First Responder meistern erstes Jahr

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Kirchenthumbach. Ein Jahr ist es her, dass die First Responder (Ersthelfer) ihren Freiwilligen Dienst ins Leben gerufen haben. Gruppen-Leiter Justin Goß lässt das Jahr und die Herausforderungen Revue passieren. 

Von Jürgen Masching 

Justin Goß First Responder Kirchenthumbach

Justin Goß ist der Leiter der First Responder-Gruppe in Kirchenthumbach. Wie fällt seine Bilanz nach einem Jahr aus?

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Zwei Lockdowns haben die Arbeit der Ersthelfer der Feuerwehr Kirchenthumbach geprägt. Doch die First-Responder geben nicht auf.

Wie kams zur Gründung der First Responder-Gruppe in Kirchenthumbach? 

„Da die ILS Nordoberpfalz in Weiden die Feuerwehr Kirchenthumbach vermehrt zu Einsätzen alarmiert hatte, haben wir den Entschluss gefasst, eine eigene First-Responder Gruppe zu gründen. Auf die ‚First Responder‘ bin ich während meiner Ausbildung zum Notfallsanitäter bei Feuerwehren im Landkreis Amberg-Sulzbach aufmerksam geworden.“

Wie waren die Umsetzung und die Vorbereitung?

„Zu Anfang haben wir den Beschluss des Gemeinderates gebraucht, der im September einstimmig für dieses Projekt ausgefallen ist. Bis zu diesem wichtigen Punkt verging bereits fast ein Jahr Vorbereitung und Planung. In dieser Zeit haben wir diverse Gespräche mit Bürgermeistern, Kommandanten, potenziellen Team-Mitgliedern sowie anderen First-Responder-Einheiten geführt. Ein besonderer Dank geht hierbei an die Kollegen des First Responder Edelsfeld, die mir bei Fragen jederzeit zur Verfügung standen.

Danach war es eine sehr anstrengende und sehr zeitaufreibende Phase. Wir wollten zum 01.01.2020 mit dem Projekt starten. Nachdem wir die Genehmigung vom Zweckverband für Rettungsdienst- und Feuerwehralarmierung erhalten haben, galt es für uns Einiges zu organisieren. Werbeaktionen und das Spendenkonto waren ganz oben auf der Liste, außerdem die Beschaffung der Dienstkleidung und das Erstellen von Dienstanweisungen. Wir machen das alles ehrenamtlich und sind auf Spenden angewiesen.

Das größte Problem war allerdings die Beschaffung eines Einsatzfahrzeugs. Ein Gespräch mit Bürgermeister Jürgen Kürzinger konnte das schnell klären: Der Bürgermeister hat uns zum Start das alte Mehrzweckfahrzeug der Feuerwehr überlassen.“

Geldspenden waren und sind immer noch nötig: Wie war die Unterstützung? 

„Wir waren von der Spendenbereitschaft der Firmen, aber auch von den Spenden der Bürger aus nah und fern absolut überwältigt. Es wurden unter anderem Masken für die Corona-Zeit genäht und für uns verkauft. Am meisten überrascht hat uns die Firma Seemann, die durch den Kontakt unseres aktiven Mitglieds Ewald Plössner auf uns aufmerksam geworden ist. Die beiden Brüder Thomas und Robert Seemann haben uns einen fast neuen Ford Connect als neues Einsatzfahrzeug für den First Responder übergeben.

Aktive Mitglieder haben es unter Federführung von Kommandant Fabian Leipold zum Einsatzfahrzeug umgebaut. Dennoch sind wir weiterhin auf Spenden der Bevölkerung angewiesen, um laufende Kosten für Material, Dienstkleidung und die Ausbildung tragen zu können.“

Erinnert ihr euch an euren ersten Einsatz? 

„An den ersten Einsatz des First Responder kann ich mich noch sehr gut erinnern, da ich selbst Dienst hatte. Wie es der Zufall wollte, war zu diesem Zeitpunkt auch unser Ärztlicher Leiter des First Responder, Prof. Dr. Holger Rupprecht, als Notarzt in Eschenbach im Dienst. Somit konnten wir zusammen den ersten Einsatz des First Responder abarbeiten.

Erinnerungen an besondere Einsätze habe ich auch. Da wären z. B. die überörtlichen Einsätze im Landkreis Bayreuth und den angrenzenden Gemeinden Schlammersdorf und Eschenbach (Netzaberg), zu denen wir angefordert wurden. Man sieht: Der First Responder Standort in Kirchenthumbach ist nicht nur für die eigene Gemeinde da, sondern wir helfen auch in den angrenzenden Gemeinden.“

Wie fällt das erste Resümee nach einem Jahr „First Responder Kirchenthumbach“ aus?

Aufgrund des außergewöhnlichen Corona-Jahres 2020 und der damit verbundenen fast viermonatigen Zwangspause von März bis Juli konnten wir leider nicht das ganze Jahr einsatzbereit sein. Trotzdem konnten wir bei fast 90 Einsätzen qualifizierte Erste Hilfe leisten. Damit konnte das therapiefreie Intervall bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes verkürzt werden. Leider mussten wir unseren Dienst im Dezember aufgrund der Corona-Pandemie erneut zeitlich befristet einstellen. Sobald die Lage es wieder zulässt, werden wir wieder einsatzbereit sein.

Im Januar hätten wir zusammen mit diversen hochkarätigen Referenten das 1. Oberpfälzer First-Responder Symposium geplant gehabt, das wir aber verschieben mussten.

Wir, da meine ich die komplette First-Responder-Gruppe sowie die Feuerwehr, möchten uns bei allen Spendern, die uns unterstützt haben, egal ob Firmen, Vereine oder Privatpersonen, recht herzlich bedanken.“

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