Wirt, Familienvater, Urgestein: Nachruf Anton Kappl

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Wieselrieth. Ein Urgestein, der Wirt von Schnogenhof“, der Kappl-Dane verstarb im Alter von 87 Jahren an einer Infektion mit dem Corona-Virus. Der beliebte Wirt war nicht nur als Vater des Leuchtenberger Bürgermeisters Anton Kappl jun. bekannt. Die Leuchtenberger schätzten ihn auch, weil er sich für jeden Gast Zeit nahm. 

Von Sieglinde Schärtl

Anton Kappl Wirt Trauer Verstorben

Anton Kappl, der „Wirts-Dane“ von Schnogenhof Foto: Sieglinde Schärtl

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Anton Kappl wuchs im Bauernhof mit Wirtshaus seiner Eltern Anton und Anna mit drei Geschwistern auf. 1960 heiratete er Berta Eckl aus Lerau vor Bürgermeister Marx am Standesamt in Leuchtenberg. Am nächsten wurden sie in der Pfarrkirche St. Margaretha wurden sie von Pfarrer Josef Weeger getraut. Beide hätten sie Ende Mai ihre Diamantene Hochzeit feiern können, wenn der Corona-Virus nicht gekommen wäre.

Kinder und Enkel besonders wichtig

Aus der Ehe gingen sechs Kinder hervor, leider verstarb eines im Kindesalter. Seine Kinder waren ihm wichtig. Sie alle kamen immer wieder gerne heim, auch wenn er nur um einen kurzen Ratsch mit dem Papa ging. Auch die zehn Enkel bereiteten ihm besonders viel Freude, vor allem die im selben Haus wohnten, Franziska, Antonina und Viktoria, die ihrem Opa gerne musikalisch unterhielten und mit ihm viel lachen konnten.

Mit der Heirat übernahm er das elterliche Anwesen, die Milch- und Viehwirtschaft einschließlich Schweinen, die bei der Hausschlachtung für den Eigengebrauch verarbeitet wurden. Auch Kartoffeln, Kraut und viel Gemüse bauten die Kappls selbst an. Für Anton Kappl gab es keine Rast und Ruh. Auch Urlaubsreisen waren für die Wieselriether ein Fremdwort – die einzige Reise war einmal die Besichtigung des Zetor-Werkes in Brünn.

Mit der Übernahme des Bauernhofes übernahm er auch das „alte Wirtshaus- Zur grünen Laube“, das damals das Stammlokal von den Arbeitern vom „Korlbauern“ war. 1972 riss er das alte Gebäude ab und baute den „Schnogenhof“, der Name kam vom ersten Hof des Ortes. Zur Kirchweih 1976 wurde das neue Gasthaus dann eingeweiht. Aus wirtschaftlichen Gründen gab er 1991 die Landwirtschaft auf.

Beliebter Wirt im Ort und darüber hinaus

Das Wirtshaus an der damaligen B14, der goldenen Straß,e und heute in unmittelbarer Nähe der A 6 war auch ein beliebtes Rastlokal für viele Durchreisende. Der Schweinebraten am Sonntagmittag oder das Schaschlik am Abend, das Berta zubereitete, waren weit bekannt. Anton Kappl war Wirt mit großer Leidenschaft und „Berufung“ , denn das Wohl der Gäste war ihm immer am wichtigsten. Er feierte und lachte gerne mit seinen Besuchern. Der „Wirts-Dane“ bewirtete auch viele Staatsminister und Bundesminister aber die Stammgäste lagen dem Kappl-Dane besonders am Herzen.

So auch die zahlreichen Vereine. Er war über 40 Jahre Vereinswirt der Feuerwehr Lerau – und auch deren Ehrenmitglied. Außerdem kehrten der  Männergesangverein „Liederkranz“ aus Leuchtenberg, der Jägerstammtisch und der OWV Leuchtenberg regelmäßig bei ihm ein. Auch viele andere Vereine trafen sich zu Feiern, Kursen oder Versammlungen. Auch Hochzeiten und Geburtstage feierte man gerne beim Kappl.

Gemeinsam mit seiner Frau die Wirtshauskultur beizubehalten war ihm wichtig. Auch als er sein Anwesen an seinen Sohn Anton – auf den er wegen seines Bürgermeisterpostens besonders stolz war – weitergab, war er noch gern im Wirtshaus. Zum 40-jährigen Wirtsthausjubiläum 2016 war er der Mittelpunkt.

Abschied im Familienkreis

In den letzten Jahren spielte seine Geusndheit leider nicht mehr so mit. Seine Schwiegertochter Maike versorgte ihn zu Hause. Leider erholte er sich nicht mehr von der Infektion mit dem Virus. Die Familie hätte sich nach seinem erfüllten Leben einen großen Abschied mit seinen Wegbegleitern und Freunden gewünscht. Aufgrund der aktuellen Situation wurde Anton Kappl im engsten Familienkreis beerdigt. Es wird aber – sobald möglich – einen Trauergottesdienst geben.

Den Wieselriethern und Leuchtenbergern wird ihr Wirts-Dane immer in lebhafter und guter Erinnerung bleiben. Mit ihm geht einer der großen Persönlichkeiten des Ortes.

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Ein Kommentar

  1. Leserin schreibt:

    Sehr schön geschriebener Nachruf!

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