Von der Schutzpatronin und einer Zeit mit Verzicht 

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Neudorf. Das Barbarafest in Neudorf ist heuer natürlich klein und beschaulich ausgefallen. Im Gottesdienst hat Pfarrer Arnold Pirner die richtigen Worte gefunden. 

Von Hans Meißner

Gottesdienst Symbol Symbolbild Pfarrer Arnold Pirner

Der Gottesdienst zum Barbarafest ist heuer etwas kleiner ausgefallen.

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Das Patroziniumsfest, auch Barbarafest, ist für die Neudorfer ein besonderer Tag im Jahr: Kirchenzug, auswärtige Gäste und der berüchtigte musikalische Frühschoppen, an dem auch immer der Landrat teilnimmt – all das hat es 2020 nicht gegeben. Dafür wars etwas beschaulicher in der Kirche.

Kleiner Gottesdienst – Barbarafest coronakonform

Normalerweise treffen sich die Vereine aus der gesamten Marktgemeinde samt Fahnenabordnungen und Blaskapelle Oberwildenau vor dem Gasthaus Schärtl. Zusammen marschieren sie in Richtung Filialkirche St. Barbara, wo Pfarrer Arnold Pirner den Kirchenzug erwartet. Die Kirche ist an so einem Tag brechend voll. Gesellig ists auch danach, wenn es mit schwungvollen Klängen in Richtung Gasthaus Schärtl zum Frühschoppen geht. Die Blaskapelle Oberwildenau spielt zünftig auf, die obligatorische Sammlung darf ebenfalls nicht fehlen, alles so wie immer.

Doch in einem Jahr, in dem die Corona-Pandemie vorherrscht, ist eben alles auf einmal anders. In Neudorf war es still: Keine Gäste aus den anderen Ortsteilen, kein Kirchenzug, kein volles Gotteshaus und auch kein Frühschoppen. Ein bisschen was ist aber übriggeblieben: Landrat Andreas Meier, Bürgermeister Sebastian Hartl und die Markträte aus Neudorf haben zusammen am Gottesdienst teilgenommen. Die restlichen zulässigen Sitzplätze haben Neudorfer Kirchgänger besetzt. Die Neudorfer Vereine, Feuerwehr, Krieger- und Soldatenkameradschaft und KLJB haben wenigstens ihre Fahnenträger entsandt.

Von der Schutzpatronin zum Leben mit Verzicht

Pfarrer Arnold Pirner hat die Geschichte um das Barbarafest erklärt: Im Mittelpunkt des Patroziniumsfestes steht die Heilige Barbara, die Schutzpatronin der Filialkirche St. Barbara in Neudorf. Laut Geschichte lebte die Heilige Barbara im 3. Jahrhundert in Nikomedien (heutige Türkei) als jungfräuliche Christin. Da sie sich weigerte ihren christlichen Glauben abzulegen, wurde sie von ihrem Vater in einem Turm eingesperrt. Ihr eigener Vater verurteilte sie zum Tod und vollstreckte die Enthauptung persönlich.

Gottesdienst Symbol Symbolbild Pfarrer Arnold Pirner

Was oder wer steckt hinter dem Barbarafest? Warum bedeutet Adventszeit auch Verzicht – besonders heuer? Pfarrer Arnold Pirner hat es bei seiner Predigt auf den Punkt gebracht. Bild: Hans Meißner.

In den Turm hatte sie Baumzweige, die bei ihrer Enthauptung blühten, daher auch der Brauch der Barbarazweige. Die Heilige Barbara ist die Schutzpatronin der Bergleute, der Artillerie, der Pioniere und eben die Schutzpatronin der Filialkirche in Neudorf.

Pfarrer Arnold Pirner ging in seiner Predigt auch auf das Leben vom Heiligen Johannes ein, der freiwillig Verzicht lebte. Vergleichbar mit der Adventszeit, wie Pirner erzählt: „In dieser zeit sollten wir auch etwas Verzicht üben, in Corona Zeiten besonders“, so der Pfarrer.

„Beschenken wir uns etwas weniger, denken wir verstärkt an Arme oder sozial Schwache.“

Pfarrer Pirner hat allen Gottesdienstbesuchern beim Verlassen des Gotteshauses einen Schokoladennikolaus überreicht.

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