Bei den jüngeren Junioren wird bald nur noch „Minifußball“ gespielt

Amberg/Weiden. Der Verbands-Jugendausschuss des Bayerischen Fußballverbandes (BFV) will mit neuen Spielformen im Minifußball die Kreativität und Spielintelligenz der Spieler entwickeln.

Nach einer zweijährigen Pilotphase hat der DFB die bundesweite Umsetzung der neuen Spielformen im Kinderfußball beschlossen. Foto: BFV

Nach einer zweijährigen Pilotphase hat der DFB die bundesweite Umsetzung der neuen
Spielformen im Kinderfußball beschlossen. Sie lösen die bisherigen Wettbewerbe in
den Altersklassen G-, F- und E-Junioren als feste Formate ab.

Die Regelungen, die kleinere
Mannschaftsgrößen auf kleineren Spielfeldern vorsehen, greifen bei E- und F-Junioren mit Saisonbeginn 2024/2025. Bei den G-Junioren, die bayernweit seit Jahren ihre Spiele in Turnierform austragen, soll die Umsetzung mit Beginn der Saison 2022/2023 erfolgen.

Fokus auf Einzelne

Der Fußballsport weckt bereits bei den jüngsten Spielerinnen und Spielern eine große Begeisterung. Dem Ball hinterherjagen und Tore zu erzielen, sorgt bei den Kids für leuchtende Augen. Kinder, die in diesem Alter fester Bestandteil einer Kleinfeldmannschaft sind, fördern die Nachwuchsarbeit und somit die Zukunft der Vereine.

Künftig soll der Fokus auf jede einzelne Spielerin und jeden einzelnen Spieler gelegt werden. Alle Kinder sollen die gleichen Einsatzzeiten bekommen und die Möglichkeiten erhalten, auf ihrem spielerischen Können aufzubauen, dabei aber weder über- noch unterfordert zu werden. Im Minifußballsystem wird die Entwicklung und der Lernerfolg kontinuierlich gesteigert.

Spaß und Ausbildung miteinander verknüpfen

Die kleineren Spielformen bieten dazu die besten Möglichkeiten, Rahmenbedingungen zu schaffen und den Spaßfaktor mit der Ausbildung zu verknüpfen. In vielen Oberpfälzer Vereinen herrscht die Meinung „Das geht nicht“! Dass aber die neue Spielform von den Vereinen angenommen wird, sieht man in den Regionen, die dieses System regelmäßig anbieten.

Die Teilnehmer an den Events und die Bereitschaft, selbst ein Event zu veranstalten, steige laut BFV kontinuierlich an. Leider gebe es aber auch Regionen, die dem Minifußball gegenüber eher negativ eingestellt seien. Hier seien die Spielleiter/innen in persönlichen Gesprächen gefordert. Auch sollten Online- oder Präsenzveranstaltungen genutzt werden, um die Vereinstrainer/innen von dieser neuen Spielform zu überzeugen.

Alle sollen Spaß haben

Das Spielen mit dem Ball am Fuß und das Erzielen von Toren sind die zentralen Gründe, warum Kinder und Jugendliche Freude am Fußball haben. Die neuen Spielformen sollen allen Kids auf dem Platz so häufig wie möglich die Chance geben, den Ball selbst am Fuß zu haben, aktiv am Spiel teilzunehmen, Tore zu erzielen und damit persönliche Erfolge zu erleben.

Deshalb wird auf kleinere Teams mit viel Abwechslung und der Möglichkeit, auf vier Tore zu spielen, gesetzt. Die individuelle sportliche Entwicklung der Kinder und Jugendlichen wird damit gefördert und ihre Begeisterung für den Fußball gestärkt. In diese Spielform ist das Rotationsprinzip mit festen Wechseln integriert, bei der allen Kindern ausreichend Einsatzmöglichkeiten ermöglicht werden.

Da bei dieser Form des Fußballs alle Kinder gleichzeitig spielen, werden sie systematisch an den organisierten Spielbetrieb herangeführt. Diese Reform soll den Fußball bei den Vereinen an der Basis langfristig stärken. Klubs, die nicht die erforderliche Spielerzahl von zehn bis zwölf Kinder haben und eine Spielgemeinschaft eingehen müssten, könnten eine eigenständige Mannschaft melden. Da es schon seit längerer Zeit bei G- und F-Junioren keine Tabellen gibt, ist der Leistungsdruck fast kein Thema, dafür rückt aber die Entwicklung der Kinder immer besser in den Vordergrund.

Kindgerechte Art

Die Einzelspiele bei F- und E-Junioren werden mit Beginn der Saison 2024/2025 abgeschafft, stattdessen sollen Spielenachmittage oder Events mit mehreren Mannschaften stattfinden. Diese Events können in einem Zeitraum eines bisherigen G-, F- oder E-Junioren Spiels von 30 bis 60 Minuten abgehalten werden.

Die Gastgebervereine laden sich hierzu mehrere Nachbarvereine mit jeweils zwölf bis 15 Kindern ein, spielen entweder im Champions-League Modus oder bildet Mannschaften mit „Gut gegen Gut“, „Mittel gegen Mittel“ oder „Schwach gegen Schwach“. In dieser Form ist ein Event nach circa 70 Minuten beendet. Das wichtigste Ziel dieser Reform in den Altersklassen U 5 bis U 11 ist es, den Kids nachhaltig Spaß am Fußball zu vermitteln und sie altersgemäß zu fördern.

Vier Mini-Tore

Für die Organisation von Miniturnieren benötigt ein Verein mindestens vier Mini-Tore und pro teilnehmende Mannschaft eine Aufsichtsperson. Teilnehmende Vereine können ihre eigenen Mini-Tore mitbringen. Tore können aber auch durch Stangen gekennzeichnet werden. Einladungen zu
Turnieren können schriftlich an befreundete Vereine verschickt oder über die BFV-Team-App, die um das Modul „Kinderfußball“ erweitert wurde, veröffentlicht werden.

Interessierte Vereine können sich an den Minifußball-Beauftragten im Kreis Amberg/Weiden wenden: Klaus Meier, Telefon 0151/16556733; E-Mail: werbung-vilseck@t-online.de

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