Wie geht’s nach dem Brand in Grünau für Anna Müller weiter?

Anna Müller zum Gerichtsurteil, ihrer Zukunft und der Hilfbereitschaft ihrer Mitmenschen

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Grünau/Luhe-Wildenau. Die Nacht vom 30. auf 31. Oktober 2019 hat Anna Müller aus Grünau nicht vergessen, sie wird auch nicht so schnell. Derzeit hat sie ihren Wohnsitz in Trausnitz, bei einem Cousin ihres verstorbenen Mannes. Wie es mit dem zerstörten Wohnhaus weitergeht hängt nun von der Brandversicherung ab. Wie es weitergeht, darüber hat Anna Müller noch keine Entscheidung getroffen.

Von Hans Meißner

Anna Müller Brand Luhe-Wildenau

Anna Müller vor den Ruinen ihres Hofes. Das Feuer hat den Stall fast komplett zerstört – das Löschwasser gab dem Gebäude den Rest. Foto: Hans Meißner

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Beim Gerichtsverfahren gegen die Brandstifter war Anna Müller als Zeugin geladen. Persönlich hat sie auf eine Klage als Nebenklägerin verzichtet. „Die beiden jungen Menschen haben sich ihre Leben eh verbaut“, sagt die Geschädigte. Die Kosten werden sie voraussichtlich nicht zurückzahlen können, die Strafe empfand die Grünauerin trotzdem als zu gering – für solche Taten.

Nachbarn retten sie aus der Wohnung

Jugendliche Brandstifter waren im Oktober/November 2019 in vielen Nächten unterwegs und zündeten aus Langeweile verschiedene Objekte an. Ihre Auswahl viel auch auf das Gehöft von Anna Müller in Grünau. Am Ortsrand gelegen lud es die Brandstifter offensichtlich direkt ein zu zündeln. Die beiden Jugendlichen wussten anscheinend aber nicht, dass im angrenzenden Wohnhaus Anna Müller seelenruhig in ihrem Bett lag.

Anna Müller ist stark gehbehindert und hätte es nicht lebend aus dem Haus geschafft, wäre das Gebäude an anderer Stelle entfacht worden. Anfangs wusste die ehemalige Bäuerin auch nicht, was es mit dem Lärm auf sich hat. „Das ist bestimmt die Dorfjugend die schon mal für Silvester mit Raketen übt“, dachte sie. Dem war aber nicht so.

Die Feuerwerksgeräusche kamen vom zerbersten des Eternitdaches des Stallgebäudes. Nachbarn holten Anna Müller schließlich aus dem Wohnhaus und brachten sie in Sicherheit. Durch den massiven Wassereinsatz der 13 im Einsatz befindlichen Feuerwehren aus drei Landkreisen, wurde das Wohnhaus sehr in Mitleidenschaft gezogen. Jetzt ist es unbewohnbar und auch nicht wirtschaftlich zu sanieren.

Schwere Krankheit macht ihr zu schaffen

Nach dem Brand kam Anna Müller zunächst bei ihrer Schwester in Wernberg unter, kurze zeit später zog sie nach Trausnitz zum Cousin ihres verstorbenen Mannes. Dort führt sie den Haushalt und kümmert sich um den kranken Mann. Ihr großer Wunsch ist es aber wieder nach Grünau zurück zu kehren.

Da bekannterweise ein Unglück selten allein kommt, stellten Ärzte bei Anna Müller im Januar eine heimtückische Krankheit fest. Seit dieser Zeit hat sie mehrere Operationen hinter sich und es sind auch weiterhin viele Arzttermine von Nöten. Bewundernswert ist der Humor der 64-Jährigen. Sie ist unerschüttlich und sieht positiv in die Zukunft.

Schwere Entscheidung über die Zukunft

Anna Müller Brand Luhe-Wildenau

Auch das Wohnhaus ist nicht mehr bewohnbar. Anna Müller muss sich entscheiden – abreißen oder sanieren. Das hängt aber auch von der Versicherung ab. Foto: Hans Meißner

Noch immer ist nicht klar, was durch die Brandversicherung an Kosten übernommen wird. Von dieser Entscheidung hängt auch das Schicksal der Grünauerin ab. Es gibt von Seiten von Verwandten und Bekannten, auch Freunden, gute Ratschläge. Von betreutem Wohnen, Haussanierung bis hin zum Abriss und die Errichtung eines Tiny-Houses, die Ratschläge sind vielfältig, die Entscheidung für Anna Müller äußerst schwierig.

Überwältigt ist die ehemalige Landwirtin immer noch von der großen Hilfsbereitschaft und Anteilnahme aus der Bevölkerung. Am 20. Juli überreichte Bürgermeister Sebastian Hartl zwei Spenden (KF Insinger und Volks- und Raiffeisenbank Weiden) an die Brandleiderin. Marktrat Hans Meißner aus Neudorf holte Anna Müller hierzu von Trausnitz ab und brachte sie auch wieder nach Hause.

Anna Müller freut sich auch über jeden Kontakt aus der Heimat, ob ein Telefonanruf oder auch ein persönlicher Besuch in Trausnitz. Eng eingebunden in das Verfahren sind ihr Versicherungsvertreter Andreas Schneidemesser und der ehemalige Geschäftsführer des Bauernverbandes Hans Winter, mit beiden hat sie engen Kontakt.

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