Tempo 30 in Theisseil: Warum das nicht geht und was der Gemeinderat jetzt plant

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Letzau/Theisseil. Tempo 30 in ganz Theisseil? Keine Chance, da rechtswidrig, sagt der Zweite Bürgermeister Karl Völkl im Gemeinderat. Die Anregung war aus der Bevölkerung gekommen. Verkehrssicherheit in der Gemeinde ist ein großes Thema in der Juni-Sitzung.

Von Gabi Eichl

Männchen Letzau tempo 30

Die grünen Männchen hat Bürgermeisterin Marianne Rauh beschafft; der Gemeinderat findet sie effektvoller als die neuen Plakate von Landkreis und Verkehrswacht zur Verkehrssicherheit. Foto: Gabi Eichl

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Die Klagen nehmen zu, dass zu schnell gefahren wird. Teilweise haben Anlieger die Sache schon selbst in die Hand genommen. In der Letzauer Hochstraße weisen zum Beispiel große Playmobil-Figuren in einem Anwesen darauf hin, dass hier Kinder auf die Straße laufen können.

Smiley soll gegen Raser helfen

Völkl berichtet dem Gemeinderat von verstärkten Anfragen nach einem mobilen Geschwindigkeitsmessgerät, neudeutsch: Smiley. Der Gemeinde liegt den Worten Völkls zufolge ein Angebot der Stadt Vohenstrauß vor, sich einer Sammelbestellung solcher Geräte anzuschließen. Der Vorteil über den Mengenrabatt hinaus: Der Vohenstraußer Verein „Bürger und Polizei“ bezuschusst jedes Gerät mit 300 Euro, so dass ein „Smiley“ nicht ganz 2.100 Euro kostet. Im Gegensatz zu den älteren Akku-Modellen wird das Gerät via Solarpanel mit Energie versorgt.

Die Fraktionen sind übereinstimmend dafür, das Gerät anzuschaffen. Der FWG-Sprecher Oswald Lingl sagt: „Wenn man selber fährt, man wünscht sich doch, dass das Grün anzeigt.“ Man habe ein solches Gerät zwar 2016 schon einmal abgelehnt, habe inzwischen aber die Meinung geändert. Der SPD-Sprecher Josef Herrlein verweist auf den „Kinderboom“ in Letzau.

Gemeinderat nicht überzeugt von NEW-Plakaten

Weniger überzeugt ist der Gemeinderat von den neuen Plakaten von Landkreis und Verkehrswacht, von denen jede Gemeinde drei Stück kostenlos bekommen hat, weitere Plakate kosten 15 Euro pro Stück. „Mir sind sie zu klein“, sagt Völkl. Er bezweifle, dass diese Plakate den gewünschten Effekt hätten. Die Mehrzahl der Gemeinderäte findet die Plakate auch „nicht sonderlich gelungen“.

Wesentlich besser gefallen den Gemeinderäten die grünen Männchen („Street Buddies“), die laut Völkl die erkrankte Bürgermeisterin Marianne Rauh beschafft und die er nun in der Hochstraße und in der Geistlicher-Rat-Hösl-Straße habe aufstellen lassen. Lieber noch ein paar mehr „Mandln“, so der übereinstimmende Tenor, „die helfen mehr“.

Tempo 30 in ganz Theisseil

Tempo 30 in ganz Theisseil, wie von Dorfbewohnern gewünscht, sei nicht möglich, sagt Völkl. Das sei rechtswidrig, das werde die Verwaltungsgemeinschaft nicht mittragen. Die Verkehrsschau habe überdies gezeigt, dass sich „die 30 km/h von selbst ergeben“, da gar nicht schneller gefahren werden könne. Eine Ausnahme sei die alte Flosser Straße, die aber für den Durchgangsverkehr gesperrt sei. Hier sei schon schnell durchgefahren worden, auch wenn das verboten sei.

Völkl plädiert dafür, den „Smiley“ abzuwarten, ein Vierteljahr an verschiedenen Standorten laufen zu lassen, dann habe man valide Daten, auf deren Grundlage man weitersehen könne.

Mitmachen beim Gigabit-Verfahren

Keine Frage ist die Teilnahme der Gemeinde am Gigabit-Verfahren; die Fraktionen sind sich einig: „Mitmachen!“ CSU-Sprecher Johannes Kett sagt: „Digitalisierung ist die Zukunft, gerade im ländlichen Raum. Die Datenmengen werden immer größer.“ Völkl erinnert daran, dass bereits Vorbereitungen für Glasfaserkabel getroffen seien; in der sanierten Hochstraße und im Baugebiet „Kirchberg“ seien schon die notwendigen Leerrohre verlegt.

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