Arbeitsmarkt: In Weiterbildung investieren lohnt sich

Nordoberpfalz. Der Herbst zeigt sich freundlich - und das nicht nur wetterbedingt. Die Arbeitslosenzahlen sind weiter gesunken, die Zahl der offenen Stellen dagegen steigt.

Nach der Urlaubszeit sinkt die Zahl der arbeitslosen Männer und Frauen um 200 Personen auf 3.743. Zugleich ist die Nachfrage nach Fachkräften ungebrochen hoch. 493 freie Stellen meldeten die Unternehmen dem Arbeitgeber-Service der Arbeitsagentur allein im September.

„Erfreulicherweise ist die Arbeitslosigkeit im September weiter gesunken, genau gesagt um 0,2 Prozentpunkte auf 3,1 Prozent. Insbesondere junge erwerbslose Menschen nehmen ihre Chance wahr und starten in eine neue Beschäftigung oder beginnen eine Ausbildung oder ein Studium.“ erläutert Thomas Würdinger, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Weiden.

Weniger jugendliche Arbeitslose

Die stabile Konjunkturlage in der nördlichen Oberpfalz bewirkt, dass Arbeitslosigkeit bei allen Alterskohorten im Vergleich zum Vormonat und auch zum Vorjahresmonat deutlich abgebaut wurde. Insbesondere Jugendlichen bis 25 Jahre eröffnen sich zahlreiche Perspektiven. Binnen eines Monats sank deren Zahl um 21,3 Prozent auf 403 Arbeitslose.

Die hohe Dynamik am Arbeitsmarkt wird durch folgende Zahlen belegt: In den letzten vier Wochen meldeten sich 953 Menschen neu oder erneut arbeitslos. Im gleichen Zeitraum beendeten 1.140 Personen ihre Erwerbslosigkeit.

Arbeitslosigkeit in den Rechtskreisen

Seit Einführung der Hartz-IV-Reformen werden arbeitslose Menschen mit Anspruch an die Arbeitslosenversicherung von der Agentur für Arbeit und hilfebedürftige Arbeitslose von den Jobcentern betreut. Für 1.923 Männer und Frauen ist die Agentur für Arbeit zuständig. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sind somit 660 Personen oder 25,6 Prozent weniger bei der Agentur für Arbeit gemeldet.

Die Jobcenter Weiden-Neustadt und Tirschenreuth fungieren für 1.820 Menschen als erste Ansprechpartner am Arbeitsmarkt. Vor einem Jahr lag die Zahl der hilfebedürftigen Arbeitslosen dort um 127 Personen höher bei 1.947.

Die Weiterbildung von Beschäftigten lohnt sich

Die Suche nach neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist mittlerweile wieder ein branchenübergreifendes Anliegen. Bei einem Bestand von 3.110 offenen Arbeitsstellen im Berichtsmonat sind dem Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit 493 neue Stellenangebote gemeldet worden. Davon richteten sich über 70 Prozent an Fachkräfte, lediglich knapp 30 Prozent waren Helferstellen.

Die Gewinnung gut ausgebildeter, neuer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wird für Betriebe verschiedenster Branchen wieder zunehmend zur Herausforderung. „Für diese Unternehmen kann es sich lohnen, bei der Personalsuche den Blick auch nach innen zu richten: Rund 4.200 Beschäftigte ohne formellen Berufsabschluss sind noch keine 35 Jahre alt und in vielen Betrieben schlummern verborgene Talente“, so Thomas Würdinger.

Der Arbeitsmarktexperte regt an, Beschäftigte, deren Qualifikation noch nicht oder nicht mehr den Anforderungen der Unternehmen entsprechen, verstärkt weiterzubilden – auch mithilfe der Bundesagentur für Arbeit. „Von einer solchen Qualifizierung im Betrieb profitieren dann alle Seiten: Den Betrieben stehen ihre erfahrenen und mit den Unternehmensabläufen vertrauten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter künftig als gut
ausgebildete Fachkräfte zur Verfügung. Die Beschäftigten reduzieren ihr Risiko, arbeitslos zu werden – gerade in Zeiten von Digitalisierung und Strukturwandel“, so Würdinger weiter.

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