Sanierungsbedürftige Kanäle lassen die Abwassergebühr in die Höhe schnellen

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Störnstein. Der Preis für den Kubikmeter Abwasser steigt deutlich. Statt 2,26 Euro sind künftig 3,39 Euro fällig, 1,13 Euro mehr, das ist eine satte Erhöhung um 50 Prozent. Schuld daran ist das in Teilen marode Kanalsystem, das dringend sanierungsbedürftig ist.

Von Gabi Eichl

Der Lindenweg ist eine derjenigen Straßen, in denen die ersten Kanalsanierungsmaßnahmen anlaufen werden.

Nicht jeder Gemeinderat ist gleichermaßen überzeugt, dass die Gebührenerhöhung in diesem Ausmaß zwingend notwendig ist. Drei Räte stimmen dagegen.

In den Jahren 2013/14 hat die Gemeinde eine Inspektion ihres Kanalsystems in Auftrag gegeben; das Ergebnis lag laut Bürgermeister Markus Ludwig erst Ende des vergangenen Jahres vor und war wenig überraschend: Die Kanäle sind vielfach sehr alt, der Zustand teilweise bedenklich.
In die Neukalkulation der Abwassergebühren sind den Worten Ludwigs zufolge 360.000 Euro für Sanierungsmaßnahmen in den kommenden drei Jahren eingerechnet, 120.000 Euro pro Jahr. Daraus resultiere die deutliche Erhöhung.

Sanierung eilt, damit Straßen nicht aufgerissen werden müssen

Wie Ludwig sagt, sei es wichtig, die Sanierung schnellstmöglich in Angriff zu nehmen. Denn jetzt sei diese noch mit der sogenannten Inliner-Technik möglich, bei der die Straßen nicht aufgemacht werden müssten. Müsse eine Straße aufgerissen werden, werde die Kanalsanierung achtmal so teuer. Und mit jedem Jahr, das man weiter warte, würden die Schäden größer. Überdies habe man viele Jahre einen sehr niedrigen Abwasserpreis gehabt. Die Erhöhung sei nicht populär, „aber wo sind die Alternativen“, fragt Ludwig.

Meiler: Erst einmal nur das zwingend Notwendige erledigen

Einer der Kritiker der Erhöhung ist der FW-Sprecher Hubert Meiler. Wenn man erst einmal nur das zwingend Notwendige erledige, könne man unter drei Euro bleiben und dann in drei Jahren erneut erhöhen, sagt er. Auch bezweifle er, dass man überhaupt die Firmen bekomme, um in drei Jahren 360.000 Euro zu verbauen.

Trottmann: Schon wieder viel Zeit verloren

Gerhard Trottmann (SPD) hält entgegen, das Ergebnis der Kanalbefahrung sei schon wieder sechs Jahre alt. Bedauerlicherweise habe man dieses erst vergangenes Jahr bekommen. Es sei also schon wieder viel Zeit verloren worden, die Kanäle inzwischen vermutlich in noch schlechterem Zustand.

Keine Bürger-App, erst einmal „Bayernfunk“ testen

Eine „Bürger-App“, wie von der CSU-Fraktion in der vergangenen Sitzung vorgeschlagen, wird es vorerst nicht geben. Der Gemeinderat verständigt sich mehrheitlich darauf, zunächst nur die kostenlose App „Bayernfunk“ zu nutzen, einen Account hat die Gemeinde bereits eingerichtet. Wenn sich in naher Zukunft zeigen sollte, dass auch die Bürger sich mehrheitlich eine für Störnstein programmierte App wünschen, will man noch einmal über eine solche Lösung reden.

Umfragen unter den Bürgern zeigen geringes Interesse

Der CSU-Sprecher Benedikt Grimm, der als einziger gegen die Bayernfunk-Lösung stimmt, argumentiert noch einmal mit dem Mehrwert, den eine eigens programmierte App biete. Er gibt aber zu, dass eine Umfrage der CSU unter den örtlichen Vereinen gezeigt habe, dass noch kaum Interesse an einer solchen App bestehe. Ähnliches berichten andere Gemeinderäte. Eka Reber (FW) sagt, er habe mit jungen Leuten gesprochen, auch diese hätten kein Interesse gezeigt.

Kindergarten bekommt die gewünschte Info-App

Im Gegensatz zur Bürger-App zeigt sich der Gemeinderat aufgeschlossen gegenüber dem Wunsch des Elternbeirates nach einer KITA-Info-App, die in der Basis-Version 360 Euro im Jahr kostet. Die App wird Informationen wie Elternbriefe für das Smartphone bereitstellen. Das sei zu wenig Mehrwert gegenüber dem Versand der Infos per Mail, beklagt Karlheinz Schreiner (FW), der sich dem Wunsch der Eltern nach der App aber auch nicht verschließt. Reber sagt, die Eltern könnten sich auch eine WhatsApp-Gruppe vorstellen, eine solche entspreche jedoch nicht der Datenschutz-Grundverordnung. An dieser scheitert auch der Wunsch Trottmanns, wonach die Gemeinderäte Zugang zu den Informationen haben sollten.

Bußgelder finanzieren einen Smiley mit Solarpanel

Der Zweckverband Kommunale Verkehrssicherheit übernimmt für die Gemeinde seit drei Jahren die Überwachung des Verkehrs. Dafür zahlt die Gemeinde einen Mitgliedsbeitrag und bekommt im Gegenzug die Bußgelder. Davon werde man nicht reich, zahle aber auch nicht drauf, sagt der Bürgermeister. Von dem derzeitigen Plus von knapp 5500 Euro wird nun für nicht ganz 2800 Euro ein weiteres Geschwindigkeitsmessgerät mit Solarpanel angeschafft.

Beitritt zum Verein „Via Carolina – Goldene Straße“

Die Gemeinde tritt dem Verein „Via Carolina – Goldene Straße“ bei für einen Jahresbeitrag von 100 Euro. Wie der Bürgermeister sagt, hat der Verein die Gemeinde schon häufig unterstützt bei der Feier historischer Tage.

Wer möchte Christbaum aus dem eigenen Garten loswerden?

Für den Christbaum der Gemeinde werden gern private Spenden angenommen. Wer einen passenden Baum im Garten hat, den er auf diese Weise loswerden möchte, soll sich im Rathaus melden.

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