Bündnis „Kaltenbrunn ist bunt“: Lichterkette für Toleranz und Menschlichkeit

Kaltenbrunn. Die AfD lädt morgen zu einem Vortrag in den Gasthof Zur Post in Kaltenbrunn. Das finden nicht alle Kaltenbrunner so gut. Als Reaktion auf die angekündigte AfD-Veranstaltung haben sie deshalb das Bündnis „Kaltenbrunn ist bunt“ gegründet und planen eine Gegenveranstaltung. 

„Wir wollen ein Zeichen gegen Rechts setzen“, erzählt Dagmar. Sie ist eine der zehn Gründungsmitglieder von „Kaltenbrunn ist bunt“. Vor gerade einmal zwei Wochen haben sich die Kaltenbrunner zusammengetan, als Reaktion auf die angekündigte AfD-Veranstaltung im Ort. Wie der Name schon sagt, sind auch die Mitglieder des Bündnisses bunt gemischt – aus allen Parteien, aus der Kirche, aus Kaltenbrunn und aus den Nachbarorten.

Zahlreiche Kerzen sollen am Freitag leuchten

Um 18 Uhr wollen sie sich treffen, um eine Lichterkette zu bilden. „Das darf man ruhig wörtlich nehmen: Jeder soll ein Licht nach Kaltenbrunn tragen“, sagt Dagmar. Jede Menge Kerzen haben sie dafür besorgt, aber die Organisatoren befürchten, dass die nicht reichen könnten – so groß ist die Resonanz auf ihre Pläne. Und auch die Sympathie für die Aktion. „Es ist nicht leicht so etwas zu organisieren und wir sind froh, dass so viele Leute helfen.“

Auf Seiten der AfD werden zum dem Vortrag „Die Familie steht im Mittelpunkt unserer Politik“ etwa 60 Gäste erwartet, darunter hauptsächlich Mitglieder der Partei selbst. Die Veranstaltung ist aber öffentlich.

Der AfD-Vorsitzende des Kreisverbandes Weiden, Roland Magerl, hat kein Problem mit der Gegenveranstaltung: „In einem demokratischem Land sollte jedem Bürger die freie Meinungsäußerung zustehen.“ Er betont auch, dass potentielle Mitglieder vor der Aufnahme in die Partei überprüft werden: „Hintergrund hierzu ist, dass wir keine Mitglieder in unseren Reihen dulden, welche rechtsradikale Tendenzen aufweisen.“

„Wir wollen eine friedliche Veranstaltung!“

Magerl kritisiert, dass es bei Demonstrationen gegen die AfD teilweise zu gewaltsamen Ausschreitungen komme. Das wollen die vielen Helfer von Kaltenbrunn ist bunt aber auf keinen Fall:

Es soll absolut friedlich sein. Wir wollen keine Schreie, keine Beschimpfungen, keine Randale oder Beleidigungen!

Denn damit erreiche man sowieso nichts, ist sich Dagmar sicher. Immerhin ginge es um eine Demonstration für Menschlichkeit und Toleranz.

So soll die Lichterkette auch längst wieder aufgelöst sein, wenn der Vortrag der thüringischen AfD-Landtagsabgeordneten Wiebke Muhsal dann um 19 Uhr beginnt. Um 18:55 Uhr ist Schluss.

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