Neues Fachmarktzentrum für Grafenwöhr – Einzelhändler wehren sich

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Grafenwöhr. Die ortsansässigen Einzelhändler befürchten einen Umsatzeinbruch durch das geplante neue Fachmarktzentrum in Grafenwöhr. Sie sammeln Unterschriften – in zwei Wochen kommen fast 800 Unterstützer zusammen. 

Von Stefan Neidl 

Fachmarktzentrum Grafenwöhr Unterschriftenaktion Petra Melchner Gerhard Pappenberger Anneliese Rauh

Widerstand gegen neues Fachmarktzentrum: Petra Melchner, Gerhard Pappenberger und Anneliese Rauh (von links) wehren sich mit einer Unterschriftenaktion gegen das Bauvorhaben.

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Seit 2017 laufen die Planungen eines Investors zur Errichtung eines Fachmarktzentrums auf dem alten Deyerling-Gelände an der Neuen Amberger Straße. Nach aktuellem Stand sind dabei auf einer Fläche von über 3.000 Quadratmetern ein Lebensmittelgeschäft, eine Drogerie, ein Textilladen und ein Getränkemarkt vorgesehen. Seit Ende April stehen Details der Pläne auf der Website der Stadt online – die ansässigen Einzelhändler sehen schwarz.

„Fachmarktzentrum gefährdet unsere Existenz“

17 Geschäfte hatten vom 11. bis 22. Mai eine Unterschriftenliste in ihren Läden ausgelegt, um die Unterstützung ihrer Kundschaft einzuholen. In diesem Zeitraum haben 794 Bürger unterschrieben. Der Inhaber des Nahkauf-Marktes Gerhard Pappenberger erklärt: „Das Thema beschäftigt die Menschen. Die meisten unterzeichneten nebenbei beim Einkauf aber viele kamen extra in den Laden, nur um unterschreiben zu können.“

Pappenberger hat diese Liste gemeinsam mit Metzgerin Anneliese Rauh und Petra Melchner vom Spiel- und Schreibwarengeschäft „Gradl“ an Bürgermeister Edgar Knobloch überreicht. Anbei ein Schreiben an ihn und die Stadträte in dem die örtlichen Einzelhändler ihre Befürchtungen erklären: „Der Bau eines solchen Fachmarktzentrums gefährdet schlichtweg unsere Existenz“, heißt es darin. Die Unterstützer sehen einen erheblichen Umsatzverlust, der zu Geschäftsaufgaben führen könnte der meist seit Jahrzehnten familiengeführten Geschäfte im Ortskern. Einher gehe damit ein Vielfaltsverlust in der Innenstadt durch die Abwanderung von Kunden.

Sorge um ältere Einwohner

Für die ortstämmigen Unternehmen stehe Kundenbindung und soziales Engagement ganz oben. Sie unterstützen örtliche Vereine und Mitbürger, die Hilfe brauchen. Prekär könne die Lage für ältere Einwohner werden: Diese können aktuell ihre Besorgungen bequem zu Fuß zentral erledigen. Bei Geschäftsaufgaben müssten sie einen weiteren Weg in Kauf nehmen falls ihnen möglich, wie die Einzelhändler erklären. Ein erstelltes Gutachten unterschätze die Strapazen: Lieferdienste für sozial Schwache, Spenden an Vereine und der Beitrag zum Kulturleben gehören für die ansässigen Geschäfte dazu und könnten durch die Errichtung des Fachmarktzentrums wegbrechen, heißt es weiter.

Das Schreiben schließt mit dem Appel den Bebauungsplan „Fachmarktzentrum Neue Ambergerstraße“ zu verhindern und den Unterschriften von 17 Grafenwöhrer Einzelhändlern.

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