77. Jahrestag der Befreiung: Mehr als 300 Gäste in KZ-Gedenkstätte Flossenbürg erwartet

Flossenbürg. Kulturstaatsministerin Claudia Roth spricht beim Gedenkakt anlässlich des 77. Jahrestages der Befreiung des KZ Flossenbürg.

KZ Gedenkstätte Flossenbürg Symbolbild: David Trott (Archiv)

Der öffentliche Gedenkakt anlässlich des 77. Jahrestages der Befreiung des Konzentrationslagers Flossenbürg findet am Sonntag, dem 24. April 2022, um 14.00 Uhr statt.

Während des Gedenkakts werden die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Staatsministerin Claudia Roth (Bündnis 90/Die Grünen), der ehemalige Bayerische Ministerpräsident Dr. Günther Beckstein (CSU) sowie die Publizistin und Trägerin des Heinrich-Heine-Preises Dr. Rachel Salamander zu den mehr als 300 anwesenden Gästen sprechen.

Überlebende und Angehörige reisen nach Flossenbürg

Für die Veranstaltung reisen sechs Überlebende sowie zahlreiche Angehörige ehemaliger Häftlinge aus der ganzen Welt nach Flossenbürg, um zusammen mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Religion und Gesellschaft an die Befreiung des KZ Flossenbürg am 23. April 1945 zu erinnern.

Aufgrund der Pandemie musste der Gedenkakt in den letzten beiden Jahren unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden. Zum Schutz der anwesenden Überlebenden findet die Veranstaltung unter 3G-Bedingungen statt. Der Gedenkakt wird live im Internet übertragen. Der Link zum Livestream erfolgt zeitnah auf der Homepage des KZ Flossenbürg.

Das Konzentrationslager Flossenbürg wurde am 23. April 1945 von US-amerikanischen Truppen befreit. Bei ihrer Ankunft fanden Angehörige der 90. US-Infanteriedivision der dritten US-Armee noch etwa 1.500 schwerkranke und geschwächte Häftlinge im Lager vor. Wenige Tage vor Ankunft der US-Amerikaner hatte die SS ungefähr 15.000 Häftlinge des Stammlagers Flossenbürg auf sogenannte Todesmärsche in Richtung Süden getrieben. Für diejenigen, die das Kriegsende erleben, ist der Moment der Befreiung mit unterschiedlichen Gefühlen verbunden. Während sich die einen freuen, die Verfolgung und die Haft in den Konzentrationslagern überlebt zu haben, sind andere aufgrund der katastrophalen Bedingungen in den Lagern so stark geschwächt, dass sie ihre Befreiung kaum realisieren können. Der Beginn eines neuen Lebens ist für keinen von ihnen leicht.

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