„Cannabis Club Weiden“ steht schon in den Startlöchern

Weiden. Das Cannabis-Gesetz hat den Bundestag passiert, am 22. März berät der Bundesrat. Vorgesehen sind sogenannte „Cannabis Club“-Anbauvereinigungen, die nur an Mitglieder abgeben dürfen. Ein solcher Verein hat sich in Weiden schon gegründet.

Cannabis Legalisierung
Für Weiden steht der erste Cannabis-Club bereit. Arbeitstitel: “Highmatverein Weiden”. Foto: pixabay

Die Anbauvereinigung nennt sich „Highmatverein Weiden i.d.OPf.“. Die Initiatoren möchten anonym bleiben und garantieren das auch ihren Mitgliedern. „Damit schützen wir unsere Mitglieder und uns selber vor Repressalien.“ Schon daran sei zu sehen, wie überfällig Legalisierung und Entkriminalisierung seien.

Der Gesetzentwurf aus Berlin sieht in einem ersten Schritt vor, dass nicht-gewerbliche Anbauvereinigungen („Cannabis-Clubs“) mit behördlicher Erlaubnis unter aktiver Mitwirkung der Mitglieder Cannabis anbauen und zum Eigenkonsum an Mitglieder weitergeben. Enge gesetzliche Rahmenbedingungen müssen eingehalten werden.

„Übermäßiger bürokratischer Aufwand“

Genau da liegt der Hase im Pfeffer, das weiß auch der „Highmatverein“. „Wir stehen der Legalisierung von Cannabis grundsätzlich positiv gegenüber, kritisieren jedoch den aus unserer Sicht übermäßigen bürokratischen Aufwand, der mit den aktuellen Gesetzesvorschlägen einhergeht.“ Die genaue Ausgestaltung der Regelungen, wie der Transport von Cannabis oder die Anforderungen an Clubhäuser, stelle die Clubs vor Herausforderungen und bedeute auch einen finanziellen Aufwand.

Der „Highmatverein Weiden“ gibt keine konkreten Auskünfte, wie viele Mitglieder man inzwischen zählt. Die Zahl sei „noch schwankend“, weil die Pläne der Regierung zwar öffentlich gemacht, aber noch nicht umgesetzt wurden. „Für die Gründung benötigen wir eine bestimmte Mitgliederanzahl, um den rechtlichen Anforderungen des Cannabisgesetzes gerecht zu werden.“

Ein Hauptargument: Bekämpfung des Schwarzmarktes

Interessenten müssen volljährig sein, einen verantwortungsvollen und legalen Umgang mit Cannabis befürworten und bereit sein, sich nach ihren Möglichkeiten zu engagieren. Ein Mitglied darf nach dem Cannabisgesetz auch nur in einem „Cannabis-Club“ Mitglied sein: „Dies müssen wir überprüfen.“

Ausdrücklich betonen die Gründer des „Highmatvereins“, dass Aufklärungsarbeit und Verständnis für Cannabis ein Hauptziel des Vereins sei. „Wir streben nach einem sicheren rechtlichen Rahmen für den Konsum und Anbau von Cannabis, um die gesellschaftliche Wahrnehmung positiv zu beeinflussen.“ Ein wichtiger Fokus liege auf der Bekämpfung des Schwarzmarkts. Im Verein wollte man sein sicheres Umfeld für einen gesundheitsbewussten Umgang mit Cannabis bieten.

Geplant: Treffen auf genehmigten Anbauflächen

Aktuell finden die Clubtreffen vorwiegend online statt. „Es gibt jedoch Pläne, in Zukunft auch persönliche Treffen auf genehmigten Anbauflächen durchzuführen, um den Mitgliedern einen praktischen und zugänglichen Rahmen für den Austausch zu bieten.“

Der Freistaat Bayern kündigt indessen jetzt schon an, die Teil-Legalisierung „extremst restriktiv“ umzusetzen. Ministerpräsident Markus Söder bezeichnete das Gesetz diese Woche als „absolutes Gestopsel-Gesetz“. Noch völlig ungeklärt sei, wer die Schutzzonen um Schulen kontrollieren soll. Unklar sei auch, aus welchem „erlaubten Anbau“ Cannabis ab 1. April kommen soll: „Obwohl doch Anbau noch gar nicht erlaubt ist.“ Gesundheitsminister Klaus Holetschek kündigte eine zentrale Kontrolleinheit an. Die „Cannabis-Clubs“ können sich auf Kontrolleure einstellen.

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