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Der Frauenfußball ganz oben: Strohfeuer oder Zeitenwende?

Nordoberpfalz. Dass die deutsche Nationalmannschaft im Finale der Europameisterschaft steht kommt nicht von ungefähr, denn im Nachwuchsbereich wird viel gearbeitet.

Frauenfußball Frauen Fußball Bild Sport pixabay
Symbolbild: pixabay

Klassischer geht es kaum – die deutschen Fußballfrauen stehen bei der Europameisterschaft in Wembley gegen England im Finale. Die positive Entwicklung der letzten Jahre ist mehr als deutlich zu erkennen und auch an der Basis wird jede Menge gearbeitet.

Ich hoffe auf eine Zeitenwende. Es wurde Zeit, dass die Frauen mehr gesehen werden und dass dieser Sport nicht nur belächelt wird. Der Teamspirit der Mannschaft und das Auftreten bei dieser EM löst hoffentlich einen Boom aus. Ich denke viele Mädchen werden in unserer Mannschaft Vorbilder gefunden haben.

Jasmin Pankoff

Jasmin Pankoff, Stützpunkttrainerin, Trainerin der Regionalauswahl und der U12 der SpVgg SV Weiden, wünscht sich, dass sich viele Mädchen von der Begeisterung anstecken lassen und es wieder Zuwachs für den Mädchen- und Frauenfußball gibt. „Leider waren die Zahlen aufgrund von Corona in den letzten beiden Jahren eher rückläufig“, so die ehemaligen Regional- und Zweitligaspielerin.

Der Beauftragte für den Frauen- und Mädchenfußball im Kreis Amberg/ Weiden Georg Müllner stimmt ihr zu: „Eine erfolgreiche Welt- oder Europameisterschaft weckt immer das Interesse der Kinder. Neben dem verstärkten Interesse für Fußball benötigt man auch Ehrenamtliche in den Vereinen, die diese dann integrieren und sie ausbilden.“

Mädchen können mit den Jungs mithalten

Die fußballerischen Ausbildung ist bei Junioren und Juniorinnen gleich, aber es kommt darauf an, wie die Übungsleiterinnen und Übungsleiter das Training gestalten, ist Müllner überzeugt.

Eines fällt Jasmin Pankoff aber in der Praxis besonders auf: „Mädchen schreien nicht gleich, wenn sie mal einen härteren Zweikampf führen. Da wird aufgestanden und weitergemacht.“ Auch im technischen Bereich seien die Mädchen oft sauberer und brächten bereits eine hohe Spielintelligenz mit.

Abschließend die Frage aller Fragen: Ist die neue Sara Däbritz, deren steile Karriere bei der SpVgg Ebermannsdorf startete, schon in Sicht? „In unserer Region gibt es einige Talente und ich würde mich sehr freuen, wenn eine dieser Spielerinnen einen ähnlichen Weg einschlagen kann“, so Pankoff.

Tipp von der Regionalauswahltrainerin

Den Eltern von fußballverrückten Mädchen rät Jasmin Pankoff, sich einen Verein in der Nähe auszusuchen und einfach ein Probetraining zu absolvieren. Am Besten sei es, wenn die Mädchen in Jungenmannschaften anfangen. Das fördert die Robustheit, die Schnelligkeit und vor allem die Persönlichkeit.

Fühlt sich das Kind dann wohl und hat es Spaß und Freude, dann steht dem Vereinsbeitritt nichts mehr im Wege. Außerdem sollte man darauf auchten, dass im Verein zweimal in der Woche ein Training angeboten wird.

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