Kultur

Aus Defiziten Potenziale machen: Baukultur im MuseumsQuartier

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Tirschenreuth. Die aktuelle Sonderausstellung im MuseumsQuartier zeigt, dass es progressive und dennoch verwurzelte Baukultur in unseren Gefilden gibt. Zu sehen sind 56 Bauprojekte aus den Jahren 2015-2018, die im Regionalwettbewerb des Architektenbundes antraten, 11 davon wurden ausgezeichnet.

Architekt Peter Brücker, Katrin Weber (Büro Brückner & Brückner), Erster Bürgermeister Franz Stahl, BDA-Vorsitzender Jakob Oberpriller und Architektenkammer-Vizepräsident Karlheinz Beer. (v.l.) Foto: Stadt Tirschenreuth

Wie brisant die bauliche Metamorphose von Stadt und Land derzeit ist, betonte Jakob Oberpriller, Vorsitzender des Bundes Deutscher Architekten Niederbayern / Oberpfalz, in seiner Eröffnungsrede. Es sei in gewisser Weise ein Paradox, was derzeit flächendeckend in der Oberpfalz gebaut werde, meinte Oberpriller, und meinte damit konkret, dass es inzwischen billiger sei mit chinesischem Granit Toskanahäuser in die Oberpfalz zu betonieren, als einen einheimischen Baustil zu bewahren und fortzuentwickeln. Das Leitmotiv hochwertiger Architektur müsse deshalb ein Mix aus örtlich verfügbaren Materialien und regionaler Identitätsbewahrung sein.

Regionale Identität wahren

Beste Beispiele für richtungsweisende Oberpfalzprojekte seien zwei prämierte Bauten im Landkreis: Zum einen das Implementieren eines modernen Wohnhauses in eine historische, steinerne Speicherscheune in Kemnath (Architekt Karlheinz Beer, Weiden); zum anderen die Revitalisierung der Burg Falkenberg (Architekten Brückner & Brückner, Tirschenreuth).

Architekt Peter Brückner, der zum Unverständnis seiner Kommilitonen nach dem Studienabschluss vor 30 Jahren zurück nach Tirschenreuth ging, beweist seit Dekaden, dass es möglich ist, auch auf dem Land gute Architektur zu machen, umzusetzen und gemeinsam mit innovativen Bauherren neu zu denken. „Baukultur ist hier angekommen,“ freut sich Brückner. „Stadtentwicklung bedeutet aus Defiziten Potenziale zu machen“ – und das gelinge gerade in Tirschenreuth hervorragend, weshalb die Ausstellung auch besonders gut ins MuseumsQuartier passe.

Ein Blick in die Ausstellung. Foto: Stadt Tirschenreuth

Stadtentwicklung ist ein Marathon

Ein Lob, das direkt an Franz Stahl ging, den Ersten Bürgermeister der Stadt Tirschenreuth. Er treibt die Wiederbelebung der Stadt Tirschenreuth baulich geradezu unaufhaltsam voran. „Stadtentwicklung ist kein 100m-Lauf, sondern ein Marathon. Wir haben in den vergangenen Jahren knapp 130 Millionen in diese Stadtentwicklung investiert und das ohne Neuverschuldung,“ betonte Stahl. Explizit bedankte sich der Erste Bürgermeister deshalb auch bei den anwesenden Vertretern des Bezirks Oberpfalz – denn ohne eine gemeinsame förderpolitische Anstrengung hätte sich Tirschenreuth nicht derart entwickeln können.

Unterstützung gab es auch für die Realisierung der Sonderausstellung im MuseumsQuartier: Die Architektenkammer spendete 300 Euro, der Bund Deutscher Architekten 200 Euro. Logistisch unterstützt wurde die Ausstellung durch das Büro Brückner & Brückner. Noch bis 28. Juli ist die Sonderausstellung Dienstag bis Sonntag von 11 bis 17 Uhr im MuseumsQuartier Tirschenreuth, Regensburger Straße 6, zu besichtigen.

Link zu ausgezeichnetem Projekt in Kemnath: https://www.beerarchitekt.de/projekte/projekt/2014-wohnhaus-d-kemnath/

Link zu ausgezeichnetem Projekt in Falkenberg: https://www.baunetz-architekten.de/brueckner-und-brueckner/31411/projekt/4965055

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