Abschied von Ehrenkreisbrandinspektor

Grafenwöhr. Georg Tafelmeyer hatte 44 Jahre seines Lebens in den Dienst der Mitmenschen gestellt. 30 Fahnenabordnungen erwiesen dem Ehrenkreisbrandinspektor die letzte Ehre.

30 Fahnenabordnungen erwiesen dem Ehrenkreisbrandinspektor die letzte Ehre. Bild: Siegfried Bock

Im Alter von 67 Jahren hatte Georg Tafelmeyer den Kampf gegen eine ausweglose Krankheit verloren. In der Pfarrkirche schaute Pfarrer Varghese Puthenchira, der mit Pater Prince Kalarimuryil konzelebrierte, auf den Lebensweg des Heimgegangenen.

Als erstes von vier Kindern der Eheleute Anna und Georg Tafelmeyer geboren, erlernte er den Beruf des Fernmeldehandwerkers, machte den Aufstieg und übte diese Tätigkeit bis zur Pensionierung bei der Telekom aus. Die Erlebnisse während seines Wehrdienstes als Matrose auf Hoher See prägten sein ganzes Leben.

Treuer Kirchengänger

Für Tafelmeyer war es eine Selbstverständlichkeit, beim Umbau der Kirche, der Pfarrheimrenovierung und anderem mitzuhelfen. Auch das Amt des Kirchenpflegers übernahm er einige Jahre. Als treuer Kirchgänger war er auch als Kommunionhelfer tätig.

Besonders am Herzen lag ihm die Wallfahrt nach Gößweinstein, an der er selbst 55 Mal teilnahm und die er 23 Jahre als Pilgerführer leitete. Passend dazu sang Hans Liedl das Dreifaltigkeitslied. Für seinen vielfältigen Einsatz für die Pfarrei und für sein Glaubenszeugnis sagte Puthenchira „Vergelt`s Gott!“ Er erwähnte auch, dass Tafelmeyer viele Jahre mit seinem Vater seine schwerkranke Mutter pflegte, die er 2017 zu Grabe tragen musste.

Enkelin Evi war sein ganzer Stolz

Ein weiterer Schicksalsschlag war der Tod seines Bruders Leo Tafelmeyer zwei Jahre später. Mit Ehefrau Hildegard Tafelmeyer hatte er, dem auch die Waldpflege immer am Herzen lag, stets ein offenes Ohr für die Sorgen seiner beiden Kinder. Enkelin Evi war sein ganzer Stolz.

„Möge ihn der heilige Georg und der heilige Florian zusammen zur Heiligen Dreifaltigkeit begleiten und möge er in Frieden ruhen bis zum Wiedersehen“ schloss Puthenchira. Im langen Trauerzug marschierten auch die Feuerwehr-Führungskräfte des Landkreises und 30 Feuerwehrabordnungen zum Friedhof.

Menschliche und fachliche Führungsqualitäten

Dort hatte sich bereits eine große Trauergemeinde eingefunden. „Die Corona-Krise lehrt uns, wir brauchen Menschen, die anderen bei Notfällen, Unglück und Katastrophen helfen. Zu diesen Gutmenschen hat auch Georg Tafelmeyer gehört“ unterstrich stellvertretender Landrat Albert Nickl. Er habe Tafelmeyer als kompetenten, rührigen, besonnenen, sachlichen und freundlichen Mann kennengelernt, der auch die Kameradschaft pflegte.

„Auf ihn war zu 100 Prozent Verlass.“ Mit seinen menschlichen und fachlichen Führungsqualitäten habe er auch als Kreisbrandmeister ab 1986 und ab 1998 als Kreisbrandinspektor für den Bereich Neustadt/WN West das Feuerlöschwesen im Landkreis bereichert und dabei viele Einsätze mit Bravour gemeistert.

Außerordentliches Engagement

Für sein jahrzehntelanges außerordentliches Engagement im Feuerwehrdienst für die Menschen unserer Heimat sagte Nickl auch im Namen des Landkreises, von Landrat Andreas Meier und der Kreisbrandinspektion „Vergelts Gott!“.

„Auch die Gemeinde verliert einen verdienten Mitmenschen, der sich durch sein überdurchschnittliches Engagement auszeichnete, dabei die Belange der Bürgerschaft in den Vordergrund seines Handelns stellte und immer für sie da war, wenn man seinen Rat oder seine Hilfe gebraucht hatte“ betonte Bürgermeister Ludwig Biller.

Ein fester Bestandteil der CSU

Auch das Vereinsleben und die Geselligkeit in seiner Heimatgemeinde lagen ihm am Herzen. „Wir haben eine große Persönlichkeit, ein Vorbild, einen Freund und feinen Menschen verloren“ sagte Biller mit einem Dank im Namen auch der ehemaligen Bürgermeister und Gemeinderäte.

Thomas Schönberger bezeichnete Georg Tafelmeyer als festen Bestandteil der CSU, der sich während seiner nahezu 40-jährigen Zugehörigkeit auch als Beisitzer und Schatzmeister engagiert hatte. Reinhold Tafelmeyer erinnerte an den besten von 17 Jungschützen zur Eröffnung des neuen Schießstands 1967. Beim 65-jährigen Jubiläum 1970 habe der „Schore“, wie ihn viele nannten, als Fahnenjunker die Fahne, die zuletzt seinen Sarg im Leichenhaus begleitete, zur Weihe getragen.

Die Fahnen senkten sich ein letztes Mal

Die tiefe Betroffenheit der Siedlergemeinschaft brachte Erwin Schönl zum Ausdruck, der für die 25-jährige Treue dankte. „Er ist vor fast 50 Jahren eingetreten und hat die Modernisierung und den technischen Fortschritt der Marktfeuerwehr vorangetrieben“ hob Vorsitzender Thomas Gmeiner hervor.

Höhepunkt seiner zwölfjährigen Kommandantenzeit war das 125-jährige Jubiläum mit Fahrzeugsegnung 1993. Die Fahnen senkten sich ein letztes Mal zum Lied vom „Guten Kameraden“, intoniert von der Stadtkapelle Grafenwöhr.

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