Wirtschaft

Amberg-Weiden soll herausragender Hochschulstandort werden

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Weiden. Strategietreffen an der OTH Weiden: Was kann die Hochschule für die Region leisten? Und wie können Politiker sie dabei unterstützen? Der neue Präsident Professor Clemens Bulitta im Ideenaustausch mit den CSU-Mandatsträgern der nördlichen Oberpfalz.

Ringen um die Aufwertung des Hochschulstandortes Amberg-Weiden: (von links) OTH-Präsident Clemens Bulitta, Landtagsabgeordneter Stephan Oetzinger, Bundestagsabgeordneter Albert Rupprecht, IT-Experte Professor Daniel Loebenberger, Professor Wolfgang Weber und Vizepräsidentin Professor Christiane Hellbach. Bilder/Montage: Herda

Der neue Präsident packt an: Die OTH Amberg-Weiden soll ein schärferes Profil bekommen, einen Beitrag zum lebenslangen Lernen leisten, neue Studierende gewinnen und so auch den Fachkräftemangel kompensieren. „Wir haben einen gesellschaftlichen Auftrag zu erfüllen“, sieht Professor Clemens Bulitta die Hochschule in der Pflicht. „Sie unterstützen uns dabei mit den notwendigen Ressourcen“, erläutert er die Arbeitsteilung.

OTH im nationalen Wettbewerb

Für den Weidener Bundestagsabgeordneten Albert Rupprecht (CSU), derzeit noch Sprecher für Forschung und Bildung der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, ist die OTH ein zentraler Baustein für die Entwicklung der Region. „Der Raum wird bestehen können, wo die jungen Leute bleiben wollen“, fordert er, alle Hebel in Bewegung zu setzen, um für qualifizierten Nachwuchs attraktiv zu bleiben. 

„Im nationalen Wettbewerb der Hochschulstandorte haben dabei nur die herausragenden die besten Chancen“, sagt Rupprecht. „Der Chef der Berliner Charité sagt zu mir, er weiß nicht, wie er pensionierte Mitarbeiter in den nächsten Jahren ersetzen soll.“ Bei der Konkurrenz um die besten Köpfe setzten sich die besten Regionen durch. Die Grundlagen dafür seien gelegt. „Wir können eine Vorzeigeregion werden.“

Attraktiv für ausländische Studierende 

Ein positiver Indikator für die Attraktivität des Standorts sei die Quote ausländischer Studierender von 18 Prozent – etwa zur Hälfte aus europäischen und außereuropäischen Staaten. „Sie müssen uns sagen, wo wir da noch unterstützen können“, fordert Rupprecht. „Etwa durch eine Nivellierung des Ausländerrecht, damit diese auch anschließend hier bleiben können.“ Allein mit dem Nachwuchs aus der Region sei der Fachkräftemangel schon wegen der demografischen Entwicklung nicht zu meistern. 

Ausbildungsimporteur Nummer 1 seien nach wie vor die USA, macht Präsident Bulitta deutlich, der selbst mit einem DFG-Stipendium als Research Fellow am Massachusetts General Hospital der Harvard University in Boston USA wirkte. Der Landtagsabgeordnete Stephan Oetzinger fände in diesem Zusammenhang eine Änderung der Zuwanderungsgesetzgebung zweckmäßig: „Es ist wichtig zu unterscheiden, ob Menschen zum Schutz oder zur Ausbildung zu uns kommen.“

Selektion der Unternehmen

Vizepräsidentin Professorin Christiane Hellbach plädiert für eine Selektion vonseiten der Unternehmen: „Der Ideale Weg ist, wenn die Unternehmen ihre Wunschkandidaten auswählen.“ Solche dual Studierenden aus dem Ausland hätten eine ganz andere Motivation. „Meine Erfahrung ist, dass sie mit ihrer betrieblichen Praxis auch im Studium ganz anders mitdiskutieren.“

Professor Wolfgang Weber fordert außerdem Vereinfachungen der Antragsverfahren: „Die werden immer komplizierter, das sind 20 Seiten.“ Viele Anträge scheiterten schon an der bürokratischen Sprache, die viele ausländische Studierende nicht beherrschten. 

Bezahlbare Wohnheimplätze als Integrationsfaktor 

Das sprachliche Niveau sei ein weiterer wichtiger Baustein: „Bei einigen Kandidaten fragt man sich, woher haben die das A2-Zertifikat?“, zweifelt Bulitta an der Qualität mancher Sprachinstitute.  „Und in technischen Fächern braucht man schon fast B2.“ Das A und O seien Pflichtpraktika in deutschen Firmen. „Meine Tochter ging ohne Sprachkenntnisse ein Jahr nach Brasilien, heute spricht sie fließend Portugiesisch.“

Nach pragmatischen Lösungen sucht Professor Weber: „Wir brauchen bezahlbaren Wohnraum, vor allem Wohnheimplätze sind ein wichtiger Integrationsfaktor, viel besser als irgendwo allein in einem Zimmer zu sitzen.“

OTH wie Spinne im Netz 

Langfristig müsse die OTH alle Kanäle bespielen, um bei rückläufigen Studierendenzahlen bestehen zu können: Dazu gehöre das duale Studium für alle Studienfächer genauso wie das Miteinander von Ausbildung und Studium für Handwerksmeister, lebenslange Qualifizierungsmaßnahmen und eine Vernetzung mit der Denkwelt in Halmesricht, die nicht in erster Linie vom Gebäude abhänge: „Es geht um den Ökosystem-Gedanken, bei dem wir als Hochschule wie die Spinne im Netz agieren müssen.“

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