Abstieg in die Oberwildenauer Unterwelt

Oberwildenau. Mehrere Marktgemeinderatsmitglieder sind sieben Meter "unter die Erde" abgestiegen um die Ausgaben für die Sanierung der Kanalisation zu verstehen.

Zweite Bürgermeisterin Sigrid Ziegler wagte auch den Abstieg in die Oberwildenauer Unterwelt. Bild: Walter Beyerlein
Marktgemeinderat Roland Rauch geht mit blütenweißem Overal auf Besichtigung des Regenrückhaltebeckens in sieben Meter Tiefe. Bild: Walter Beyerlein
Bürgermeister Sebastian Hartl (Zweiter von links) erklärt den
Beim Begehen des Regenrückstaukanals durch einen Mitarbeiter des Bauhofes werden die Dimensionen des irdischen Bauwerks richtig sichtbar. Bild: Walter Beyerlein

Wer erinnert sich noch an den Schwarz-Weiß Krimi „Der dritte Mann“ aus dem Jahr 1949 mit der unverkennbaren Titelmelodie von Anton Karas auf der Zither? Das Finale des Films spielte sich in der Wiener Kanalisation ab. Ohne „kriminellen Gedanken“, vielmehr mit dem Interesse die Ausgaben des Marktes Luhe-Wildenau für die Sanierung der Kanalisation Oberwildenau zu verstehen, sind mehrere Marktgemeinderatsmitglieder am späten Donnerstagnachmittag sieben Meter „unter die Erde“ abgestiegen.

Für die Sicherheit der Marktgemeinderatsmitglieder war bestens gesorgt. Dazu sind jedem Gremiumsmitglied Sicherheitsgurte angelegt worden. Ein daran befestigtes Stahlseil hätte bei einem „Ausrutscher“ auf den Stahlstufen dank der vorhandenen Sicherheitstechnik die betreffende Person sofort gestoppt.

Sanierung des unterirdischen Regenrückhaltebeckens

Bürgermeister Sebastian Hartl hatte die Marktgemeinderatsmitglieder zu der Besichtigung der aktuellen Baustelle unter dem Straßenkörper eingeladen. Dort wird seit mehreren Wochen das unterirdische Regenrückhaltebecken, errichtet in den neunziger Jahren, saniert.

Um die Maßnahme durchführen zu können, war zunächst die Verlegung eines Umlaufkanals notwendig, damit die Arbeiter im Regenrückhaltebecken „keine nassen Füße“ bekommen. Wer den Naabweg benutzt, sieht von den Ausmaßen des unterirdischen Bauwerks nichts, die wenigen Schachtabdeckungen geben auch keine Hinweise auf den Umfang des Regenrückhaltebeckens.

Investition von 150.000 Euro

Beide Rückhaltebecken sind durch eine vierzig Meter lange Rohrleitung mit einem Durchmesser von drei Metern miteinander verbunden. Jetzt hatte man die Anlage komplett gesäubert, die Betonwände saniert und neu beschichtet. Aktuell werden verschiedene Drosselklappen und die Schwallspülung erneuert. Die Drosselklappen haben die Aufgabe, den Zulauf des Abwassers zum Hebewerk Unterwildenau auf dessen Leistungsfähigkeit zu begrenzen.

Die Schwallspülung schaltet sich automatisch ein, wenn ein Starkregenereignis vorbei ist, um dann in den Becken und Leitungen abgelagerte oder hängen gebliebene Feststoffe zu beseitigen. Die Planung der Maßnahnahme und die Bauleitung liegt bei Bauhofleiter Stephan Gloßner. Das Team des Bauhofes arbeitet eng mit den beauftragten Fachfirmen zusammen. Insgesamt investiert der Markt Luhe-Wildenau in diese Maßnahme rund 150.000 Euro.

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