Albert Kellner ist der „FC Bayern“ des Fußballkreises Amberg-Weiden

Amberg/Weiden. Er gilt als "Mister Fußball" im BFV-Kreis Amberg/Weiden: Albert Kellner, Kreisvorsitzender und Kreisspielleiter in Doppelfunktion.

Albert Kellner ist mit  Leib und Seele ein Kämpfer für den BFV-Fußballkreis Amberg-Weiden. Bild: BFV
Albert Kellner ist mit Leib und Seele ein Kämpfer für den BFV-Fußballkreis Amberg-Weiden. Bild: BFV
Albert Kellner, im
Albert Kellner, im „richtigen Leben“ Leiter einer Versicherungsagentur in Amberg. Foto: Udo Fürst
Bild: BFV
Udo Fürst

Man sagt, dass sich die Jüngeren an keinen anderen Deutschen Meister erinnern können als an den FC Bayern. Im Fußballkreis Amberg-Weiden ist es ähnlich: Da können sich die jungen Kicker an keinen anderen Boss erinnern als an Albert Kellner.

Seit zwölf Jahren ist der 61-jährige Kreisvorsitzender und Kreisspielleiter in Personalunion. Und er wird es noch mindestens weitere vier Jahre bleiben, wurde er doch erst vor wenigen Wochen in seinem Amt bestätigt. Ohne Ausnahme votierten die 81 anwesenden Vereinsvertreter aus dem Kreis von A wie Germania Amberg bis W wie SV Wurz für Kellner. Insgesamt zählt der Fußballkreis Amberg-Weiden 111 Klubs.

Ein Fulltimejob

Im „richtigen Leben“ arbeitet Kellner für eine große Versicherung in Amberg. Dort hätte er eigentlich genug Arbeit: „Momentan ist alles ein bisschen viel“, erzählt der gebürtige Vilsecker und schaut während des Gesprächs mit OberpfalzECHO wie zur Bestätigung gefühlt alle fünf Minuten auf seine Uhr. Vorsitzender und Spielleiter eines Fußballkreises ist eigentlich ein Fulltimejob.

„Ich bin als Kreisspielleiter für den Herrenspielbetrieb verantwortlich, als Kreisvorsitzender aber auch für alle Kreisangelegenheiten, die sich um das runde Leder drehen, zuständig. Da kommt schon was zusammen.“ Aber so sei es halt in unserer schnelllebigen Zeit. „Was aber nicht heißen soll, dass mir alles zu viel wird. Solange ich gesund bleibe, ist das alles kein Problem, ich bin gerne in diesem Ehrenamt.“

Alles begann in Vilseck

Mit dem deutschen Nationalsport Nummer eins kam er erstmals bei seinem Heimatverein, dem FV Vilseck, in Kontakt. Im Herrenbereich spielte er dann zwölf Jahre bei der TSG Weiherhammer, zuerst als Spieler und Spielführer, dann als Schiedsrichter und Trainer bei der TSG Weiherhammer und seinem Heimatverein FV Vilseck – und schließlich als Funktionär. Der Fußball hat ihn nicht mehr losgelassen. „Klar ist Fußball ein wichtiger Teil meines Lebens. Aber das kannst du nur so ausüben, wenn auch die Familie dahintersteht und das ist bei mir hundertprozentig der Fall.“

Außerdem mache die Zusammenarbeit mit den Vereinen auch Spaß. Vor allem seit Corona habe er ein Zusammenrücken der Vereine und der Verantwortlichen festgestellt. „Der Umgang untereinander ist besser geworden.“ Er könne sich noch gut an Zeiten erinnern, als mancher Verein bei Spielausfällen schon versucht habe, etwas zu tricksen. „Heute läuft alles sehr harmonisch.

Nachwuchsmangel bei Schiedsrichtern

Nicht ganz so optimistisch allerdings sei ein Blick in die Zukunft. Stichwort Nachwuchsmangel bei den Mannschaften und Schiedsrichtern: „In spätestens drei oder vier Jahren werden wir keine B- und wohl auch A-Klassen-Spiele mehr mit Unparteiischen besetzen können. Auch Assistenten in der Kreisliga wird es dann wohl nicht mehr geben.“ Im Vergleich zu anderen Kreisen wie Regensburg oder Schwandorf stehe man zwar noch relativ gut da, aber es sei abzusehen, dass es problematischer werde, wenn einige der älteren Kollegen aufhörten.

Zusammenarbeit mit Schulen

Welche Ziele will Albert Kellner im Fußballkreis demnächst realisieren? „Das Ziel, in der letzten Amtsperiode neue Mitarbeiter in den Gremien zu rekrutieren, wurde erreicht. In den nächsten vier Jahren möchte ich den Spielbetrieb stabilisieren. Das heißt, den Vereinen beim Erhalt ihrer Mannschaften helfen und, wenn notwendig, bei der Gründung von Spielgemeinschaften. Im Jugendbereich will ich die Zusammenarbeit zwischen Vereinen und Schulen forcieren. Das ist ganz wichtig und hier können wir uns ein Beispiel an den Feuerwehren nehmen. Die machen das schon vorbildlich.“

Vertrauensvolles Miteinander

Was gefällt dem Kreisvorsitzenden Albert Kellner an seiner Arbeit besonders? „Wie gesagt, das harmonische Miteinander. Ich höre den Vereinen zu und sie vertrauen mir, glaube ich.“ Bisher habe man immer Lösungen gefunden, auch wenn nicht immer jeder Wunsch der Vereine erfüllt werden könne. Negative Erlebnisse seien zwei Todesfälle im Fußballkreis gewesen. Kellner: „Einmal der Unfalltod eines Vorbacher Spielers erst vor einigen Monaten und zum anderen der Tod des Vorsitzenden der DJK Seugast auf dem Fußballplatz. Das ging mir schon verdammt nahe.“

Eine Lanze für Rainer Koch

Der Bayerische Fußballverband (BFV) steht vor einer Zäsur. Nach dem Rücktritt des langjährigen BFV-Präsidenten Rainer Koch wird auf dem Verbandstag in Bad Gögging im Juni ein neuer Präsident gewählt. Trotz aller Kritik am scheidenden Präsidenten: Albert Kellner lässt nichts auf Rainer Koch kommen. „Er hat mit Sicherheit nicht alles schlecht gemacht und vor allem für den Amateurfußball sehr viel geleistet.“

Eine Errungenschaft des BFV unter der Federführung von Koch sei unter anderem die Digitalisierung von Passwesen, Spielberichten und Sportgerichtsurteilen gewesen. „Rainer Koch hinterlässt ein gut bestelltes Haus“, ist Kellner sicher. Er erwartet auch von einem neuen BFV-Präsidenten keine Revolution. „Der BFV läuft wie geschmiert. Da gibt’s nicht viel zu verändern.“

Drei Kandidaten

Um Kochs Nachfolger bewerben sich nach jetzigem Stand folgende Kandidaten: Robert Schraudner (57) aus Oberbayern, Christoph Kern (39) vom Bezirk Schwaben und Christian Bernkopf (43) aus Niederbayern. Noch ist völlig offen, wer das Rennen machen wird. Für Albert Kellner spielt das nicht die ganz große Rolle. „Hauptsache, er arbeitet zum Wohle der Vereine und davon gehe ich bei jedem der Kandidaten aus.“

Albert Kellners Stationen

  • von 1991 bis heute Schiedsrichter
  • von 1991 bis heute Trainer-B
  • 2006 bis 2010 Gruppen-Spielleiter
  • 2010 bis heute Kreis-Spielleiter
  • 2014 bis heute Kreis-Vorsitzender

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