„Antisemitismus darf im Rechtsstaat keine Chance haben“

Floß. Der ehemalige Kultusminister und jetzige Antisemitismus-Beauftragte der bayerischen Staatsregierung Dr. Ludwig Spaenle war zu Gast in der Flosser Synagoge. Dort berichtete ihm Altbürgermeister Fred Lehner über Geschichte der Juden im Markt.

Der Antisemitismus-Beauftragte der bayerischen Staatsregierung, Dr. Ludwig Spaenle (vorne, Zweiter von rechts), besuchte zusammen mit MdL Dr. Stephan Oetzinger (vorne, rechts) und dem Michldorfer Pfarrer Alfons Forster (zweite Reihe rechts.) als Vorsitzender der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit die Flosser Synagoge. Altbürgermeister Fred Lehner (vorne links.)  hießen den ehemaligen Kultusminister willkommen. Fotos: lst
Der Antisemitismus-Beauftragte der bayerischen Staatsregierung, Dr. Ludwig Spaenle (vorne, Zweiter von rechts), besuchte zusammen mit MdL Dr. Stephan Oetzinger (vorne, rechts) und dem Michldorfer Pfarrer Alfons Forster (zweite Reihe rechts.) als Vorsitzender der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit die Flosser Synagoge. Altbürgermeister Fred Lehner (vorne links.) hießen den ehemaligen Kultusminister willkommen. Fotos: lst
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Es ist ein lebendiges Bild der Versöhnungs- und Erinnerungsarbeit gewesen, das Dr. Ludwig Spaenle, der ehemalige Kultusminister und jetzige Antisemitismus-Beauftragte der bayerischen Staatsregierung, am Freitagnachmittag in der Flosser Synagoge gezeichnet bekam. „Diese Begriffe sind für die Gemeinde und ihren ehemaligen Bürgermeister Fred Lehner keine leere Hülse“, sagte Dr. Spaenle am Ende eines kurzweiligen und informativen, aber ebenso sehr emotionalen, Besuches.

Wir müssen wachsam bleiben, damit sich das begangene Unrecht der Deutschen am jüdischen Volk, wie es von 1933 bis 1945 der Fall war, nie und nimmer wiederholen kann. Wehret deshalb den Anfängen.

Fred Lehner, ehemaliger Bürgermeister von Floß

Das Interesse war schnell geweckt

Als der Politiker im Mai Tim Wehinger für seinen Kurzfilmbeitrag und Dokumentation über „Jüdisches Leben in der Oberpfalz“ am Beispiel der früheren jüdischen Gemeinde Floß mit dem ersten Preis auszeichnete, hatte er bekannte, dass ihm die Flosser Synagoge demnächst ein Besuch wert sei. Gesagt, getan: Organisiert vom Landtagsabgeordneten Dr. Stephan Oetzinger löste der Ex-Minister nun sein Versprechen ein.

„Jüdisches Leben ist nicht nur ein wichtiger Bestandteil unseres geschichtlichen Erbes. Es wird heute aktiv in vielen Gemeinden und Institutionen in ganz Bayern gelebt. Zugleich müssen wir feststellen, dass Antisemitismus mit unterschiedlichen Hintergründen und in vielerlei Gestalt dieses jüdische Leben und damit unser Gemeinwesen bedroht. Der Einsatz für jüdisches Leben und gegen Antisemitismus ist der Kern meines Auftrages“, umschrieb Dr. Spaenle seine Arbeit.

Wertvolle Zeugen der Vergangenheit

Knappe eine Stunde lang informierte Fred Lehner als profunder Kenner über die „338-jährige Geschichte der jüdischen Gemeinde in der insgesamt 1074-jährigen Geschichte des Marktes Floß“. Er berichtete so auch, dass die Flosser Synagoge ein „erhaltenswertes Kunstdenkmal“ sei, das zusammen mit dem Friedhof „steinerne Zeugen der Vergangenheit“ darstellen würden. „Sie sind aber auch Garanten dafür, dass der jüdische Kultus im Markt lebt, was in aller Zukunft so bleiben möge“, sagte Lehner.

Mit viel Herz und auch klaren Worten für die Sache

Einen emotionalen und flammenden Appell richtete er nicht nur an die Anwesenden, sondern an alle. Der Antisemitismus dürfe in „unserem freiheitlich demokratischen Rechtsstaat keine Chance haben“. Umso wichtiger sei „unsere Versöhnungs- und Friedensarbeit – heute, morgen und an jedem Tag“. Aussagen, die die Anwesenden mit Applaus untermauerten, und die auch Dr. Spaenle gefielen und berührten.

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