Bürgerwehr Neustadt feiert 40 Jahre

Neustadt/WN. Was zu Beginn nur für das 750-jährige Stadtjubiläum gedacht war, schreibt nun seit 40 Jahren selbst Geschichte. Die Königlich Bayerische Bürgerwehr Neustadt feiert Jubiläum und viele Gäste gratulieren herzlich.

Die Geehrten beim 40-jährigen Jubiläum der Bürgerwehr Neustadt/WN. Foto: Bernhard Knauer

Die Historisch Königlich Bayerische Bürgerwehr Neustadt feiert ihr 40-jähriges Gründungsjubiläum. 1982 wurde sie zur 750-Jahrfeier der Stadt Neustadt gegründet. Was anfangs nur für das Jubiläumsfest gedacht war, hat sich inzwischen als ein Aushängeschild der Stadt und der ganzen Region weit über die Grenzen der Oberpfalz hinaus einen Namen gemacht.

Im Rahmen eines Festkommers wurden nicht nur die Männer und Frauen der ersten Stunde geehrt, sondern auch an die Historie erinnert. Die Vorbereitungen für das Jubiläum der Neustädter Bürgerwehr laufen bereits seit Monaten auf Hochtouren. So wurde am Samstagabend im Gasthof „Weißes Rössl“ mit einem Festabend das Jubiläum eingeläutet. Am ersten Juliwochenende erfolgt dann an drei Tagen ein Festwochenende.

Neustadtlied als Überraschung

Eine Überraschung gelang dem Verein mit Theresa Uhl. Die Neustädterin, die schon verschiedenste Feste musikalisch gestaltete, hatte zur Eröffnung das Neustadtlied einstudiert. Stadthauptmann Josef Moldaschl begrüßte die Festgäste und Aktuarin Anna Nagler führte durch das Programm.

Wer anders als Ehrenstadthauptmann, Major i.Tr. der Bürger- und Landwehren in Bayern, Ludwig Fritsch, konnte als Festredner gewonnen werden. Seinem Engagement war es 1982 zu verdanken, dass die Bürgerwehr gegründet wurde.

Fritsch ging in seinem Festvortrag zunächst auf die Gründung der Stadtgarde im Jahr 1807 ein. Zu dieser Zeit verlor die Grafschaft Störnstein-Neustadt ihre Souveränität und wurde ein Teil des Königreiches Bayern. Gleichzeitig wurde die Neustädter Bürgerwehr mit den königlich bayerischen Uniformen eingekleidet. Und diese Uniformen dienten dann 1982 als Vorlage für die Ausstattung der Neustädter Wehr. „Von vielen Seiten kam Kopfschütteln. Man verstand nicht, warum ein solch enormer Aufwand nur für dieses Fest betrieben wurden.“

Doch der Erfolg gab den Gründungsvätern recht. Geschickt wurden die Frauen der Bürgerwehrmänner als Marketenderinnen mit einbezogen und so wurden die Neustädter in Bayern, Hessen, Baden-Württemberg, Österreich und Südtirol zu einer gern gesehenen Truppe. Als einen der Höhepunkte in der Vereinsgeschichte bezeichnete Fritsch das Jahr 2006, als die Neustädter Bürgerwehr beim offiziellen Empfang der Bayerischen Staatsregierung, zum 200-jährigen Gründungsjubiläum des Königreiches Bayern, die Ehrenkompanie stellen durfte.

Mit einem dreifachen „Feuer frei“ beendete er seine Festrede.

Landeskommandant Oberst d.Ldw. Jürgen Völkl war mit seinem Stellvertreter Karl Lendner nach Neustadt gekommen um drei verdiente Bürgerwehrmänner auszuzeichnen. Johannes Nagler, Andreas Kistenpfennig und Josef Marzi (er fehlte krankheitsbedingt) wurde die silberne Verdienstmedaille des Landesverbandes verliehen.

Silberne Verdienstmedaille des Landesverbandes für 3 Bürgerwehrmänner. Foto: Bernhard Knauer

Bürgermeister Sebastian Dippold bezeichnete die Bürgerwehr als traditionelle Botschafter für die Stadt Neustadt. „Es ist immer wieder eine Schau, euch zu sehen.“

Für Landrat Andreas Maier ist es die Originalität, die uns ausmacht. „Wir müssen die Heimat und die Tradition im Herzen tragen und nach Corona muss endlich wieder Leben bei uns Einzug halten. Und dass dies euch am Herzen liegt kann man deutlich spüren.“

Landeskommandant Jürgen Völkl dankte den Neustädtern als eine der ersten Bürgerwehren im Landesverband, die auch ein Stück Geschichte mitgeschrieben habe.

Kommandant aus Hessen gratuliert

Aus Hessen kam Kommandant Andreas Gnau vom Patenverein der Historischen Bürgerwehr aus Neustadt/Hessen. Er gratulierte und erinnerte mit einem Schmunzeln an die immerwährende Kritik und Unzufriedenheit über die zu kleinen Biergläser in Hessen.

Zum Ende des Festabends konnten Stadthauptmann Josef Moldaschl und 1. Vorsitzender Andreas Kistenpfennig Frauen und Männer der ersten Stunde auszeichnen. So erhielten nachfolgende Personen eine Ehrenurkunde für 40 Jahre aktive Mitgliedschaft: Ludwig Fritsch, Helmut Fukerider, Hans-Jürgen Kappert, Ulrich Konz, Hermann Schmid, Hans Spachtholz, Erwin Zapf, Maria Schmid, Gerdi Spachtholz und Sonja Völkl.

Das Schlusswort hatte Stadthauptmann Josef Moldaschl. „Wir haben heute das 40jährige Jubiläum offiziell eröffnet. Keiner hatte 1982 daran gedacht, dass diese Gemeinschaft so lange zusammenhält.“

Mit der gemeinsam gesungenen Bayernhymne endete der Ehrenabend. Als kleine Überraschung gab es für die Festgäste eine Festschrift, gestaltet von Anna Nagler und Helmut Fukerider.

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