Bei diesen Unternehmen bringt man Familie und Beruf unter einen Hut

Weiden. 27 Unternehmen aus der Stadt Weiden und dem Landkreis Neustadt/WN hatten sich um den Johanna-Frank-Preis beworben. Bayerns Sozialministerin Ulrike Scharf überreichte in Weiden die Urkunden.

Die Gewinner des Johanna-Frank-Preises 2022. Foto: Theo Kurtz

Nach 2015 und 2019 wurde jetzt zum dritten Mal der Johanna-Frank-Preis vom Lokalen Bündnis für Familie Weiden-Neustadt/WN in der Agentur für Arbeit in Weiden verliehen. Ausgezeichnet werden damit Unternehmen, die besonders großen Wert auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf legen.

27 Firmen aus der Stadt Weiden und dem Landkreis Neustadt/WN hatten ihren Hut in den Bewerbungsring geworfen – sechs mehr als 2019. Bayerns Sozialministerin Ulrike Scharf, Oberbürgermeister Jens Meyer und der stellvertretende Neustädter Landrat Albert Nickl überreichten die Urkunden.

In drei Kategorien sind die Preisträger ermittelt worden. Unterschieden wurde dabei nach den Beschäftigtenzahlen. In der Gruppe bis 20 Mitarbeiter sicherte sich der Moosbacher Intensivpflegedienst CeTa „Pflege mit Liebe“ Platz eins. Dabei hatte auf die Jury, die sich vor Ort von den familienfreundlichen Angeboten ein Bild machte, besonders die Unterstützung bei der Kinderbetreuung Eindruck gemacht.

Hauswirtschafterin kümmert sich um die Kinder

Vor Ort kümmert sich eine private Hauswirtschafterin um die Sprösslinge der CeTa-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Ein eigenes Kinderzimmer gibt es, in dem die Eltern mit ihrem Nachwuchs nächtigen können. Außerdem hilft man dem Personal bei der Vermittlung von Betreuungsplätzen. Ideal gerade für Alleinerziehende, die sich weiter qualifizieren wollen und Kurse und Seminare belegen müssen.

Preisträger in der Kategorie „21 bis 100 Mitarbeiter“ wurde isa-Industrielektronik in Weiden. In dem Unternehmen hat man eigene Programme wie etwa „Wohlfühlen und Arbeiten“ oder „Familie und isa“ aufgelegt. Bemerkenswert: Hier kann man sich auch in Teilzeit zur Industrieelektronikerin ausbilden zu lassen.

Bei BHS gibt es einen Familienmanager

Bei den Unternehmen mit mehr als 100 Beschäftigten hatte die BHS Corrugated Maschinen- und Anlagenbau GmbH in Weiherhammer die Nase vorne. Die Jury überzeugte hier unter anderem die eigens geschaffene Stelle eines Familienmanagers. Der unterstützt Eltern zum Beispiel beim Homeschooling oder gibt Hilfestellung bei sensiblen psychosozialen Fragen.

Was die Bewertungskommission bei ihren Firmenbesuchen immer wieder feststellen konnte: Das Niveau im Bereich Familienfreundlichkeit ist seit der letzten Preisvergabe deutlich gestiegen. „Wir haben daher auch die Messelatte angehoben“, betonte Christian Frey vom Bildungsbüro NEW.

Oberbürgermeister Jens Meyer bedankte sich bei Sozialministerin Ulrike Scharf für den Besuch in Weiden. Foto: Christina Geiger/Stadt Weiden

Viele Väter wollen in Teilzeit arbeiten

Wie wichtig die Vereinbarkeit von Beruf und Familie gerade in Zeiten des chronischen Fachkräftemangels ist, das machte Sozialministerin Ulrike Scharf deutlich.

„Neben dem Einkommen ist die Vereinbarkeit von Familie und Karriere heute das entscheidende Kriterium bei der Arbeitsplatzwahl“, betonte sie. Mittlerweile würden 55 Prozent der Väter während der Elternzeit in Teilzeit arbeiten wollen. „Den Männern ist es ein großes Bedürfnis, ihre Kinder aufwachsen zu sehen“, berichtete sie.

Warum der Preis nach Johanna Frank benannt wird, erläuterte abschließend Oberbürgermeister Jens Meyer. Die couragierte Weidenerin hatte sich Ende des 19. Jahrhunderts für die Einrichtung einer sogenannten Kinderbewahranstalt eingesetzt. Damit sollte es den Frauen ermöglicht werden, zu arbeiten und zum Lebensunterhalt der Familie beizutragen.

Das sind die weiteren Preisträger:

Betriebe bis 20 Beschäftigte: Bauelemente Meier, Lindner Landtechnik, Inoplast Kunststoff, CP2-Werbeagentur, for you eHealth, Landmetzgerei Kausler und Feinkostmetzgerei Witt

Firmen mit 21 bis 100 Beschäftigten: Gesellschaft für Kooperation und Service (GKS), Puzzle & Play, Richard Rank GmbH, Vantage Film, Institut für systemisches Management und Organisation (ISMO), Metallbau Korsche, Praxen für Ergotherapie Rupprecht

Unternehmen mit mehr als 100 Beschäftigten: OWS Service für Schienenfahrzeuge, Bergler Mineralöl und Witt-Gruppe

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