Freibad Mitterteich öffnet nicht

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Mitterteich. Das Freibad in Mitterteich bleibt heuer geschlossen! Es scheitert an den Auflagen. 

Von Werner Männer

Freibad Mitterteich Symbol Symbolbild

Heuer bleibt der Badespaß in Mitterteich aus: Das Freibad öffnet heuer nicht.

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Das Freibad bleibt heuer wegen der Corona-Pandemie zu. Das hat eine Mehrheit des Stadtrates bei der jüngsten Sitzung im Feuerwehrhaus beschlossen. Die anwesenden Stadträte der Wählergemeinschaft „Zukunft Mitterteich“ und ein CSU-Stadtrat stimmten dagegen.

Dem Stadtrat war in der Vorbereitung in den Sitzungsunterlagen ein Schutz- und Hygienekonzept vorgelegen. Das Planungsbüro „T.S. kompakt“, das für die Arbeitssicherheit in der Verwaltungsgemeinschaft Mitterteich zuständig ist, hatte ein Schutz- und Hygienekonzept für die Badöffnung erstellt. Um die vielen Auflagen zu erfüllen, sei aber ein immenser Personalaufwand notwendig.

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Nur eine beschränkte Anzahl an Badegästen in Mitterteich dürfe bei Freibaderöffnung 2020 gleichzeitig das Schwimmbecken und den Sprungturm nutzen.

Wenige Gäste, strenge Regeln

Kinder unter 14 Jahren dürften nur in Begleitung eines Erwachsenen ins Freibad, das Bad- und Sicherheitspersonal müsste im Einsatz Mund-Nasen-Bedeckung tragen, außerdem seien im Eingangs-, Dusch- und Umkleidebereich Desinfektionsspender bereitzustellen. Nach Möglichkeit dürfe nur bargeldlos bezahlt werden. Reinigungspersonal müsste die Toiletten regelmäßig desinfizieren – eine Zugangskontrolle müsste erfolgen. Freibadbesucher würden sich in „Einbahnstraßensystem“ bewegen.

Nach dem vorgestellten Konzept wäre auch der Schwimmbereich begrenzt: Pro zehn Quadratmeter Wasserfläche dürfte sich nur eine Person aufhalten. Das bedeutet auf 80 Quadratmeter Wasserfläche, 80 Personen. Das Becken wäre durch Bahnen getrennt, ausreichend Personal müsste dafür sorgen, dass Abstandsregeln eingehalten werden. Ähnliche Regeln gäbe es für den Nichtschwimmerbereich: Nur neun Badegäste dürften sich im Kinderbereich aufhalten. Auf der gesamten Liegewiese – immer vorausgesetzt der Abstand – könnten 450 Personen Platz nehmen.

Um das alles zu gewährleisten müsse laut Vorschlag des Büros mehr Personal im und vor dem Freibad eingesetzt werden, außerdem wäre die Anpassung von Arbeitszeiten sowie Pausen notwendig. Zwei Teams wären nötig, um im Infektionsfall den Betrieb sicherzustellen.

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Strenge Regeln würden auch für das Kinderbecken gelten.

Stadtrat fast einig: „Risiko ist zu groß“

Bürgermeister Stefan Grillmeier erinnerte daran, dass Mitterteich schon einmal der Hotspot in Deutschland gewesen sei. „Ein zweites Mal möchte ich das nicht erleben“, wie er sagte. Die Mehrkosten für die geforderten Maßnahmen würden etwa 200.000 Euro betragen. 14 neue Mitarbeiter wären nötig, um den Betrieb des Freibads für zwei Monate zu sichern. „Der Schutz der Menschen ist mir wichtig, deshalb empfehle ich dieses Jahr auf eine Öffnung des Bades zu verzichten“. CSU-Fraktionssprecher Josef Schwägerl pflichtete ihm bei: „Unter diesen Voraussetzungen ist es kein Badespaß wie in den Vorjahren“. Die Gesundheit der Bevölkerung sei wichtiger.

Fraktionssprecher Heribert Hegen von der Wählergemeinschaft Zukunft nannte Waldsassen als Beispiel. Dort hat das Freibad geöffnet. Eine von der Wählergemeinschaft angestoßene Umfrage, habe geteilte Meinungen ergeben, wie er erklärte. Aus seiner Sicht sei ein Betrieb durchführbar: „Ansonsten ist zu befürchten, dass viele auf Badeweiher ausweichen, wo es keine Aufsicht gibt.“

Auch die beiden Fraktionssprecher Heinz Greim (SPD) und Bernhard Thoma (Freie Wähler) sind gegen eine Öffnung des Bades. Es wäre angesichts der vielen Toten durch das Virus beschämend das Bad zu öffnen, wie zweiter Bürgermeister Johann Brandl meinte: „Es besteht die Gefahr, dass das Virus zurückkommt. Das Risiko ist zu groß“. Zudem würde das Bad ab jetzt gerade mal sechs bis sieben Wochen öffnen.

Wolfgang Karbstein von der Wählergemeinschaft stimmte zwar zu, dass es nicht wirtschaftlich sei das Bad zu öffnen, aber: „Man müsste den Mut haben trotz Mehrarbeit und Risiko, das Bad zu öffnen“. In der von der WG gestarteten Umfrage hätten sich zwar viele gegen eine Öffnung des Bades ausgesprochen, aber das seien im Wesentlichen Personen gewesen, die sowieso nie im Bad waren.

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Ein Bild aus den vergangenen Jahren wie es im Kinderbereich zugeht, auch hier müssen die Abstandsregeln befolgt und vor allem auch überwacht werden. Foto: Gelis Fotostudio

 

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Volleyball spielen wird heuer im Freibad nicht möglich sein

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Bilder: Werner Männer

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