BHS Tabletop baut 250 Stellen ab

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Selb/Nordoberpfalz. Die BHS Tabletop AG plant unternehmensverändernde Schritte: Unter anderem werden bis Ende nächsten Jahres 250 Stellen abgebaut. 

BHS Tabletop Werk Schönwald

BHS tabletop AG plant grundlegende Unternehmensveränderung: 250 Arbeitsplätze sollen abgebaut werden. Im Bild: Mitarbeiterinnen im Werk in Schönwald. Foto: Stefan Puchner/BHS Tabletop AG

Die BHS tabletop AG steht vor einem grundlegenden strukturellen und personellen Unternehmensumbau: Dieser soll das Unternehmen stabiler, im internationalen Wettbewerb stärker und in Summe zukunftssicher machen sowie dazu beitragen, viele Arbeitsplätze in Nordbayern dauerhaft zu sichern, wie das Unternehmen mitteilt.

Die Maßnahmen beinhalten, dass die BHS tabletop AG nach den bereits eingeleiteten Sofortmaßnahmen rund 250 Arbeitsplätze „möglichst sozialverträglich abbauen“ wird, wie es in der Mitteilung heißt. Der geplante Unternehmensumbau werde bis Ende 2021 alle Standorte in Nordbayern sowie alle Unternehmensbereiche umfassen: von der Produktion über die Logistik bis hin zu Vertrieb, Marketing und Verwaltung. Darüber hinausgehende Stellenstreichungen seien nicht geplant.

Gesamtmitarbeiterzahl der BHS Tabletop AG: 1.155
Aktuell bei Bauscher Weiden Beschäftigte: circa 400
Aktuell in Schönwald Beschäftigte: circa 350

In Selb befinden sich das Dekorations- und Logistikzentrum (DLZ; circa 250 Mitarbeiter) und Teile der Verwaltung (Ludwigsmühle).

Schritte zu mehr Widerstandsfähigkeit

„Die BHS wird auch morgen noch ein fester Bestandteil der nordbayerischen Wirtschaftsstruktur sein. Dafür muss sie allerdings widerstandsfähiger und strukturell effizienter werden. Und sie muss parallel die Kapitalkraft haben, um weiterhin in eine flexiblere und energieeffiziente Produktion, in die sich rasant weiterentwickelnde Digitalisierung und in eine wesentlich verbesserte Endkundennähe investieren zu können“, erklärt Vorstandsvorsitzender Gerhard Schwalber.

Die BHS tabletop AG steht laut Schwalber aktuell vor nie dagewesenen Herausforderungen. Der Porzellanmarkt konsolidiere sich weiter, Wettbewerber aus Großbritannien, dem Mittleren Osten und aus Fernost seien noch agiler geworden und nicht mehr nur „billig“. Hinzu käme der Druck durch die gestiegenen und sich weiter erhöhenden Energiesteuern. Covid-19 und die globalen und langfristigen Folgen für die wichtigsten Kundengruppen der BHS – Hotels und Restaurants, Kantinen, Kreuzfahrtschiffe und Fluggesellschaften – hätten die Situation noch zugespitzt, so Schwalber. Ziel sei es, die Betriebskosten spürbar zu senken, um mittelfristig noch wettbewerbsfähiger zu sein.

Zusatzfinanzierung gesichert

Derweil konnte sich die börsennotierte BHS laut eigener Angaben in der aktuellen Corona- und Wirtschaftskrise über eine Zusatzfinanzierung Luft verschaffen. Die Hausbanken, die LfA Förderbank Bayern und der Gesellschafter, die Serafin Unternehmensgruppe hätten sich gemeinsam darauf verständigt, dem Unternehmen finanzielle Mittel im mittleren zweistelligen Millionenbereich zu Verfügung zu stellen.

Die Kredite der Hausbanken sowie die dafür ausgereichten Garantien der LfA seien marktüblich verzinst und müssten von der BHS tabletop AG in den kommenden Jahren vollständig zurückgezahlt werden. Die Unterstützung der Serafin teilt sich laut BHS Tabletop in einen zweistelligen Millionenbetrag auf, der sowohl die Liquidität als auch das Eigenkapital stärkt und im Unternehmen verbleibt, das heißt nicht zurückgezahlt werden muss. Zudem wurden zur Sicherung der Banken-Finanzierung weitere Garantien in zweistelliger Millionenhöhe erbracht.

„Diese Zusatzfinanzierung war zwingend notwendig, um überhaupt Spielraum für Veränderungen und notwendige Investitionen zu haben“, teilt das Unternehmen mit. Die geplanten personellen und strukturellen Einschnitte seien umgekehrt die Voraussetzung, um die Kredite der Banken zurückzahlen und Krisenjahre mit erwartbar niedrigen Umsätzen bewältigen zu können.

Gerhard Schwalber: „Wir sind überzeugt, dass dieser Einschnitt unumgänglich und richtig ist. Am Ende wird der heute angestoßene Veränderungsprozess die BHS tabletop AG im Markt deutlich stärken. Sie wird gerade in Rezessions- und Krisenjahren robuster aufgestellt sein.“

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