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Alarmierend: Wälder sind zu trocken!

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Nordoberpfalz. Bäume pflanzen gegen den Klimawandel: Aber welche? Was die Baumarten angeht, heißt es umdenken. Denn Dürre macht dem Wald zu schaffen.

Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) war der April heuer der kälteste April in Deutschland seit 40 Jahren, außerdem ist der Monat seit Jahren zu trocken. Seit 1980 habe es keinen so kühlen April mehr gegeben: „Auch in Zeiten der Erderwärmung ist ein deutlich zu kühler Monat zwar seltener, aber immer möglich. Dieser April ändert nichts am Trend. Seit Aufzeichnungsbeginn 1881 hat sich die Monatsmitteltemperatur im April in Deutschland um knapp zwei Grad erhöht", erklärt ein DWD-Sprecher.

Seit 2009 war jeder April in Deutschland zu trocken

Zugleich war der April 2021 deutlich zu trocken und recht sonnig. Das meldet der DWD nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2.000 Messstationen. Die Trockenheit betrifft auch die Nordoberpfalz, insbesondere den Landkreis Tirschenreuth.

Im April fiel laut DWD mit rund 35 Litern pro Quadratmeter (l/m²) knapp 40 Prozent weniger Niederschlag als im Mittel der Referenzperiode 1961 bis 1990 mit 58 l/m². Verglichen mit der Periode 1991 bis 2020 lag das Minus bei fast 25 Prozent. "Damit war seit 2009 jeder April in Deutschland zu trocken", erklärt der Wetterdienst-Sprecher.

Fichte stirbt langsam

Die Trockenheit macht sich auch in Wäldern bemerkbar: Sie setzt Flachwurzlern wie Fichten zu. Von unten fehlt das Grundwasser, von oben vor allem Sommerniederschläge. Das macht sie außerdem anfälliger für Schädlinge wie den Borkenkäfer, wie Fuchsmühls-Revierförster Eckhard Deutschländer weiß. Der Wald leidet unter der Trockenheit und dem Borkenkäfer. Rund um Fuchsmühl mussten schon 10.000 Kubikmeter Bäume gefällt werden – und noch ist kein Ende in Sicht. Für die Fichte ist es ein langsamer Tod: Die Dürre bedroht heimische Wälder.

Deshalb braucht es für die Zukunft mehr Bäume, die Wassermangel verkraften und widerstandsfähiger gegen Schädlinge wie den Borkenkäfer sind. Alternative können Mischwälder sein, welche Bäume dafür besonders geeignet sind, wird erforscht.

Nordoberpfalz "forstet exotisch auf"

„Mischbaumarten graben der flachwurzelnden Fichte das letzte Wasser ab. Wir müssen umdenken und mehr hitzeresistente Baumarten pflanzen und mit einem breiteren Baumarten-Potpourri aufwarten, als es der Naturwald bietet“, sagt der Revierförster Eckhard Deutschländer.

Neben Tannen und Douglasien als leistungsfähige, bauholztaugliche Nadelbaumarten müsse man beim Laubholz neben Eichen und Kirschen aber auch offen für eher exotisch anmutende Arten wie Elsbeere, Esskastanie, Platane, Wildbirne, Mehlbeere, Nussbaum oder Türkische Baumhasel sein.

Auch in Weiherhammer hat eine Ortsgruppe des Landesbundes für Vogelschutz einen für den Landkreis Neustadt/WN eher seltenen Baum gepflanzt: eine Stechpalme, übrigens der deutsche Baum des Jahres 2021. Mehlbeere und eine veredelte Walnuss haben außerdem im Kreislehrgarten in Floß einen Platz gefunden.

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Ortsgruppen-Vorsitzende Karin Bertl beim Pflanzen einer Stechpalme bei Trippach im April. Bild: LBV Weiherhammer.
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Eine Mehlbeere und eine veredelte Walnuss wurden im April im Kreislehrgarten in Floß gepflanzt. Von rechts: Landrat Andreas Meier, Rita Rosner, Albert Nickl, Stefan Härtl, Maria Treiber und Mathilde Müllner. Foto: Gabi Eichl

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