43. Medizinisches Forum der Medizinischen Klinik II: Risiko rechtes Herz

Weiden. Das 43. Medizinische Forum der Medizinischen Klinik II am Klinikum Weiden widmete sich dem Risiko der Entwicklung einer Belastung des rechten Herzens.

(von links) Dr. med. Mohamed Eltarahony (Interventionskardiologe, Klinikum Weiden), Prof. Dr. med. Robert H.G. Schwinger (Chefarzt Kardiologie, Klinikum Weiden), Privatdozent Dr. Michael Huntgeburth (Leiter des EMAH-Zentrum für angeborene Herzfehler am Deutschen Herzzentrum in München, Klinik der Technischen Universität München) und Prof. Dr. med. Stefan Rosenkranz (geschäftsführender Oberarzt der Kardiologie am Herzzentrum der Universitätsklinik zu Köln). Foto: Kliniken Nordoberpfalz

Der international ausgewiesene Experte für Diagnose und Behandlung der pulmonalarteriellen Hypertonie („Bluthochdruck im Lungenkreislauf“), Prof. Dr. Stefan Rosenkranz von der Universität zu Köln, stellte die aktuellen Therapiekonzepte zur Behandlung von Patienten mit akuter Lungenembolie sowie bei chronischen thrombembolischen Ereignissen in der Lungenstrombahn und der damit einhergehenden Rechtsherzbelastung vor.

Die Lungenembolie ist eine der häufigsten – oft übersehenen – Todesursachen und wird zudem häufig erst spät oder zu spät diagnostiziert. Sie kann zur pulmonalen Hypertonie und akut zum plötzlichen Herztod führen. Gerade bei ausgeprägter Lungenembolie ist heute eine interventionelle Thrombektomie („Gerinselentfernung aus der Lungenstrombahn“), wie sie auch schon bei Weidener Patienten durchgeführt wurde, oft lebensrettend.

Der Leiter des EMAH-Zentrums für angeborene Herzfehler des Deutschen Herzzentrums in München, Privatdozent Dr. Michael Huntgeburth, zeigte auf, dass durch neue interventionelle wie auch operative Therapiestrategien bei Patienten mit angeborenen Herzfehlern ein besseres Langzeitüberleben erreicht werden kann. Zunehmend werden diese Patienten auch in hausärztlicher und fachärztlicher wohnortnaher Mitversorgung behandelt werden müssen.

Risiken minimieren

Eine Vergrößerung des Vorhofes im Herzen begünstigt das Auftreten von Vorhofflimmern. Vorhofflimmern ist die häufigste Herzrhythmusstörung und birgt das Risiko thrombembolischer Komplikationen wie Schlaganfall oder Gefäßverschluss; daher müssen Patienten mit Vorhofflimmern in der Regel eine Antikoagulation einnehmen (Blutverdünnung). Die Blutverdünnung erhöht aber das Risiko für Blutungen sowohl zerebraler Natur (Gehirnblutungen), aber insbesondere auch Blutungen im Magen-Darm-Bereich.

Um Patienten das Risiko von Blutungen ersparen zu können ist heute ein Verschluss des Herzohrs, aus dem in der überwiegenden Mehrzahl der Fälle die Thromben in die Peripherie ausgespült werden, möglich. Oberarzt Dr. Mohamed Eltarahony, Interventionskardiologe am Klinikum in Weiden, stellte die aktuellen Leitlinien hierzu sowie aktuelle Patientenfälle vor.

Den Abschluss bildete Prof. Dr. Robert H.G. Schwinger, Chefarzt am Klinikum Weiden, der Vor- und Nachteile der neuen Therapie zur Behandlung der Herzschwäche (Herzinsuffizienz) mit dem “Zucker-Medikament“ Empagliflozin bzw. Dapagliflozin darstellte. Mit diesen Medikamenten können erstmals alle Formen der Herzinsuffizienz behandelt werden, es gilt aber im Besonderen auf Nebenwirkungen in der Anwendung zu achten.

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