Anni und Konrad Kraus feiern Diamantene Hochzeit

Störnstein. Einen Diamant hat Konrad Kraus seiner Anni nicht angesteckt, aber die Feier der Diamantenen Hochzeit war für die beiden 83-Jährigen und ihre Söhne und deren Familien nicht weniger wertvoll als mit einem teuren Stein am Finger. 

Konrad und Anni Kraus nach dem Gottesdienst, an dem Söhne, Enkel und Urenkel teilgenommen haben; mit im Bild Pater Rafal, der die Messe gefeiert hat. Foto: Gabi Eichl

Es ist pandemiebedingt eine intime Familienfeier, unter anderen Umständen hätte der Altbürgermeister auf seinem Hof am Lanzerweg groß gefeiert. So wie er und seine Frau ihre Geburtstage, zwischen denen gerade einmal eine Woche liegt, gern feiern.

Beim Bergfest in Parkstein kennengelernt

Am 16. Mai 1961 heiraten Konrad Kraus und Anni Hofmann aus Ritzlersreuth vor Pfarrer Franz Skrzeczek in der St.-Salvator-Kirche. Einen Tag zuvor hat Bürgermeister Ludwig Stangl das Paar standesamtlich getraut, freilich nicht wissend, dass ein Nachfolger im Bürgermeisteramt vor ihm steht.

Kennengelernt hat Kraus seine Anni fünf Jahre vorher beim Bergfest in Parkstein. Der „Gerstbauer“ bewirtschaftet damals mit seiner Mutter und seiner Schwester Martha den 1954 ausgesiedelten Hof am Lanzerweg, den er im Jahr seiner Hochzeit übernimmt.

Vier Söhne bekommt das Ehepaar; inzwischen gehören sieben Enkel und drei Urenkel zur Familie, und alle kommen gern und oft zum Hof zurück.

Große Studienreisen nach dem Tod der Mutter

Zwei Jahre pflegt Anni Kraus Tag und Nacht ihre bettlägerige Schwiegermutter, eine sehr schwere Zeit, wie sie sich erinnert. Nach deren Tod unternimmt das Ehepaar große Pilger- und Studienreisen – nach Israel, nach Auschwitz, Tschenstochau, Lourdes, Assisi, Rom.

Sehr früh schon entdeckt Konrad Kraus seine Leidenschaft für die Kommunalpolitik. 1966 wird er mit gerade einmal 28 Jahren als Jüngster auf der CSU-Liste in den Gemeinderat gewählt. In der nächsten Legislaturperiode wird er Zweiter Bürgermeister. 1978 kandidiert er dann als Bürgermeister, wird gewählt und bleibt bis 2002 im Amt.

Herzensanliegen: Bauland zu erschwinglichen Preisen

Verschiedene große und kleinere Baumaßnahmen fallen in seine Amtszeit, zum Beispiel die Dorferneuerung im Hauptort Störnstein, der Bau des Gemeindezentrums, des Kindergartens und des Leichenhauses.

Die Ausweisung mehrerer Baugebiete in Störnstein und Reiserdorf mit Bauplätzen zu erschwinglichen Preisen sei ihm ein Herzensanliegen gewesen, sagt Kraus.

Im Ruhestand mit dem Bücherschreiben angefangen

Heute verbringt der Altbürgermeister viel Zeit im Wald und bei seinen Bienen, die er 1953 von seinem Vater übernommen hat. Aber auch am Schreibtisch, denn Kraus ist im Ruhestand zum Autor geworden.

Seine Erinnerungen füllen inzwischen drei Bücher mit den Titeln „Gesagt Wie – aus der Praxis für die Praxis“ (2007), „Störnstein meine Heimat“ (2013) und „Hof und Familiengeschichte“ (2019).

Die große Feier der Diamantenen Hochzeit wollen Konrad und Anni Kraus im Sommer nachholen.

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