Neuro-Radiologisches Zentrum feiert 5 Jahre Erfolgsgeschichte

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Weiden/Amberg. Das Neuro-Radiologisches Zentrum Nordostbayern feiert Jubiläum. Wie sich die Behandlung und Möglichkeiten in den letzten Jahren weiterentwickelt haben.  

Neuro-Radiologisches Zentrum Nordostbayern Amberg Weiden

Dr. Michael Angerer, Chefarzt Neurologie am Klinikum Weiden, bespricht die Bilder eines Schlaganfall-Patienten mit PD Dr. Hischam Bassiouni, Chefarzt der Klinik für Neurochirurgie, und PD Dr. Thomas Finkenzeller, Leiter des Neuroradiologischen Zentrums Nordostbayern. Bild: Kliniken Nordoberpfalz.

PD Dr. Hischam Bassiouni, PD Dr. Thomas Finkenzeller und Chefarzt Dr. Frank Huber besprechen den Befund eines Patienten: Ein Hirnaneurysma – meist Zufallsbefunde im Zuge einer Magnetresonanztomografie (MRT) oder einer Computertomografie (CT). Befunde wie dieser und deren Behandlung werden in der Konferenz des Teams des Neuro-Radiologischen Zentrums Nordostbayern (NRZ) besprochen.

Wöchentlich findet sie im Klinikum St. Marien Amberg und im Klinikum Weiden statt. Das Wichtigste dabei ist: Befunde werden gemeinsam diskutiert und abgewogen, um am Ende mit dem Patienten die beste Behandlungsmöglichkeit zu finden. Die mehr als gut funktionierende Kommunikation sei einer der Gründe, warum das NRZ in den vergangenen fünf Jahren zu einer Erfolgsgeschichte geworden ist.

Von den Anfängen bis zum Behandlungszentrum

Im Jahr 2015 wurde das NRZ gegründet. „Angefangen hat es damit, dass wir Schlaganfälle interventionell versorgen konnten, also mit Hilfe eines Katheters. Die sogenannte Thrombektomie“, erinnert sich PD Dr. Thomas Finkenzeller, Neuroradiologe und Leiter des Neuro-Radiologischen Zentrums Nordostbayern. Mittlerweile ist das NRZ zu einem Behandlungszentrum für Hirnerkrankungen geworden, das zusätzlich zu Schlaganfällen auch Blutungen, Hirntumore und alle Arten von Gefäßmissbildungen optimal versorgt.

„2017 haben wir mit unserem Kollegen PD Dr. Hischam Bassiouni einen sehr erfahrenen Neurochirurgen gewonnen. Seitdem können wir unseren Patienten in Weiden und Amberg eine neurologische, neuroradiologische und auch eine neurochirurgische Rundumversorgung anbieten und das in Ergänzung mit dem ambulanten Bereich“, betont Dr. Michael Angerer, Chefarzt der Neurologischen Klinik am Klinikum Weiden.

Mehr Patientensprechstunden – bessere Behandlung

Bedeutet: Sind Befunde unklar, steht das Team des NRZ auch niedergelassenen Ärzten und Patienten beratend zur Seite. Zu diesem Zweck wurden Patienten-Sprechstunden etabliert, die wöchentlich an beiden Standorten angeboten wird. Die Zahlen sprechen für sich: So konnten im Jahr 2020 an beiden Häusern, neben der seit Jahren etablierten neurologischen Behandlung, zusätzlich 125 schwere Schlaganfälle mittels Katheter erfolgreich behandelt werden – fast vier mal so viele wie noch 2015.

Auch bei den Gefäßmissbildungen hat sich die Zahl seit 2016 mehr als vervierfacht. „Bedenkt man, dass die Neurochirurgie am Klinikum Weiden erst 2017 zusätzlich zur bestehenden Klinik in Amberg etabliert wurde, ist dies ein deutlicher Aufwärtstrend“, so PD Dr. Hischam Bassiouni, Chefarzt der Kliniken für Neurochirurgie in Amberg und Weiden. „Am wichtigsten ist für die Patienten und auch für uns eine wohnortnahe Versorgung. Dort, wo die Patienten eingeliefert werden, können sie im NRZ auch optimal behandelt werden. Das alles auf qualitativ höchstem und modernstem Niveau – diagnostisch wie therapeutisch“, erklärt Dr. Frank Huber, Chefarzt der Klinik für Neurologie am Klinikum Amberg.

Operationsrisiko für Patienten immer geringer

„Unser Einzugsgebiet umfasst die gesamte Region der nordöstlichen Oberpfalz und auch überregional versorgen wir immer mehr Patienten. Die Technik und das Handwerk – alles muss ineinandergreifen. Eine hochmoderne Ausstattung bis hin zu High-End-Geräte ist Voraussetzung. „Uns steht an beiden Standorten ein hochauflösendes Operations-Mikroskop zur Verfügung mit der Möglichkeit der intraoperativen Fluoreszenz-Angiographie zur Behandlung von Gefäßmissbildungen im Kopf. Ebenso kommt bei allen Eingriffen eine ‚Neuronavigation‘ zum Einsatz. Damit können während der Operation im Kopf die verletzlichen und gefährdeten Strukturen des Gehirns dargestellt werden. Das Operationsrisiko für die Patienten wird minimiert“, erklärt PD Dr. Bassiouni.

Weitere wichtige Voraussetzung ist auch eine jahrzehntelange Expertise. So verfügen beide Häuser über zertifizierte Stroke Units zur Behandlung von Schlaganfallpatienten sowie über aktuell insgesamt sieben zertifizierte Spezialisten für die Katheter-Behandlung bei Schlaganfällen. „Wir sind hier sehr gut aufgestellt und können so eine Versorgung rund um die Uhr sicherstellen“, so Dr. Huber. „Die Zusammenarbeit zwischen unseren Kliniken funktioniert hervorragend. Das ist auch der guten Organisation in Form von klinikübergreifenden Konferenzen und Dienstplänen zu verdanken. Bei uns kann keiner ohne den anderen. Das
Gesamtpaket stimmt“, bestätigt Chefarzt Dr. Angerer seinen Amberger Kollegen.

„Time is brain“

Die Expertise, sofortige Erreichbarkeit und Kommunikation sind die wichtigsten Kriterien, denn „time is brain“. Es geht es um jede Minute bei einem Schlaganfall.

Behandlungsmöglichkeiten eines Schlaganfalls

Thrombolyse: Gefäßverschlüsse im Gehirn werden durch die Gabe eines Medikaments – die sogenannte Thrombolyse – aufgelöst.

Thrombektomie: Die Thrombolyse wirkt aber nicht in jedem Fall ausreichend gut. Für solche, meist schwerere Schlaganfälle, steht seit etwa 2015 die Möglichkeit der
interventionellen Therapie über einen in die Leiste eingebrachten Katheter zur Verfügung, sie wird Thrombektomie genannt und an beiden Kliniken durchgeführt.

Behandlungsmöglichkeiten einer Hirnblutung

Patienten mit Hirnblutungen, z. B. aus Aussackungen der Hirngefäße (Aneurysma), können im Rahmen des NRZ sowohl neurointerventionell (Coiling) durch PD Dr. Thomas Finkenzeller oder neurochirurgisch (Clipping) durch PD Dr. Hischam Bassiouni behandelt werden.

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