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Auf Wiedersehen im „Pranger“ - Auf geht‘s ins „349er“

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Luhe-Wildenau. Traditionsreiches Dorfwirtshaus schließt am 13. März seine Pforten und eröffnet Mitte Juli unter der Regie von Stefan „Steff“ Friedl und Dieter Zug neu. 

Von Stephan Landgraf

201603_Übergabe Auf Wiedersehen im „Pranger“, ein herzliches Willkommen im „349er“: Nach 33 Jahren übergibt Wirtin Herta Lorenz die Geschicke des Luher Dorfwirtshauses an Stefan „Steff“ Friedl (l.) und Dieter Zug in jüngere Hände. (Foto: Landgraf)

Entgegen dem Trend: Schließt in der Nordoberpfalz eine Dorfwirtschaft, dann meistens für immer. Nicht so in Luhe, wo am Samstagabend Herta Lorenz, die gute Seele des „Prangers“, offiziell von ihren Stammgästen ihren Abschied feierte.

Nach fast 33 Jahren ist Schluss“

sagt die Wirtin, die mit Leib und Seele tagtäglich hinter dem Tresen stand, mit einem lachenden und weinenden Auge. Lachend deswegen, weil sie die Gewissheit, dass ihr „Lebenswerk“ weitergeführt und in gute Hände übergeben wird: Künftig hat Stefan „Steff“ Friedl, dem im Management mit Dieter Zug ein Kenner der Szene und im Service- und Bürobereich seine Freundin Melanie zur Seite stehen, das Sagen.

Freibier und feinstes selbstgemachtes und frisches Essen aus der eigenen Küche wurde den zahlreichen Besuchern am Samstagabend im „Am Pranger“ kredenzt. „Das Wirtshaus war mehr oder minder mein Wohnzimmer“, sagt Herta Lorenz gegen Mitternacht, als sie erstmals ein wenig Zeit für ein kurzes Gespräch hat. Sie sei mit „ganz viel Liebe und Herzen“ dabei gewesen, oftmals 15 bis 16 Stunden pro Tag und das sieben Mal in der Woche.

Aber: „Jetzt ist es genug. Mein Mann und ich haben uns ein Haus in Mantel gekauft, wo wir uns unseren Garten und unserem Hund widmen werden“, sagt Herta Lorenz. Künftig wird also eine ruhigere Kugel geschoben? „Nein, ich werde mich vermehrt meinem Hobby, der Gestaltung von Deko-Artikeln aus Holz und Beton widmen“, erzählt sie guten Gewissens, das sie auch deshalb hat, weil sie weiß, dass „ihr Wirtshaus“, das am 13. März vorübergehend die Pforten schließt, eine spannende Zukunft hat.

Eine - geht es nach dem Willen von „Steff“ Friedl und Dieter Zug - etwas andere, aber attraktive und hoffentlich erfolgreiche Zukunft. Denn Friedl, der seit 30 Jahren im „Pranger“ Stammgast war, erfüllt sich mit der Übernahme der Kneipe einen Jugendtraum. „Schon seit mehr als zehn Jahren spukte mir die Idee eines eigenen Wirthauses im Hinterkopf rum. Ich habe lange nach der passenden Lokalität gesucht, die ich jetzt gefunden habe.“ Und mit Dieter Zug, Schlagzeuger der bekannten AC/DC-Coverband „AC-DX“, fand er dazu auch einen kongenialen Partner, der sich in den letzten Jahren in der Musikszene in der nördlichen Oberpfalz einen Namen gemacht hat.

Wiedereröffnung als "349er – House of Rock/Bar & Musik"

Ab dem 13. März wird das „alte Pranger“ erst einmal bis Mitte Juli zur großen Wiedereröffnungs-Party mit Livemusik geschlossen und im Inneren kräftig umgebaut und modernisiert, um so dem neuen Namen „349er – House of Rock/Bar & Musik“ gerecht zu werden. Das Konzept des „349ers“ hört sich dabei ungemein vielversprechend an. „Wir wollen ein Treffpunkt für Junge und Junggebliebene gleichermaßen sein, die Wert auf gute Musik legen. Aber auch Vereine, Clubs, Touristen und Biker sind bei uns gerne willkommen“, erzählt „Steff“ Friedl. Dabei soll auch der ein oder andere unorthodoxe Stammtisch aus der Taufe gehoben werden.

Dazu wird die Einrichtung altenglisch und rustikal werden – ein traditioneller wie freakiger Mix, garniert mit urtümlich oberpfälzer als auch ausgefallener internationaler Küche – alles frisch zubereitet. Damit aber nicht genug: Rund 70 Sitzplätze werden im „349er“ zur Verfügung stehen, zudem wird im Sommer vor der Kneipe der Biergarten am Marktplatz neu bewirtschaftet.

Und, was sicherlich eine weitere Belebung der nordoberpfälzer Musikszene bedeutet: Neben Blues, Rock, Hard & Heavy und Rockabilly aus der Dose, gibt es auf der kleinen aber feinen Bühne im „349ers“ in regelmäßigen Abständen garantiert beste Live-Musik, für die Dieter Zug verantwortlich sein wird.

Wir wollen eine Heimat für Musikliebhaber sein, die in gemütlicher Wohnzimmer-Atmosphäre regionale wie außergewöhnliche Live-Konzerte genießen wollen

, umschreibt Zug das musikalische Konzept, das seinen Teil zum Erhalt eines traditionsreichen Dorfwirtshauses beitragen soll.

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