Woher kommt unser Trinkwasser? Verdi-Senioren auf Erkundungstour

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Kirchendemenreuth/Oed. Die Privatisierungswelle hat in der Vergangenheit auch vor der Daseinsvorsorge nicht Halt gemacht. So wurde bundesweit auch schon mal die Wasserversorgung in private Hände gelegt. Nicht so in der Region. Seit mehr als 50 Jahren sorgt der Zweckverband Steinwaldgruppe – Landkreise Neustadt/WN und Tirschenreuth – für zuverlässige und qualitativ hochwertige Trinkwasserversorgung.

Der Besuch fand vor der Einführung der Corona-Ampel und den Beschränkungen im Landkreis Neustadt statt. 

Von Heinrich Josef HuschkaVerdi Senioren Steinwaldgruppe Wasserversorgung

Beim Besuch der Ver.di Senioren im Wasserwerk Oed gab Betriebsleiter Dipl.Ing. (FH) Matthias Götz einen Überblick zum Versorgungsgebiet, den Förderstandorten, der Wasseraufbereitung, den Pumpwerken und Hochbehältern. Dabei sichern die Gemeinden über eigene Förderung und die Steinwaldgruppe die Versorgung auch weit in die Zukunft. Zwischenzeitlich über 200 Kilometer Wasserleitungen bringen Trinkwasser zu den Haushalten und Betrieben.

Probleme bei oberflächennahen QuellenVerdi Senioren Steinwaldgruppe Wasserversorgung

In der Diskussion wurden besonders der Klimawandel und Umweltfragen angesprochen. Der Betriebsleiter sieht dabei künftig Probleme bei den oberflächennahen Quellen. Das geförderte Wasser ist sehr alt und natürlich. Das bedeutet, dass das Einsickern sehr lange gedauert hat. Dies führt zu einer sehr guten Qualität und vereinfacht die Aufbereitung.

Zur Qualitätssicherung tragen auch besonders die 500 Hektar Schutzgebiete bei. Wasser steht genügend zur Verfügung, allerdings führen die Veränderungen der Wetterlagen mit Starkregen und Dürrezonen dazu, dass sich die Verfügbarkeit verändern kann. Zu den Bedenken zur Wasserverunreinigung durch die Landwirtschaft sieht er im Fördergebiet der Steinwaldgruppe keine Veranlassung. Die Proben zeigen eine sehr niedrige Belastung.Verdi Senioren Steinwaldgruppe Wasserversorgung

Versiegelung gering halten

Mit drei Filterstufen ist gewährleistet, dass ein absolut unbedenkliches Produkt beim Verbraucher ankommt. Dabei kann der Versorger aber den letzten Meter vor dem Hahn nicht beeinflussen. Götz empfiehlt für die Zukunft Flächengießen sollte vermieden werden, Brauchwasser bei Regen gespeichert und die Versiegelung von Flächen gering gehalten werden.

Für die Gewerkschafter war wichtig zu betonen, dass die Daseinsvorsorge nicht privatisiert werden darf. Mit der Betriebsform Zweckverband handelt es sich um eine Körperschaft öffentlichen Rechts. Damit ist auch die Tarifbindung verbunden. Um auch hier weiterhin die notwendigen Fachkräfte zu bekommen muss die richtige Tarifzuordnung gefunden werden, betonte Manfred Haberzeth, Vorsitzender der Ver.di Senioren.Verdi Senioren Steinwaldgruppe Wasserversorgung

Beim Leinerbauern schloss sich dann eine Arbeitssitzung mit Bilanz zur Seniorenbetreuung unter Coronabedingungen an. Gleichzeitig wurden die Rahmenbedingungen für das Jahr 2021 festgelegt.

Fotos: Heinrich Josef Huschka

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