Wirtschaft

Banken-Partnerschaft in Sachen Bargeld

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Weiden. Bargeld verliert in Pandemie-Zeiten, in denen selbst Bäcker und Metzger mit Karte zahlen lassen, an Bedeutung. Aber die Geldautomaten der Banken wollen unterhalten werden, auch wenn kaum jemand Geld abhebt. Der Gedanke liegt also nahe, die Selbstbedienungs-Geschäftsstellen zusammen mit der Konkurrenz zu nutzen. Das testen die Sparkasse Oberpfalz Nord und die Volksbank Raiffeisenbank Nordoberpfalz. Vielleicht der Beginn weitreichenderer Kooperationen.

Die Volks- und Raiffeisenbank Nordoberpfalz und die Sparkasse Oberpfalz Nord wollen künftig kooperieren und gemeinsam Geldautomaten betreiben. Im Bild Ludwig Zitzmann, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse (2.v.r.) und Bernhard Wolf, Vorstandssprecher der Volksbank (3.v.r.), flankiert von ihren jeweiligen Stellvertretern Hans-Jörg Schön (Sparkasse, rechts) und Thomas Ludwig (Volksbank, links) Foto: Gabi Eichl

Die Idee in ihren Grundzügen stammt vom Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse Oberpfalz Nord, Ludwig Zitzmann, wie der Volksbank-Vorstandssprecher Bernhard Wolf bei der Vorstellung der Partnerschaft sagt. Eine Partnerschaft, die Potential birgt. Denn es könnte nicht beim gemeinsamen Betreiben von Bargeld-Automaten bleiben.

Anderswo unterhalten konkurrierende Bankhäuser bereits gemeinsame Beratungs-Filialen, die sie sich stundenweise teilen. In Frankfurt werden sogar schon Neubauten als gemeinsame Finanzzentren genutzt. Zukunftsmusik, die aber weder Wolf noch Zitzmann ausschließen wollen, wie sie bei der Vorstellung der Kooperation erster Automaten im Landkreis Tirschenreuth unumwunden sagen.

Konkurrenten und Partner - je nachdem

Zitzmann betont mehrfach, dass man „Wettbewerber“ bleibe, dass man aber erkannt habe, dass es sinnvoll sein könne, gewisse Strukturen gemeinsam zu nutzen. Der Sparkassen-Chef sagt es nicht in dieser Deutlichkeit, aber wenn man in einer ohnehin dünn besiedelten Region einer kleiner werdenden Zahl von Kunden weiterhin einigermaßen wirtschaftlich Bargeld anbieten will, dann tut man das am besten zusammen mit der Konkurrenz, die dasselbe Problem hat.

Wohlwissend, dass keiner die Bank wechselt, nur weil an ein- und demselben Terminal Sparkassen- wie Volksbank-Kunden Geld abheben können.

Bargeld als „enormer Kostenfaktor“

Denn: Bargeld kostet und macht den Banken eine Menge Arbeit. Mit dem reinen Befüllen eines Automaten in einer kleinen SB-Geschäftsstelle ist es nicht getan. Thomas Ludwig, stellvertretender Vorstandssprecher der Volksbank Raiffeisenbank Nordoberpfalz, sagt, die Bereitstellung von Bargeld sei ein „enormer Kostenfaktor“.

Münzen und Scheine verlieren an Bedeutung

Dass Münzen und Geldscheine ihre besten Zeiten hinter sich haben, bestätigen alle anwesenden Banken-Sprecher, aber der große pandemiebedingte Einbruch im vergangenen Jahr sei nun wieder rückläufig, es werde wieder mehr Bargeld nachgefragt.

Trotzdem: Bargeld verliert weiterhin an Bedeutung, zumal inzwischen auch Smartphones zur Zahlung genutzt werden können, wie Hans-Jörg Schön anmerkt, Mitglied des Sparkassen-Vorstands.

Erster Schritt: Vier gemeinsame SB-Geschäftsstellen

Der Start der Kooperation war zu Jahresbeginn die Freigabe der Sparkassen-Automaten in Fuchsmühl und Konnersreuth für Volksbank-Kunden, vom 1. Juli an können dann auch Sparkassen-Kunden kostenlos an den Volksbank-Automaten in Mähring und Falkenberg abheben.

Kontoauszüge können an den gemeinsam genutzten Terminals nicht ausgedruckt werden, damit sind diese technisch überfordert. Aber grundsätzlich sehen beide Bankhäuser die Partnerschaft bei den Bankautomaten nur als einen ersten Schritt auf dem Weg zu weiteren Formen der Zusammenarbeit.

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