Ein Gewinn für die ganze Region

Landesamt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung baut in Waldsassen

Anzeige

Waldsassen. Für Behördenchef Wolfgang Bauer ist es ein Meilenstein und die richtige Wahl, Landtagsabgeordneter Tobias Reiß bezeichnet es als Erfolgsgeschichte, laut Bürgermeister Bernd Sommer habe man alles richtig gemacht und stellvertretender Landrat Alfred Scheidler sieht darin eine Bestätigung des Paragrafen 3 der Landesverfassung, nach der die Staatsregierung dafür zu sorgen habe, in Stadt und Land gleichwertige Lebensbedingungen herzustellen. Am Freitag (heute, gestern….) stellten Behördenvertreter und Politiker die Pläne für die Ansiedlung des Landesamts für Digitalisierung, Breitband und Vermessung in der Klosterstadt vor.

Von Udo Fürst

Landesamt Neubau Waldsassen

Strahlende Gesichter hinter Masken (von links): Stellvertretender Landrat Alfred Scheidler, Bürgermeister Bernd Sommer, MdL Tobias Reiß, Landesamtschef Wolfgang Bauer und Abteilungsleiter Oliver Schrempel vor den Plänen des Landesamtsneubaus. Fotos: Udo Fürst

16,55 Millionen Euro wird das neue Verwaltungsgebäude kosten, das auf dem Gelände des früheren Seniorenheims St. Maria zwischen der Sparkasse und dem Krankenhaus gebaut werden soll. Geplanter Baubeginn: Mitte 2021. Zuvor muss allerdings noch das Altersheim abgerissen werden; die Arbeiten sollen in diesem Herbst beginnen.

Bei der Präsentation der Pläne im Ausweichquartier der Landesamts-Dienststelle im Sparkassengebäude gab es logischerweise nur strahlende Gesichter und viel gegenseitiges Lob. So dankten Landesamtsleiter Wolfgang Bauer, Bernd Sommer und Alfred Scheidler dem Abgeordneten Tobias Reiß für dessen Einsatz und dem hervorragenden Personal, das man hier gefunden habe, und der CSU-Politiker wiederum dankte der Staatsregierung für die Mittelfreigabe und dem Landkreis dafür, dass dieser mit einer Stimme gesprochen habe.

Bessere Voraussetzungen als in München

Schließlich sagte Oliver Schrempel, Leiter der Abteilung 2 (Kartographie und Geotopographie) den Waldsassener Bürgern, die durch ihr großes Interesse beim Tag der Offenen Tür gezeigt habe, dass die Behörde hier willkommen sei.

Etwas überraschend erklärte Wolfgang Bauer, dass man in der nördlichen Oberpfalz die Kompetenz der Mitarbeiter betreffend bessere Voraussetzungen habe als in München. „Durch die Zusammenarbeit mit der OTH Amberg-Weiden können wir aus einem Fundus von circa 40 Studienabsolventen pro Semester schöpfen, während es in der Landeshauptstadt höchstens die Hälfte ist, von der sich auch nur etwa 20 Prozent für uns entscheiden.“

130 Spezialisten für Waldsassen und Windischeschenbach

So habe er keinerlei Bedenken, die benötigten 130 Spezialisten für die beiden Standorte Waldsassen (70) und Windischeschenbach (60) zu finden. Bereits jetzt arbeiten in der Klosterstadt 40 und im Nachbarlandkreis 33 Fachleute der Behörde. Ab September und ein Jahr später kommen weitere 16 Auszubildende dazu. Bisher arbeiten schon 24 Azubis und sechs Anwärter an beiden Standorten. „Die Zimmer in unserem Ausweichquartier sind jetzt schon gut gefüllt“, sagte Bauer.

Wenn das Personal komplett ist, werden elf Informatiker unter den Mitarbeitern sein. Zuletzt wurden auch vier Programmierer und IT-Experten eingestellt. Denn die Weiterentwicklung und Automation bei der Kartenableitung – Stichwort „Smart Mapping“ – und die Datenaktualisierung über Satellit erfordere immer komplexeres Fachwissen.

Aufbau schneller als gedacht

Ein Zeitraum von zehn Jahren war im Zusammenhang mit der Verlagerung des Landesamts von München in die Nordoberpfalz angedacht – aus Rücksicht auf die Mitarbeiter in München, die nicht einfach mit der Behörde umziehen wollten oder können. Doch der Aufbau der neuen Standorte funktioniert schneller als geplant: In München arbeiten von einst 120 Leuten gerade noch 28: Sie wechselten auf andere freie Stellen oder gingen in den Ruhestand.

Dies bedeute laut Bauer zwar besondere Herausforderungen für das Personal in den neuen Standorten, doch man habe schon nach kurzer Zeit erkannt, dass man in Waldsassen und Windischeschenbach hervorragend qualifizierte und hoch motivierte Leute habe.

Landesamt Neubau Waldsassen

So soll der zweigestaffelte Bau einmal aussehen.

„Wir bilden in Waldsassen jedes Jahr einen Azubi-Jahrgang aus“, sagte Oliver Schrempel. Derzeit sind in beiden Standorten in der Oberpfalz 24 Auszubildende und zehn Anwärter tätig, davon 17 am Standort Waldsassen. „Da sind wir heilfroh, dass wir wirklich gute Leute kriegen“, so Schrempel über den beruflichen Nachwuchs, der mit wenigen Ausnahmen aus der Region komme.

Aus- und Weiterbildung in Waldsassen

Der Standort Waldsassen soll im Übrigen auch Aus- und Weiterbildungsstätte für Vermesser und Geologen aus ganz Bayern sowie ein Ort für bundesweite Treffen der Kartografen werden. Darüber freuten sich Bürgermeister Sommer und Alfred Scheidler ganz besonders. „Davon kann die ganze Region profitieren. Denn wer einmal beruflich an einem schönen Ort ist, der kommt später auch mal privat hierher und dann haben alle was davon“, sagte der stellvertretende Landrat. Sommer konnte das bestätigen: „Der Charme der Region wird auch immer mehr jungen Leuten und Familien bewusst.“

Info:

Der Neubau des Verwaltungsgebäudes in Massivbauweise mit knapp 2000 Quadratmetern Nutzfläche, dessen Pläne laut Wolfgang Bauer noch nicht endgültig sind („Wir haben da noch was Überraschendes in petto“) soll in zwei gestaffelten Baukörpern als Passivhaus mit begrünten Flachdächern realisiert werden. Wichtig dabei seien auch ausreichend Parkmöglichkeiten, die man mit einer Tiefgarage und Stellflächen schaffe. 2024 soll das Landesamt dann einziehen.

Anzeige

Deine Meinung dazu!