Ältestes Mauerwerk in Floß saniert

Floß. Die Arbeiten am denkmalgeschützten Ensemble „Friedhofring“ im Pfarrzentrum der evangelischen Kirchengemeinde St. Johannes Baptista sind in vollem Gange.

Präzisionsarbeit war beim Einsetzen der alten Fragmente von Grabdenkmälern aus dem alten Friedhof an den markierten und eingemessenen Stellen gefragt. Doch jetzt ist es geschafft. In Kürze sind die Bauarbeiten fertiggestellt. Foto: Fred Lehner
Präzisionsarbeit war beim Einsetzen der alten Fragmente von Grabdenkmälern aus dem alten Friedhof an den markierten und eingemessenen Stellen gefragt. Doch jetzt ist es geschafft. In Kürze sind die Bauarbeiten fertiggestellt. Foto: Fred Lehner
Der Teil eines alten Grabdenkmals. Es fand wieder den angestammten und markierten Platz.Foto: Fred Lehner
Der Teil eines alten Grabdenkmals. Es fand wieder den angestammten und markierten Platz.Foto: Fred Lehner

Die meist aus Feldsteinen, Steinblöcken und aus heimischen Granit zu Beginn des 16. Jahrhunderts hergestellte Befestigungsmauer zwischen dem Anwesen des Gasthofes „Goldener Löwe“ und dem Pfarrhaus drohte einzustürzen. Die Mauer gehört zum denkmalgeschützten Ensemble „Friedhofring“ im Pfarrzentrum der evangelischen Kirchengemeinde St. Johannes Baptista.

Denkmalschützer haben ein Auge auf die Arbeiten

Schon deshalb musste vor der dringend notwendigen Sanierung des Bauwerks das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege in München eingeschaltet werden. Was für den Denkmalschutz äußerst wichtig war: Die alten Granitabdeckplatten und bestehende Teile früherer Fragmente von Grabmälern des ehemaligen Friedhofes um die Pfarrkirche müssen erhalten bleiben.

Sowohl die aus Flossenbürger Granit stammenden Abdeckplatten als auch die Steinelemente mussten auf die markierten und eingemessenen Standorte wieder versetzt werden, hieß es in der gutachtlichen Stellungnahme des Landesamtes.

Jahrhunderte alte Geschichte

Der „alte Friedhof“ befand sich bis zum Jahre 1818 rund um das Gotteshaus der damaligen Simultankirche, sie trägt die Jahreszahl 1503. Der heutige Friedhof wurde 1818 eingeweiht. Er wurde unmittelbar nach Auflösung des jahrhundertelangen Simultaneums im Jahre 1912, also vor genau 110 Jahren, als „evangelischer Friedhof“ ausgewiesen.

Das Mauer selbst wurde komplett innerhalb des Pfarrhofes auf eine Höhe von bis zu sechs Metern neu verfugt, um die Stabilität zu sichern. Während der Bauarbeiten wurden kleine Gebeine im alten Friedhofsbereich vorgefunden. Wenn das vermehrt vorgekommen wäre, hätten diese gesammelt und an anderer Stelle vertieft wieder beigesetzt werden müssen.

Viel Geld investiert

Pfarrer Wilfried Römischer und die Kirchenverwaltung atmen auf. Immerhin mussten über 200.000 Euro für dieses Bauwerk aufgewendet werden. Der größte Teil wird über Zuschüsse der Landeskirche finanziert. Auch die Kirchengemeinde hat einen noch festzusetzenden Teil der Kosten zu tragen.

In diesen Tagen legen die beauftragten Baufirmen letzte Hand an der denkmalgeschützten, ältesten Befestigungsmauer an. Sorgfältig und fachgerecht wurden die Abdeckplatten und die Fragmente von Grabmälern auf die Mauer gesetzt. Zum Bauabschluss gehört auch noch die Anbringung eines neuen Metallgeländers.

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