Bezirksligaeinteilung: Ein Verein ist total unzufrieden

Regensburg/Weiden. "Jedem recht getan ist eine Kunst, die niemand kann" sagt ein altes Sprichwort. Das trifft fast jedes Jahr auch auf jene Fußballfunktionäre zu, deren Aufgabe es ist, die Ligen einzuteilen.

In der Bezirksliga Nord kommt es in der neuen Saison wieder zum Aufeinandertreffen der Teams der SV DJK/TuS Grafenwöhr (rot) und der SpVgg Weiden II. Foto: Archiv Jürgen Masching
In der Bezirksliga Nord kommt es in der neuen Saison wieder zum Aufeinandertreffen der Teams der SV DJK/TuS Grafenwöhr (rot) und der SpVgg Weiden II. Foto: Archiv Jürgen Masching
Der Weidener Christian Wolfram (links) teil die Vereine der Bezirksligen Nord und Süd ein. Foto: BFV
Der Weidener Christian Wolfram (links) teil die Vereine der Bezirksligen Nord und Süd ein. Foto: BFV
So spielen die Bezirksligen Nord und Süd in der Saison 2022/23. Grafik: BFV
So spielen die Bezirksligen Nord und Süd in der Saison 2022/23. Grafik: BFV
Grafenwöhr - SpVgg Weiden II Foto: Masching
Christian Wolfram Foto BFV
BFV

Spielpläne erstellen, Schiedsrichter einteilen, Sportgerichtsfälle verhandeln. Die Funktionäre des Bayerischen Fußball-Verbandes BFV) arbeiten vielschichtig. Hinter den ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern stecken aber auch wahre Fußballfans. Einer davon ist der Oberpfälzer Bezirksspielleiter Christian Wolfram. Und als solchem kommt ihm alle Jahre wieder eine an sich recht undankbare Aufgabe zu: die Mannschaften vom SV 08 Auerbach bis zur SpVgg Ziegetsdorf den Bezirksligen Süd und Nord zuzuordnen.

Frustrierte Riedener

Seit 2011 ist der Weidener Christian Wolfram bereits Verbandsfunktionär – und macht es immer noch gern, wie er in einem Interview mit dem BFV kürzlich verriet. Er organisiert den Spielbetrieb der beiden Bezirksligen und ist zugleich Bindeglied zwischen den drei Oberpfälzer Fußballkreisen Amberg/Weiden, Cham/Schwandorf und Regensburg und dem Verbands-Spielausschuss. Dass in diesem Bereich nicht immer alles glatt läuft und es immer wieder Clubs gibt, die sich benachteiligt fühlen, liegt in der Natur der Sache. Vor der neuen Saison 2022/23 ist man vor allem beim FC Rieden frustriert, weil man in die Süd-Gruppe eingeteilt wurde und dem Aufsteiger dadurch einige Derbys und damit Zuschauereinnahmen entgehen, wie es aus Vereinskreisen heißt.

„Ein Desaster“

Erst vor kurzem hat der Verein aus dem Landkreis Amberg-Sulzbach eine halbe Million Euro in das neue Sportgelände gesteckt und nun müsse man zähneknirschend registrieren, dass es kein einziges Nachbarderby gebe. „Das ist für uns ein Desaster,“ sagte der maßlos enttäuschte Hans Fischer, Vorsitzender des 1. FC Rieden, gegenüber den Oberpfalz-Medien. In erster Linie spielten im Süden viele Regensburger Vereine – völlig unbeschriebene Blätter in Rieden und damit wenig attraktiv. „Die bringen erfahrungsgemäß nur wenige Zuschauer mit“, befürchtet Fischer. Auch die Fahrten in den Süden seien für seinen Verein wesentlich aufwendiger. Nach Raigerung oder Hahnbach dagegen sei es nur ein Katzensprung.

„Bestmöglicher Kompromiss“

Die Einteilung sei heuer wegen des hohen Anteils an Vereinen aus dem Süden deutlich schwieriger gewesen als in den Vorjahren, entgegnet Bezirksspielleiter Christian Wolfram. „Wir haben im kommenden Jahr einen sehr hohen Anteil an Vereinen aus dem Süden. Daher ändert sich die Einteilung deutlich im Vergleich zu den Vorjahren. Der Bereich Cham wird wie in früheren Jahren wieder der Bezirksliga Nord zugeordnet. Würden wir an der bisherigen Einteilung festhalten, so müssten wir einen Verein aus dem Süden in den Norden umgruppieren, was zu deutlich höheren Fahrtstrecken für die meisten Vereine führen würde.“

Die aktuelle Variante bilde aus Sicht des Bezirksspielausschusses den bestmöglichen Kompromiss. „Dass es aus individueller Sicht eines einzelnen Vereins immer eine bessere Variante gibt, ist uns durchaus bewusst. Aber wir mussten eine Lösung finden, mit der alle halbwegs leben können.“ Die jetzige Einteilung sei der bestmögliche Kompromiss.

Der erste Spieltag in den Bezirksligen ist am Wochenende 23./24. Juli.

Zuvor lädt der Bezirksspielleiter die Vereine noch zu den obligatorischen Arbeitstagungen ein: Bezirksliga Nord am Montag, 27. Juni, 19 Uhr, beim SC Luhe-Wildenau, Bezirksliga Süd am Dienstag, 28. Juni, 19 Uhr, beim TSV Wacker 50 Neutraubling.

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