Artillerieübung am Truppenübungsplatz: Darum ist es laut

Grafenwöhr/Vilseck. „Wir schätzen die Transparenz und Offenheit der US-Armee und nehmen die Möglichkeit der Information gerne an“, so lautete das Fazit von Bürgermeister Edgar Knobloch und Hans Martin Schertl, Bürgermeister Vilseck. Das Ausbildungskommando der 7. US-Armee (7th ATC) hatte im Rahmen der multinationalen Artillerie-Übung „Dynamic Front 18“ zum „Leadersday“ eingeladen und klärte auf, warum es in den nächsten Tagen im Übungsareal besonderes laut wird.

Von Gerald Morgenstern 

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Neben den örtlichen Vertretern besuchte auch Delegation von Kommunalpolitikern aus dem Landkreis Ansbach den Truppenübungsplatz. Noch bis zum 10. März wird im Rahmen der Großübung Dynamic Front 18 intensiv mit Artillerie geübt. 3.700 Teilnehmer aus 26 NATO- und Partnernationen nehmen teil. Fünf Nationen, darunter auch die Bundeswehr aus Weiden lassen in diesen Tagen 94 Haubitzen und Artilleriegeschütze sprechen. Der Chef des Stabes, Oberst Clark Lindner, informierte im Hauptquartier am Wasserturm die Bürgermeister, Kommunalpolitiker und Behördenvertreter über die Strukturen des Ausbildungskommandos.

Er stellte insbesondere den Vertretern des Ansbacher Raums die Übungsmöglichkeiten der Plätze Grafenwöhr und Hohenfels vor. Lindner erläuterte auch die Einrichtungen des Simulation Center sowie die Kommunikationswege mit den multinationalen Partnern und Übungszentren. “Wir wollen Ihnen zeigen wie wichtig solche Übungen sind und erklären, warum es laut wird“, so Oberst Lindner. Der kommandierende General des 7th ATC, Brigadegeneral Antonio A. Aguto, hob in seiner Begrüßung die Freundschaft und Partnerschaft mit den Standort- und Anrainergemeinden in Bayern heraus, er betonte: „Es geht nur mit Ihrer Unterstützung und Ihrem Verständnis“.

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Im Hauptquartier am Wasserturm informierte Oberst Clark Lindner Bürgermeister, Kommunalpolitiker und Behördenvertreter über die Strukturen des Ausbildungskommandos.

Mehr Soldaten, mehr Geschütze, mehr Munition

Die Artillerieübung trägt den Namen „Dynamic Front 18“ und hat von Beteiligung, eingesetzten Soldaten, Geschützen und der Munition die dreifache Größe der letztjährigen Artillerieübung. NATO-Artillerieverbände und unterstützende Einheiten üben die streitkräfteübergreifende, taktische Feuerunterstützung und überprüfen ihre Interoperabilität in einem multinationalen Umfeld. Die Soldaten demonstrierten den Kommunalpolitikern die Zusammenarbeit bei der Zielidentifizierung bis hin zum Abfeuern eines Geschützes. Die Fire-Schwardon des 2. US-Kavallerieregiments aus Vilseck zeigte den Ablauf an der gezogenen US-Artillerie Tripple-Seven. Die erklärten auch die Munitionssorten der 155-Milimeter-Artillerie-Granate.

Die Wirkung der Munition im Ziel bekamen die Gäste auf der Beobachtungsstelle auf dem Schwarzenberg aus sicherer Entfernung vorgeführt. Vorgeschobene Beobachter verschiedener Nation darunter Frankreich, Deutschland, Italien, die Türkei, Spanien, Polen und die USA lenkten dort mit ihren Feuerleitsystemen in den Gefechtsständen den Flug der Geschosse. Noch bis zum Samstag wird aus allen Rohren geschossen.

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Stabschef Oberst Clark Lindner (vorne) erklärte den Kommunalpolitikern und Behördenvertretern darunter auch 1. Polizeihauptkommisar Werner Stopfer auf dem Schwarzenberg die Arbeit der Feuerleitstellen. Vorne ein französischer Artilleriebeobachter.

Dynamic Front 18 soll auch streitkräfteübergreifende, multinationale Luftnahunterstützung mittels amerikanischer und tschechischer Kampfflugzeuge abbilden, was aber wetterabhängig stattfinden wird. Eingebunden in die Übung sind auch US-Kampfhubschrauber, die Apache sind in den Standorten Ansbach-Katterbach und Illesheim in Mittelfranken stationiert. Eine zehnköpfige Delegation von Bürgermeistern um stellv. Landrat Stefan Horndasch reiste dazu aus dem Landkreis Ansbach nach Grafenwöhr. Die Rückreise erfolgte dann per Army-Hubschrauber, dem doppelrotorigen Chinook, CH 47.

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Die Kommunalpolitiker bekamen die verschiedenen Munitionssorten der 155-Milimeter-Artillerie-Geschosse erklärt. Unter den Gästen Vilsecks Bürgermeister Hans Martin Schertl sowie die Einlader Brigadegeneral Antonio A. Aguto (Dritter Soldat von rechts) und Stabschef Oberst Clark Lindner (zweiter Soldat von Links).

Bilder: Gerald Morgenstern 

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