Aufatmen: Das HPZ hat ein „Sorgenkind“ weniger

Irchenrieth. Lange Zeit war das Inklusions-Projekt "Hotel am Hofgarten" eine Hängepartie. Jetzt sind alle Umbau-Genehmigungen da. Erleichterung bei den Mitgliedern des Vereins "Heilpädagogisches Zentrum (HPZ) – Lebenshilfe für Behinderte e. V. Irchenrieth“.

Der Aufsichtsrat mit Vorsitzender Birgit Reil (Dritte von links.) und HPZ-Vorstandsvorsitzender Christian Stadler (Zweiter von rechts) berichteten bei der Mitgliederversammlung des Vereins „Lebenshilfe für Behinderte e. V.“ nicht nur über das letzte Jahr, sondern auch über viele aktuelle Dinge und Planungen in der Zukunft. Foto: Stephan Landgraf

Einblicke in die Vergangenheit und Gegenwart und Ausblicke in die Zukunft – die hat es bei der Mitgliederversammlung des Vereins „Heilpädagogisches Zentrum (HPZ) – Lebenshilfe für Behinderte e. V. Irchenrieth“ im großen Speisesaal des HPZ gegeben. Zudem stellten Aufsichtsratsvorsitzende Birgit Reil und Aufsichtsrat Helmut Brandl den im März 2022 neu gegründeten HPZ-Aktivkreis und dessen geplante Aktionen erstmals offiziell näher vor.

Jahr war von Corona geprägt

Es sei ein weiterhin durch die Corona-Pandemie und deren vielen Regelungen geprägtes Jahr gewesen, wobei sich inzwischen alles relativ gut eingespielt habe, betonte die Aufsichtsratsvorsitzende Birgit Reil. „Unsere Einrichtung ist gut gerüstet, sollten die Regelungen wieder strenger werden“, sagte sie. Sie blickte im September 2021 auf die Mitgliederversammlung, sowie auf sieben Aufsichtsratssitzungen zurück. Und Reil freute sich, dass in den letzten zwölf Monaten einiges auf den Weg gebracht worden sei.

Erste Bewohner „Am Kleefeld“

So sei die alte Förderstätte fertig saniert worden und seit August 2022 gebe es die Gruppe 12 für Menschen mit Autismus, die von Susanne Sindersberger geleitet werde. Die Frühförderung habe neue Räume hinzubekommen, wodurch jetzt mehr Kinder in ihrer Entwicklung unterstützt und gefördert werden könnten. Weiterhin seien im November letzten Jahres die ersten Kinder und Jugendlichen ins Kinder- und Jugendwohnen „Am Kleefeld“ eingezogen, ehe die Einrichtung am 15. Juli 2022 eingeweiht worden sei. Ebenso sei einen Tag zuvor der längste Schal der Oberpfalz mit fast 8.000 Metern um das Wohnheim gewickelt worden. „Die Schals wollen wir jetzt meterweise gegen eine Spende verkaufen“, so Reil weiter.

Kein Sorgenkind mehr

Bei der letzten Mitgliederversammlung noch als „Sorgenkind“ tituliert, bezeichnete die Aufsichtsratsvorsitzende das „Hotel am Hofgarten“ in Neustadt/WN jetzt als „Projekt, mit dem nun endlich Inklusion geschaffen und nicht nur darüber gesprochen wird“. Denn im März 2022 sei endlich die Genehmigung für den Umbau erteilt worden. „Ich bin froh, dass es nach langem Hin und Her doch noch zu einem positiven Ergebnis gekommen ist“, fügte sie an.

Vorstandsvorsitzender Christian Stadler machte in seinem Bericht deutlich, dass am HPZ aktuell nahezu in allen Bereichen ein Zuwachs zu verzeichnen sei. So werden unter anderem in der Frühförderung 221 Kinder im Alter von 0 bis 6 Jahren, 173 in der Förderschule und in der Schulvorbereitenden Einrichtung (SVE), 483 Werkstattgängerinnen und Werkstattgänger betreut.

Weitere Wohnplätze benötigt

Das HPZ benötigt weitere Wohnplätze, um zum einen dringende Sanierungen vornehmen zu können, aber auch um den Bedarf an Wohnplätzen abzudecken. So habe man bereits weit fortgeschrittene Gespräche mit den entscheidenden Stellen geführt und man hoffe, den nächsten Schritt nun zeitnah vornehmen zu können. Weiterhin seien weitere Investitionen, zum Beispiel für die Schulsanierung oder gar für einen Schulneubau, notwendig.

Ein weiteres wichtiges Thema, mit dem nicht nur das HPZ zu kämpfen habe, seien die fehlenden Fachkräfte. „Bei uns es liegt aber nicht daran, dass uns die Mitarbeiter davonlaufen, sondern daran, dass wir größer werden und die Nachfrage an unserer Betreuung vorhanden ist.“ Stadler machte deutlich, dass sich das HPZ dazu entschieden habe, auf die Gewinnung und Ausbildung von eigenen Nachwuchskräften zu setzen.

Neuer HPZ-Aktivkreis

Aufsichtstrat Brandl stellte abschließend das neue Gremium „HPZ-Aktivkreis“ vor, bei dem es sich um die Nachfolge des ehemaligen Beirates handele. Es handele sich hierbei um einen Zusammenschluss von zehn ehrenamtlich Tätigen, die durch ihre Arbeit für noch mehr Kommunikation und Transparenz nach außen sorgen möchte. So sei heuer im Museumscafé Flossenbürg wieder ein Elterncafé geplant und auch in der Weidener Fußgängerzone soll Präsenz gezeigt werden.

Deine Meinung? Hier kommentieren!

* Diese Felder sind erforderlich.