Allein unter Rassisten und Neonazis

Neustadt/WN. Einen mutigen Dokumentarfilm erstellte die Autorin und Filmemacherin Mo Asumang über Rassismus und Ausgrenzung. Diesen zeigte die Autorin an der Lobkowitz-Realschule, um den Schülern die Thematik näherzubringen.

Der Vortrag von Mo Asumang regte die Schülerinnen und Schüler zu Diskussionen über das Thema
Der Vortrag von Mo Asumang regte die Schülerinnen und Schüler zu Diskussionen über das Thema „Rassismus“ an. Bild: Tobias Neubert
Die Schülerinnen und Schüler hörten den Erzählungen der Autorin gebannt zu. Bild: Tobias Neubert
Die Schülerinnen und Schüler hörten den Erzählungen der Autorin gebannt zu. Bild: Tobias Neubert
Mutig und unerschrocken begab sich Mo Asumang für ihren Dokumentarfilm unter Rechtsextremisten. Bild: Tobias Neubert
Mutig und unerschrocken begab sich Mo Asumang für ihren Dokumentarfilm unter Rechtsextremisten. Bild: Tobias Neubert
Tobias Neubert
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Tobias Neubert

Die afrodeutsche TV-Moderatorin Mo Asumang wagte 2014 ein einzigartiges journalistisches Experiment. Für ihren Dokumentarfilm „Die Arier“ machte sie sich auf die Suche nach „echten Ariern“. Bei ihrer Recherche trifft sie auf grölende Neonazis bei Aufmärschen, einen rechten Pseudowissenschaftler, der von Flugscheiben und der Besiedelung des Mondes durch die Nazis schwadroniert, aber auch auf Anhänger des Ku-Klux-Klans und einen rassistischen Radio-Hetzer in den USA.

Dabei konfrontiert sie die Menschen, die sich selbst als „Arier“ bezeichnen, mit der Frage, was ein „Arier“ eigentlich sei und entlarvt damit neben der Funktionsweise rechter Hetze und Propaganda vor allem die Widersprüchlichkeit der dahinterstehenden Ideologie.

Gespräch mit diskussionsfreudigen Schülern

Einen Besuch der Filmemacherin und Autorin an der Lobkowitz-Realschule organisierte der Kreisjugendring als Koordinierungs- und Fachstelle der Partnerschaft für Demokratie im Landkreis Neustadt. Im Rahmen zweier Vorträge für jeweils drei Klassen der neunten Jahrgangsstufe zeigte Mo Asumang zunächst die 45-minütige Schulfassung ihres Dokumentarfilms und stand anschließend für Fragen und Diskussionen zur Verfügung.

Die Schülerinnen und Schüler bewunderten dabei vor allem den Mut, sich persönlich mit Neonazis und Rassisten, für die sie als afrodeutsche Frau ja ein Feindbild darstellt, auseinanderzusetzen und wollten wissen, wie es dem Neonazi-Aussteiger, der im Film vorgestellt wurde, heute geht.

Zivilcourage für Mitmenschen zeigen

Ausgehend von Berichten über persönliche Erlebnisse, die Mo Asumang mit Rassismus und Fremdenfeindlichkeit gemacht hatte, entwickelte sich außerdem eine Diskussion über Zivilcourage und darüber, wie man Menschen helfen kann, die – aus welchen Gründen auch immer – in Bedrängnis geraten. Für die teilnehmenden Klassen war das eine gewinnbringende und beeindruckende Veranstaltung, was sich auch daran zeigte, dass selbst nach dem Ende des Vortrages in den Pausen noch Schülerinnen und Schüler das Gespräch mit Frau Asumang suchten.

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