwarenhandlung Schwabl in Döllnitz, den Döllnitzer Kramerladen, der fast alles im Angebot hatte. Mit der Post, den Briefmarken oder dem Telefonieren hatten es die Döllnitzer auch leicht, denn bis 1977 gab’s die Poststelle II: Posthalterei in Döllnitz. Wo man es mit den Öffnungszeiten wie im Kramerladen nicht so genau nahm. Der Postbote zahlte früher außerdem alle Monate Rentnern ihre Rente in bar zu Hause aus.

Bäcker, Metzger und Getränkelieferant versorgen Döllnitz heute

Auch Bäcker aus Tännesberg und Leuchtenberg, sogar aus dem Nachbarlandkreis Schwandorf kamen nach Döllnitz gefahren. „Viele beliefern uns noch heute mit den Lebensmitteln – so gibt es zur Zeit auch keinen Engpass“, erzählt Sieglinde Schärtl. Getränkelieferanten kommen aus Tännesberg, Fuchsberg und Weiden vor die Haustüre: „Somit brauchen wir auch jetzt nicht Durst leiden.“

Seit über 30 Jahren kommt der Verkaufswagen eines Metzgers aus Schönsee nach Döllnitz bietet Fleisch, Wurst, Käse und Knödelteig an. Nur wenn der Liefertag (jeden Donnerstag) auf einen Feiertag fällt, gibt’s keine Fleisch- und Wurstwaren. Sicherheitsabstände machen keine Probleme – zwischen Kunde und Verkäufer ist außerdem Glas. So bekommen alle Döllnitzer ihren Schweinebraten und mehr. Die Döllnitzer sind in der Corona-Krise also bestens versorgt.

Geht der Honig aus? Ein Anruf im Nachbarort genügt und die Ware wird vor die Haustüre geliefert – im Gegenzug stellen die Döllnitzer leere Gläser und die Kosten vor die Türe. Selbst online bestellen klappt meistens hervorragend, Pakete werden ganz ohne notwendige Unterschrift abgegeben.

Selbst Gärtnereien haben Wege gefunden ihre Waren online zur Bestellung anzubieten. „So können wir weiterhin regionale Betriebe unterstützen und das ist uns auch wichtig“, das ist vielen Auftraggebern und Belieferten in Döllnitz wichtig.

Lieferservice Döllnitz Lieferservice Döllnitz

Übersicht Lieferservice

Wer liefert was? Wer bietet Extra-Corona-Service? Eine Übersicht findest du hier.

Bilder: Sieglinde Schärtl 

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