Nachruf Xaver Ram: Ältester Leuchtenberger stirbt mit 93 Jahren

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Wittschau. Der älteste Gemeindebürger der Marktgemeinde Leuchtenberg Xaver Ram – besser bekannt als „Weber Xaver“ – ist mit 93 Jahren verstorben.

Von Sieglinde Schärtl 

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Der „Weber Xaver“ bei einem seiner letzten Auftritte mit 90 Jahren. Musikalisch, wanderbegeistert und lebensbejahend behalten die Leuchtenberger ihn in Erinnerung: Er verstirbt mit 93 Jahren.

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An den Folgen des Corona-Virus verstarb er am Mittwoch, 6. Mai 2020. Sein engster Familienkreis hat ihn auf dem Friedhof in Pfreimd neben seiner Frau beerdigt.

Jüngster Döllnitzer im Krieg

Xaver Ram wurde am 6. Dezember 1927 in Wittschau geboren und wuchs mit neun Geschwistern bei seinen Eltern Maria und Georg Ram auf dem landwirtschaftlichen Anwesen auf. Beim „Hennerloch“ in Wernberg erlernte er das Metzgerhandwerk, auch wenn er es nicht ganz abschließen konnte: Mit nur 17 Jahren musste er in den 2. Weltkrieg ziehen. Er war der jüngste Kriegsteilnehmer aus der damaligen Gemeinde Döllnitz, die Einberufung ging nach Prag, später nach Polen. Nach dreimaliger Verwundung kam er 1945 wieder nach Hause.

1954 führte er Else Hägler aus Glaubendorf zum Traualtar. Aus der Ehe gehen zwei Töchter und ein Sohn hervor, mittlerweile ist die Familie mit Schwiegerkindern, drei Enkeln und zwei Urenkeln gewachsen. Der Jüngste ist vier Monate alt. Xaver verdiente sich neben seiner Landwirtschaft im ortsansässigen Sägewerk Kraus ein Zubrot. Seine Frau, die sich nicht nur ums Haus und die Kindererziehung kümmerte, packte auch in der Landwirtschaft mit an. Ihr Anwesen haben sie an Sohn Konrad übergeben, wo sie bei ihm und seiner Familie ihren Austrag verlebten.

Mit 80 auf den Bergen, mit 90 an der Trommel

Der „Weber Xaver“ war in vielen Vereinen ein gern gesehenes und aktives Mitglied. Alle liebten seine lebensbejahende Art und seine Freundlichkeit. Soweit es seine altersbedingte Gesundheit zugelassen hat, war er immer und überall vertreten: Zum Beispiel bei der Soldaten- und Reservistenkameradschaft (SRK) Döllnitz, beim OWV-Leuchtenberg bei dem er sich als Wege-und Wanderwart engagiert hat. Seine große Leidenschaft waren Wandertouren in den Bergen – selbst mit fast 80 Jahren war ihm fast kein Berg zu hoch.

Ehrenamtlich war Xaver in Wittschau 28 Jahre lang als Wasserwart aktiv, und hatte später noch gerne die Urlaubsvertretung übernommen. Als Mitglied der Feuerwehr Wittschau/Preppach (über 70 Jahre) sorgte er mit seinen Schlachtschüsseln bei den alljährlichen Traditionsfesten zum Vatertag für das Mittagessen.

Außerdem gehörte die Musik zu seinem Leben: 25 Jahre hat er bei den „Naabtaler Musikanten“ mitgespielt. Später erfreute er im „Wittschauer-Duo“ noch gerne bei verschiedenen Gelegenheiten mit seiner Trommel – zum Beispiel selbst noch mit 90 Jahren bei Seniorennachmittagen.

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