Photovoltaik-Investoren überrollen Leuchtenberg, vorerst ist aber Geduld gefragt

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Leuchtenberg. Die Marktgemeinde wird überrollt mit Anfragen von Investoren, die in ihrem Gäu Freiflächen-Photovoltaikanlagen bauen wollen. Der Gemeinderat genehmigt derzeit jedoch nichts. Er wartet ein Entwicklungskonzept ab, das in Arbeit ist. 

Von Gabi Eichl

Kläranlage Michldorf-Leuchtenberg, PV-Anlage

Die Photovoltaik-Anlage auf dem Gebäude der Kläranlage Michldorf arbeitet alles andere als zufriedenstellend. Der Hersteller hat offenbar eine nicht korrekte Prognose abgegeben.

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In Geduld üben müssen sich vorerst die Firmen Greenovative und Maxsolar, die bereits konkrete Anträge für Flächen der Gemarkungen Döllnitz und Preppach gestellt haben. Dasselbe gilt für fünf weitere Interessenten, die den Worten Bürgermeister Anton Kappls zufolge mündlich angefragt haben. Bevor das Entwicklungskonzept für Freiflächen-Anlagen im Gemeindegebiet nicht vorliegt, will sich der Gemeinderat nicht festlegen.

Rechnungsprüfer alle drei nicht mehr im Gemeinderat

Rechnungsprüfungsberichte werden üblicherweise von den Rechnungsprüfern vorgetragen. Was aber, wenn keiner der Rechnungsprüfer mehr im Gemeinderat sitzt? Dann übernimmt die Kämmerin. Zur Debatte stehen die örtlichen Prüfungen der Jahresrechnungen 2016 bis 2018. Sabrina Schaffner, Kämmerin der Verwaltungsgemeinschaft, erläutert die Anregungen der Gemeinderäte des damaligen Rechnungsprüfungsausschusses, die alle nicht mehr im Gremium sitzen.

PV-Anlage in Michldorf erreicht kaum je die Prognose

Die Rechnungsprüfer weisen unter anderem auf die nicht zufriedenstellende Leistung der Photovoltaikanlage auf dem Kläranlagen-Gebäude in Michldorf hin. Ganz im Gegensatz zu der Anlage auf dem Döllnitzer Schützenhaus, die jedes Jahr sehr gute Werte erreiche. Laut Kappl hat die Michldorfer Anlage tatsächlich erst ein einziges Mal die vom Hersteller prognostizierten Werte erreicht, nämlich in dem extrem heißen Sommer 2019. Ein Armutszeugnis, das allein schon zeige, dass die Anlage alles andere als optimal laufe. Das zeige aber auch, dass der Hersteller damals ganz offensichtlich keine korrekte Prognose abgegeben habe. Das sei aber nicht mehr zu ändern. Die Anlage sei installiert und laufe, damit müsse man leben.

Es wird immer mehr und mehr.“

Ein weiterer zentraler Punkt der Rechnungsprüfer sind die steigenden Stundenzahlen der Bauhof-Mitarbeiter. Dazu sagt Kappl, die vier Vollzeit-Beschäftigten seien aktuell kaum in der Lage, alle ihre Aufgaben zu erfüllen. „Es wird immer mehr und mehr“, sagt der Bürgermeister. Dementsprechend steige die Zahl der Anrufe erboster Bürger bei ihm, die mitunter nicht mehr nachvollziehbare Kritik und Forderungen äußerten. Sei abgefallenes Laub nicht am nächsten Tag entfernt, hagele es bereits Anrufe. Mancher Bürger scheine sich nicht vorstellen zu können, dass auch Bauhof-Mitarbeiter Urlaub hätten oder krank würden, sagt Kappl. In naher Zukunft werde man sich über dieses Thema Gedanken machen müssen.

Geteilte Meinungen über Aufstockung des Bauhof-Personals

Florian Ermer (CSU) weiß eigenem Bekunden nach von den Nöten des Bauhof-Personals, das ebenso überlastet wie unzufrieden sei. Er schlägt vor, über eine Erhöhung der Mitarbeiterzahl nachzudenken. Dazu meint Gerlinde Janker (SPD), die Gemeinde sei lange Zeit mit zwei Mitarbeitern zurecht gekommen. Nun seien es vier, und die schafften ihre Arbeit nicht – sie könne das nicht verstehen.

Gemeinde will sich um geförderten Defibrillator bemühen

Im Freistaat ist laut Kappl ein Förderprogramm zur Beschaffung von Defibrillatoren angekündigt. Die Gemeinde werde versuchen, eines der Geräte mit 90 Prozent Förderung zu bekommen.

Anbau des Kindergartens kommt gut in die Gänge

Der Anbau des Kindergartens läuft an. Wie der Bürgermeister informiert, hat eine erste große Besprechungsrunde stattgefunden, man sei auf einem guten Weg, müsse nun aber den Entwurf und die Kostenschätzung des Architekten abwarten.

Online-Befragung: Was denken die Bürger?

Kappl will wissen, was die Bürger über die Gemeinde und die Arbeit des Gemeinderates denken. Dazu bietet das Projekt Integrierte Ländliche Entwicklung (ILE) interessierten Gemeinden über das Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) ein Online-Instrument an namens „LE.NA“. Von den Nachbargemeinden hat unter anderem Eslarn die für die jeweilige Gemeinde kostenlose Befragung bereits genutzt.

Start der Umfrage in Leuchtenberg, die ausschließlich online stattfindet, soll Anfang des kommenden Jahres sein.

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