Corona-Ausbruch im Landkreis Tirschenreuth: Verkettung mehrerer Faktoren

Ergebnisse der Untersuchung des RKI im Landkreis Tirschenreuth veröffentlicht

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Tirschenreuth. Das Robert-Koch-Institut hat im Landkreis Tirschenreuth eine Untersuchung zum Verlauf der CoVid19-Epidemie durchgeführt. Jetzt liegen die Ergebnisse vor. Der Bericht umfasst 29 Seiten und steht auf der Homepage des Landratsamtes für alle zur Verfügung. 

Die Wissenschafter und Wissenschaftlerinnen des Robert Koch Instituts untersuchten die Fallzahlen im Landkreis Tirschenreuth und wollten zurückverfolgen, wie es zu dem hohen Ausmaß an Ansteckungen und der hohen Fallsterblichkeit von 11,5 Prozent kommen konnte.

Nicht ein Fest allein verantwortlich

Dafür wurden die Daten erneut aufgearbeitet. Außerdem sollte geklärt werden, wo sich die Erkrankten angesteckt haben. Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass nicht ein Fest allein für die Masse an Covid-19 Fällen verantwortlich war, sondern eine Verkettung mehrerer Faktoren (Urlaubsrückkehrer, verschiedene Veranstaltungen). Auch könnten unerkannte Fällen zu Beginn der Coronakrise die Verbreitung beschleunigt haben.

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Die hohe Fallsterblichkeit sei darauf zurückzuführen, dass verhältnismäßig viele ältere Menschen oder Personen mit Vorerkrankungen betroffen waren. Außerdem wird eine hohe Dunkelziffer im Landkreis vermutet, wonach sich der Anteil der Todesfälle im Verhältnis zu den Infizierten deutlich verringern könnte. „Es war deshalb wichtig, sich zeitgleich um die Antikörper-Studie der Uni-Kliniken Regensburg und Erlangen zu bemühen um hier ebenfalls Licht ins Dunkel zu bringen“, so Landrat Roland Grillmeier.

Effektive Maßnahmen – ohne Erfahrungswerte

„Ich hoffe, der Bericht leistet einen Beitrag dazu, wie sich zukünftig solche Pandemien bewältigen lassen. Der Landkreis Tirschenreuth musste zu Beginn ohne Erfahrungswerte aus dem Stand heraus die Krise meistern und hat dies laut Bericht auch gut gemacht“, so Grillmeier. Auch für Landrat a. D. Wolfgang Lippert „zeigen die Ergebnisse der Untersuchung eindeutig, dass wir im Rahmen unserer Möglichkeiten sehr früh, richtige und effektive Entscheidungen getroffen haben. Die Ausbreitung des Virus konnte dabei wirksam eingedämmt werden. “

7-Tage-Inzidenz bei 0,00

Landrat Grillmeier bedankt sich beim RKI für die Erstellung des Berichts und dem Gesundheitsamt Tirschenreuth, das einen enorme Zuarbeit für die Erstellung des Berichts geleistet hat. Ebenso gilt der Dank allen, die in dieser schweren Zeit mitgeholfen haben, die Krise zu meistern, zum Beispiel Kliniken, Ärzte, Heime, ILS, Hilfsorganisationen und Hilfsdienste, BRK, THW, Rettungsdienst, Polizei, Bundespolizei, Seelsorge, Bundeswehr, medizinisches und pflegerisches Personal.

„Vielen Dank auch allen Bürgerinnen und Bürger für den verantwortungsvollen Umgang mit den Hygiene- und Schutzvorschriften, welche dazu beigetragen hat, dass wir seit Wochen eine stabile Lage in unserem Landkreis haben, die 7-Tage-Inzidenz liegt aktuell bei 0,00.“

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2 Kommentare

  1. Oliver Zrenner schreibt:

    Zitat Bericht Robert Koch S. 19:

    … Der hohe Anteil an positiven SARS-CoV-2 Befunden trotz der überproportional hohen Anzahl an Testungen im Landkreis Tirschenreuth deutet auf ein großes Ausbruchsgeschehen hin. … [RKI S. 19 Abs. 6]

  2. Jackson5 schreibt:

    Es wurden sehr, sehr viele trotz Indikationen (Symptome, Ehepartner pos.u.a. )
    n i c h t getestet ! D.h., Faktor 2 (Minimum) an Positiven ! Andererseits ist dann das Verhältnis
    Erkrankter zu Toten wieder niedriger ! Was mich stört, ist, dass nur der schwere oder mortale Verlauf z.K. genommen wird, die Spätfolgen, auch vieler Jüngerer, sind (noch) kein Thema !

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