Bilanz der ILS: 84.192 Einsätze 2015

Weiden. Bei der Pressekonferenz der Integrierten Leitstelle Nordoberpfalz wurden heute die Zahlen aus dem vergangenen Jahr vorgestellt. „Wir genießen ein sehr großes Vertrauen in der Bevölkerung und darauf bin ich auch sehr stolz. Das ist ein dickes Kompliment an uns und vor allem die Mitarbeiter“, so Landrat Andreas Meier in seiner Begrüßung.

Von Yvonne Sengenberger

ILS Pressekonferenz
Gemeinsam präsentierten (von links) stellvertretender Leiter Jürgen Meyer, Leiter der ILS Nordoberpfalz Herbert Putzer, Landrat Andreas Meier und Geschäftsstellenleiter des ZRF Nordoberpfalz die Zahlen aus 2015

Schon im nächsten Jahr wird die Leitstelle 40 Jahre alt. Seit fünf Jahren fliegt Christoph 80 durch die nördliche Oberpfalz. Auch der Digitalfunk war ein Thema bei der Pressekonferenz.

Viele wollen wissen, warum’s noch hängt,

erzählt Alfred Rast, Geschäftsführer des ZRF Nordoberpfalz. Im November stand die ILS noch kurz davor, die Einführung des Digitalfunks abzuschließen. Doch dann ging ImTech, das mit der Ausführung beauftragt wurde insolvent. „Wir sind quasi Opfer vom Berliner Flughafen und Kölner Opernhaus“, so Rast. Jetzt geht es daran, die bestehenden Verträge zu kündigen und die Software-Lizenzen neu aus zu schreiben – und das alles, möglichst ohne Fördergelder zu verlieren.

Die meisten Helfer vor Ort in ganz Bayern

Herbert Putzer, Leiter der ILS Nordoberpfalz präsentierte dann die Einsatzzahlen aus 2015. 5.862 Einsätze mehr als 2014 mussten die Einsatzkräfte letztes Jahr disponieren. 836 mal hat es gebrannt, 2.972 mal musste die Feuerwehr wegen „technischer Hilfeleistung“ ausrücken, 81 mal wegen sonstigen Einsätzen und der Rettungsdienst kam satte 34.449 mal zum Einsatz. Insgesamt setzten die Disponenten 139.234 Funksprüche ab. Der Hubschrauber Christoph 80 war 1.394 mal im Einsatz.

Auch die Bergwacht war 2015 gefordert, sie wurde 39 mal alarmiert. „Die Bergwacht gibt es auch bei uns. Wir benötigen sie, bei Einsätzen in Wandergebieten oder unwegsamen Gelände“, so Putzer. Auch die „Helfer vor Ort“ (HVO), die die Zeit beim Patienten bis zum Eintreffen der Rettungskräfte überbrücken wurden 2015 häufig benötigt – satte 5.526 mal. „Bei uns gibt es 30 HVO-Standorte. Damit sind wir in Bayern Spitzenreiter!“

Fast 50% „Hosentaschenanrufe“

Jeden Tag gehen bei der ILS aber auch etwa 29 „Hosentaschenanrufe“ ein. Deshalb sollte man immer die Tastensperre aktivieren! „Es rufen aber auch viele an, weil sie am Wochenende einen Zahnarzt brauchen oder den Kassenärztlichen Bereitschaftsdienst erreichen wollen.“ Die Nummer für den Kassenärztlichen Bereitschaftsdienst wäre eigentlich die 116 117. Viele würden auch Anrufen, weil sie eigentlich Fragen an die Hilfsorganisationen hätten, wie „Wann ist der nächste Erste Hilfe Kurs“. „Da sollte man sich bitte direkt an’s BRK wenden.“

Auch die vielen Einsätze wegen Wespennestern und -stichen sind den Mitarbeitern der ILS noch im Gedächtnis geblieben. 378 Nester hat die Feuerwehr entfernt – 242 mehr als im Vorjahr. „Warum es letztes Jahr so viele waren, konnte uns keiner erklären“, so Putzer. Drei Personen starben sogar wegen eines Wespenstiches und konnten leider von den Sanitätern nicht mehr gerettet werden. Mehr Glück hatten da 13 Personen, die von der Feuerwehr bei Bränden gerettet wurden. Auch 54 Babys brachten die Sanitäter 2015 zur Welt – zu Hause oder auf dem Weg ins Krankenhaus. Außerdem gab es 2015 mehr Brände als im Vorjahr, was wohl auch am heißen Sommer lag.

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