Verheerende Brandstiftung: Anna Müllers Zukunft noch immer ungewiss

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Grünau/Luhe-Wildenau. In nur wenigen Minuten haben Brandstifter vor knapp einem Jahr den Hof von Anna Müller angezündet und in Brand versetzt – zwei Wochen hat eine Spezialfirma heuer gebraucht, bis die Überreste entfernt und aufwendig entsorgt waren. Müllers Zukunft ist immer noch ungewiss. 

Von Hans Meißner

Brandstiftung Feuer Grünau Anna Müller

Anna Müller (rechts) und ihre Schwester räumen immer noch Trümmer des Hofes auf. Anna Müller träumt von einem neuen Haus – aber so einfach ist das nicht. Bild: Hans Meißner.

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Die Nacht vom 29. auf 30 November 2019 wird Anna Müller ihr Leben lang nicht vergessen. In dieser Nacht wurde ihr landwirtschaftliches Anwesen in Grünau, das am Ortseingang aus Richtung Wernberg liegt, heimtückisch angezündet. Die Täter sitzen bereits ihre Strafe ab. Anna Müller hat ihnen vergeben, auch wenn sie ihre Strafen als zu niedrig empfindet.

Schließlich hat sie alles, ihren Wohnsitz und ihr Eigentum, für das ihr Ehemann und Schwiegermutter Jahrzehnte lang hart gearbeitet haben, verloren. Seit dem Feuer ist Müller bei einem Verwandten in Trausnitz untergekommen, das Wohnhaus ist seit dem Brand nicht mehr bewohnbar. Ihr alter Traktor – das einzige Transportmittel, das sie hatte – ein Opfer der Flammen.

Spezialfirma rückt an

Die stark gehbehinderte Frau ist stets auf andere angewiesen. Da ein Unglück selten alleine kommt, wurde bei der Brandleiderin außerdem eine schwere Krankheit festgestellt. Und doch ist sie trotz dieser Schicksalsschläge voller Tatendrang und Lebensfreude, die ihr auch die Brandstifter nicht nehmen konnten.

Brandstiftung Feuer Grünau Anna Müller 2

Eine Spezialfirma hat Überreste des Brandes entsorgt.

Lange, sehr lange hat es gedauert bis geklärt war, ob die Brandversicherung Kosten übernimmt. Andreas Schneidemesser aus Luhe und Hans Winter aus Leuchtenberg unterstützen Müller in dieser Angelegenheit. Vor zwei Wochen ist eine Spezialfirma angerückt und hat die Überreste des Stalles und eines Nebengebäudes weggeräumt. Da die Dacheindeckung aus Eternit bestand, musste alles aufwendig und unter strengen Auflagen entsorgt werden. Das Mauerwerk, das stehen geblieben ist, wurde selbst mit kleinen Pinseln gereinigt.

Anna Müller träumt von Neubau

Die Brandversicherung übernimmt weder den Abriss des Wohnhauses noch des alten Stalles, der ans Wohnhaus angebaut ist, wie Anna Müller erklärt. Problem dabei: Das Wohnhaus ist nicht mehr bewohnbar. Wie soll es jetzt weitergehen mit den restlichen Gebäuden und was wird aus Anna Müller? Wenn es nach ihr geht, will sie nach Grünau zurückkehren.

„Am liebsten würde ich mir ein neues kleines Haus anstelle des bisherigen errichten“, erzählt Müller. Aber alleine der Abriss der bestehenden Gebäudes würde bestimmt die Hälfte eines neuen kleinen Hauses kosten, schätzt Müller. Deshalb müsse alles wohl überdacht sein. Bis es zu einer Entscheidung kommt, bleibt Anna Müller in Trausnitz und versucht ihre Krankheit unter Kontrolle zu bringen. „Dann sehen wir weiter“, sagt Müller.

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