600 Menschen gedenken Befreiung von KZ Flossenbürg

Flossenbürg. Nachdem in den letzten beiden Jahren aufgrund der Pandemie der öffentliche Gedenkakt anlässlich des Befreiungstages des Konzentrationslagers Flossenbürg entfallen musste, kamen am Sonntag fast 600 Menschen nach Flossenbürg, um den Opfern des Konzentrationslagers zu gedenken. Auch eine Staatsministerin war dabei.

Die Feierlichkeiten anlässlich des 77. Jahrestages der Befreiung des
Konzentrationslagers Flossenbürg. Bild: KZ-Gedenkstätte Flossenbürg/Thomas Dashuber
Die Feierlichkeiten anlässlich des 77. Jahrestages der Befreiung des Konzentrationslagers Flossenbürg. Bild: KZ-Gedenkstätte Flossenbürg/Thomas Dashuber
Die Feierlichkeiten anlässlich des 77. Jahrestages der Befreiung des
Konzentrationslagers Flossenbürg. Bild: KZ-Gedenkstätte Flossenbürg/Thomas Dashuber
Die Feierlichkeiten anlässlich des 77. Jahrestages der Befreiung des Konzentrationslagers Flossenbürg. Bild: KZ-Gedenkstätte Flossenbürg/Thomas Dashuber
Die Feierlichkeiten anlässlich des 77. Jahrestages der Befreiung des
Konzentrationslagers Flossenbürg. Bild: KZ-Gedenkstätte Flossenbürg/Thomas Dashuber
Die Feierlichkeiten anlässlich des 77. Jahrestages der Befreiung des Konzentrationslagers Flossenbürg. Bild: KZ-Gedenkstätte Flossenbürg/Thomas Dashuber
Die Feierlichkeiten anlässlich des 77. Jahrestages der Befreiung des
Konzentrationslagers Flossenbürg. Bild: KZ-Gedenkstätte Flossenbürg/Thomas Dashuber
Die Feierlichkeiten anlässlich des 77. Jahrestages der Befreiung des Konzentrationslagers Flossenbürg. Bild: KZ-Gedenkstätte Flossenbürg/Thomas Dashuber
Die Feierlichkeiten anlässlich des 77. Jahrestages der Befreiung des
Konzentrationslagers Flossenbürg. Bild: KZ-Gedenkstätte Flossenbürg/Thomas Dashuber
Die Feierlichkeiten anlässlich des 77. Jahrestages der Befreiung des Konzentrationslagers Flossenbürg. Bild: KZ-Gedenkstätte Flossenbürg/Thomas Dashuber

Unter den Anwesenden waren sechs Überlebende und zahlreiche Angehörige ehemaliger Häftlinge aus aller Welt. Während des Gedenkaktes sprachen der ehemalige bayerische Ministerpräsident Dr. Günther Beckstein (CSU), die Literaturwissenschaftlerin und Trägerin des Heinrich-Heine-Preises Dr. Rachel Salamander und die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien Claudia Roth (Bündnis 90/Die Grünen).

Claudia Roth: „Freiheit ist die Bedingung unseres Denkens und Handelns“

In ihrer Rede betonte die Staatsministerin vor dem Hintergrund der von den Nationalsozialisten begangenen Verbrechen und des Krieges der Russischen Föderation gegen die Ukraine die Bedeutung von Freiheit als höchstes Gut unserer Gesellschaft. „Freiheit ist die Bedingung unseres Denkens und Handelns. Und wenn wir sie nicht nur als Freiheit des Individuums von Zwang und Fremdherrschaft verstehen, sondern als Freiheit, von der alle Mitglieder einer Gesellschaft Gebrauch machen können, unabhängig von ihrer Herkunft, ihrem Glauben und ihrer sexuellen Orientierung, dann ist diese Freiheit zur Vielfalt eine Bedingung unserer Demokratie.“

Höhepunkt des Überlebendentreffens

Der Gedenkakt war der Höhepunkt des Überlebendentreffens. Bereits am Samstag hatte es verschiedene Programmpunkte für die angereisten Überlebenden und Angehörigen gegeben. Im Zentrum standen vor allem die Entwicklungen in der KZ-Gedenkstätte in den letzten beiden Jahren sowie Ausblicke in zukünftige Projekte. Parallel dazu trafen sich Studierende der Universität Regensburg aus mehreren europäischen Ländern, um zusammen über die gemeinsame Vergangenheit zu lernen und zu diskutieren.

Einzigartiges digitales Denkmal

Die Studierenden starteten das Projekt „Every Name Counts“ zu den Effektenkarten des KZ Flossenbürg, das zusammen mit den Arolsen Archives ins Leben gerufen wurde. Auf der im Internet freizugänglichen Crowdsourcing-Plattform Zooniverse kann ab sofort jeder und jede mithelfen, Daten aus lagerzeitlichen Dokumenten des KZ Flossenbürg zu erfassen und somit vor dem Vergessen zu bewahren. Diese Dokumente sind häufig die einzigen Spuren, die sich zu den einstigen Häftlingen erhalten haben.

Mit „Every Name Counts“ haben die Arolsen Archives ein einzigartiges digitales Denkmal geschaffen. Die Kooperation ist die erste ihrer Art zwischen einer der großen KZ-Gedenkstätten und den Arolsen Archives und der Beginn einer vertieften Zusammenarbeit zwischen beiden Institutionen, die in der Zukunft um weitere Projekte erweitert werden soll.

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