E-Mobilität: Gibt es in der Region genügend Stromtankstellen?

Nordoberpfalz. Der Freistaat will weitere Millionen in den Ausbau der Ladeinfrastruktur pumpen. Wie schaut es damit eigentlich in der nördlichen Oberpfalz aus? Das OberpfalzECHO hat nachgefragt.

Gibt es in der Nordoberpfalz eigentlich genügend Ladesäulen? Das OberpfalzECHO hat sich in der Region umgesehen. Foto: A. Krebs/Pixabay

Vater Staat ist in Spendierlaune.Jeder der sich ein E-Auto zulegt, kann sich über einen satten Zuschuss von 6.000 Euro freuen. Allerdings darf der Wagen den Nettolistenpreis von 40.000 Euro nicht überschreiten. Das sorgt für Schwung auf dem akkuangetriebenen automobilen Absatzmarkt. Doch auch diese Fahrzeuge müssen regelmäßig an die „Tanke“. Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger will daher bis Ende 2023 noch einmal 20 Millionen Euro in den Ausbau der Ladeinfrastruktur stecken. Wie sieht es damit in der nördlichen Oberpfalz eigentlich aus? Das OberpfalzECHO hat sich umgesehen.

Landkreis Tirschenreuth verfügt über 30 öffentliche Ladepunkte

Im Landratsamt Tischenreuth hat man sich auf Anfrage auf die Ladesäulen-Suche gemacht – und genügend entdeckt. Im Landkreis mit seinen knapp 72.000 Einwohnern stehen nicht weniger als 18 Ladesäulen und weitere zwölf öffentlich zugängliche Ladepunkte zur Verfügung. Die meisten Säulen, nämlich fünf, sind in der Kreisstadt selbst installiert. Aber auch kleinere Orte wie Ebnath oder Waldeck bieten dem E-Mobilisten eine Zapfstation an. Immerhin kann man in 16 der 26 Landkreisgemeinden Strom tanken.

Dabei ist der nördlichste Landkreis der Oberpfalz statistisch gesehen nicht gerade der Nabel der Elektromobilität. 83.000 Fahrzeuge waren dort bis Ende Oktober 2021 zugelassen. Aber nur gerade mal 194 davon haben ausschließlich Ladeakkus unter der Haube. Das entspricht einem Anteil von sehr überschaubaren 0,23 Prozent. Doch das E-Auto nimmt auch im Landkreis Tirschenreuth Fahrt auf. Im Vergleich zu 2019 hat sich deren Zulassungszahl im vergangenen Jahr verdoppelt. „Die Nutzung der Ladesäulen wird auch immer stärker“, betont der Pressesprecher des Landratsamts, Walter Brucker. Davor Schlangestehen muss man aber noch nicht.

Weniger Ladepunkte, mehr Elektro-Fahrzeuge

Umgekehrtes Bild im Nachbarlandkreis Neustadt/WN. 616 rein elektrisch angetriebene Autos sind hier zugelassen, dreimal so viele wie im – zugegebenermaßen – einwohnerschwächeren Tirschenreuth. Dafür gibt es allerdings deutlich weniger Ladesäulen. In der Karte der Bundesnetzagentur tauchen gerade mal acht Landkreisorte mit insgesamt neun Normalstrom-Ladesäulen auf.

Dafür können die Neustädter bei den Schnellladern punkten. Fünf gibt es davon: Davon stehen alleine drei an den beiden Waldnaabtal-Autobahnraststationen. Die müssen übrigens auch die Tirschenreuther ansteuern, denn sogenannte Supercharger sind dort glatte Fehlanzeige. Im Landkreis Neustadt/WN geben die E-Autos mächtig Gas. „Innerhalb eines Jahres hat sich deren Zahl verdoppelt“, erläutert der stellvertretende Pressesprecher des Landratsamts, Marcel Weidner.

20 Ladepunkte in der Max-Reger-Stadt

Vier Ladesäulen mit ingesamt acht Ladepunkten unterhalten die Stadtwerke Weiden in der Max-Reger-Stadt und die werden mittlerweile wieder munter fequentiert. Alleine im Oktober sind 4.000 Kilowattstunden gezapft worden. Zum Vergleich: Während der Corona-Pandemie war der monatliche Tankbedarf auf 1.000 Kilowattstunden in den Keller gerauscht. Neben dem Kommunalunternehmen haben sich auch private Unternehmen in der Max-Reger-Stadt auf die automobilen Stromtanker eingestellt.

So können im Weidener Stadtgebiet mittlerweile 20 öffentlich zugängliche Ladepunkte angesteuert werden. Die Weidener fahren auf E-Autos ab. Deren Zahl hat sich innerhalb eines Jahres von 101 auf mittlerweile 280 nahezu verdreifacht. Dieser Trend wird auch bei den Stadtwerken aufmerksam verfolgt. So könnten im kommenden Jahr bereits weitere Ladesäulen entstehen. Eine mittlere fünfstellige Summe ist dafür schon eingeplant.

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