Das Ensemble Foaie Verde mit purer Emotion beim 35. Wurzer Sommerkonzert

Wurz. "Pure Emotionalität aus den Balkan-Ländern" vermittelte das Ensemble Foaie Verde beim 35. Wurzer Sommerkonzert.

Das Ensemble Foaie Verde mit Sebastian Mare (Geige), Katalin Horvath (Gesang), Frank Wekenmann (Gitarre), Vladimir Trenin (Bajan) und Veit Hübner (Kontrabass) aus vier europäischen Ländern beim 35. Wurzer Sommerkonzert 2022. Foto: Heiner Brückner
Das Ensemble Foaie Verde mit Sebastian Mare (Geige), Katalin Horvath (Gesang), Frank Wekenmann (Gitarre), Vladimir Trenin (Bajan) und Veit Hübner (Kontrabass) aus vier europäischen Ländern beim 35. Wurzer Sommerkonzert 2022. Foto: Heiner Brückner
Foto: Heiner Brückner
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Der Geigenvirutose Sebastian Mare lässt beim Spiel mit zwei Fingern auf einer losen Violinsaite die Leiden eines Patienten beim Zahnarzt nachfühlen. Foto: Heiner Brückner
Der Geigenvirutose Sebastian Mare lässt beim Spiel mit zwei Fingern auf einer losen Violinsaite die Leiden eines Patienten beim Zahnarzt nachfühlen. Foto: Heiner Brückner
Das Ensemble Foaie Verde mit Sebastian Mare (Geige), Katalin Horvath (Gesang), Frank Wekenmann (Gitarre), Vladimir Trenin (Bajan) und Veit Hübner (Kontrabass) aus vier europäischen Ländern beim 35. Wurzer Sommerkonzert 2022. Foto: Heiner Brückner
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Der Geigenvirutose Sebastian Mare lässt beim Spiel mit zwei Fingern auf einer losen Violinsaite die Leiden eines Patienten beim Zahnarzt nachfühlen. Foto: Heiner Brückner

Mit Geige, Gitarre, Bajan (Chromatisches Knopfakkordeon) und Kontrabass sowie einer Gesangsstimme versetzten die Band-Künstler des Ensembles „Foaie Verde“ in hochkarätiger Besetzung aus vier europäischen Ländern die Zuhörer in Wallung zu versetzen.

Das Ensemble „Grünes Blatt“, wie Foaie Verde zu Deutsch heißt, wirbelte feurige Rhythmen in den Wurzer Pfarrhof, als nähme das Ambiente unter den Laubkronen der historischen Bäume die Musiker und die Sängerin selbst gefangen. Mit musikalisch aufgeladener Power lieferten die fünf Künstler den lebendigen Beweis für die Zusammengehörigkeit stiftende Kraft der Musik über Ländergrenzen hinweg.

Pure Emotionalität

Das demonstrierten insbesondere einige Hits ihres neu aufgelegten Programms „Phönix“ mit flammendem Balkanfeuer, das wie frisches Grün aus der trüben Coronazeit und der restlichen momentanen politischen Lage herausleuchtete.

Aber auch die Roma-Musik, in der rumänische Folklore, bulgarische, jugoslawische und türkische Melodien oder russische Volkslieder in einen Rausch der Emotionen aller Lebensbereiche versetzen, sorgte für die typische pure Emotionalität aus den Balkan-Ländern und Mitwippen bei den Konzertbesuchern von Beginn an.

Ein „Teufelsgeiger“

In dem Ensemble um den gebürtigen rumänischen Geigenvirtuosen Sebastian Mare – man könnte ihn nach dem Auftritt in Wurz einen „Teufelsgeiger“ nennen – vermittelte jedes Mitglied seinen markanten Beitrag zu einer Gesamt-Sinfonie an Klängen und Tönen, die die Energie und Lebensfreude von Musikkünstlern mit Leib und Seele auszudrücken vermögen.

Nicht nur im Highlight, als er seine Version der „wahnsinnigen“ Variationen über die Caprice Nr. 24 von Niccoló Paganini präsentierte. Bereits von Anfang an in der „Suita instrumentala“ fesselte er die Zuhörer zu höchster Anspannung. Beim 90-sekündigen „Knarz“-Spiel mit zwei Fingern auf einer losen Violinsaite zog er zum Beispiel wie ein Zahnarzt völlig schmerzfrei den Zahn.

Sängerin überzeugt mit Vielfalt

Die ungarische, in Chemnitz lebende Sängerin Katalin Horvath überzeugte mit Vielfalt in den Sprachen, in der Stimme, im Ausdruck der Emotionen, ob bei ernsten Balladen, fröhlichen wie melancholischen Liedern und durch abwechslungsreichen Präsentation. Etwa vor dem Publikum, das sie bei „La Romnjasa“ („Behütet sollt ihr sein auf euren Wegen“) anfeuerte und zum Mitsingen des Refrains „Ay Romale, Shavale“ gewann.

Oder aus dem Hintergrund des Publikums unter dem großen Baum, während die Männer auf der Bühne antworteten. Oder beim albanischen Liebeslied „Kur me del“ über die Geschichte mit dem Apfel. Ihre Moderation war ebenso wie die der anderen Band-Mitglieder aufgelockert mit netten Anekdoten und Episoden zum Schmunzeln.

Ekstatische Akkorde

Der in Samara (Russland) geborene Vladimir Trenin mit dem Schweißband in den Farben der Ukraine am rechten Handgelenk warf als virtuoser Bajan-Interpret seinen Hut auf die Bühne. Er zeigte stets höchste Konzentration und verströmte ekstatische Akkorde.

Den Background der teils verwegenen Rhythmen lieferten zwei Schwaben: Frank Wekenmann mit der Gitarre und Veit Hübner am Kontrabass. Auch sie glänzten durch gelegentliche Soli und ließen aufhorchen. Nach der zweiten Zugabe, dem gesungenen Gute-Nacht-Gebet „O Devel“, standen die Zuhörer auf zum Schlussapplaus.

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